personal information
"WELCOME TO THE MINISTRY OF MAGIC, VISITOR. PLEASE LEAVE YOUR PERSONAL INFORMATION HERE."
FULL NAME
CALIOPE MOREAU
Dass der Vorname der Moreau-Tochter einen griechischen Ursprung hat, erkennt man vielleicht, auch wenn er eher ungewöhnlich ist. Allerdings wählte ihre Mutter ihn mit Sicherheit bewusst aus, nicht nur wegen des außergewöhnlichen Klangs. Schließlich bedeutet er übersetzt
SCHÖNE STIMME, was einen versteckten Hinweis auf ihre Herkunft birgt. Um die Bedeutung des Nachnamens nachzuvollziehen, muss man weit in die Geschichte zurück. So ist Moreau auf eine Art verkürztem Namen des Heiligen Maurus zurückzuführen, dessen Namen wieder
NORDAFRIKANISCH bedeutet. Die Bedeutung hatte heute allerdings keine Relevanz mehr und er ist eine der am häufigsten vergebenen Nachnamen in Frankreich. Das kleine
DE das einmal den Adelsstand der Familie angezeigt hatte, verschwand im Laufe der Zeit.
NICKNAMES
LIO
So schön der Name Caliope auch sein mag, er ist doch etwas umständlich. Caliope selbst brauchte als kleines Kind eine Weile, um ihn aussprechen zu können, auch wenn sie ansonsten schon früh zu sprechen begonnen hatte. In der Schulzeit wurden ihr einige Spitznamen verpasst – über
Cali bis
Liope und auch einige weitaus seltsamere. Gehalten hat sich bis heute nur die Kurzform
LIO, die Caliope selbst auch am schönsten findet.
BIRTHDAY AND AGE
1. AUGUST 1967 . 30 JAHRE ALT
Geradeso schaffte es Caliope, ein August-Kind zu werden. Nur wenige Minuten trennten sie von einem Geburtstag im Juli, als sie im heimischen Anwesen der Moreaus das Licht der Welt erblickte. Damit ist sie vom Sternzeichen Löwe, was sie selbst zugegeben nicht so sehr interessiert.
DOMICILE
SHEERNESS . KENT
Nachdem Caliope einige Jahre direkt in London gelebt hat, wurde es ihr in dieser riesigen Stadt einfach zu voll und laut. Es zog sie hinaus aus der Metropole ans Meer, das sie über alles liebt. Genauer gesagt an die Mündung der Themse, ins beschauliche Sheerness, das im Vergleich zum gegenüberliegenden Southend-on-Sea deutlich weniger Touristen anzieht. Ein Grund für den Wahl dieses Wohnorts, zumal dadurch auch Wohnungen in Strandnähe einigermaßen bezahlbar sind. So konnte Caliope eine kleine Wohnung mit drei Zimmer mieten, die in der Marine Parade liegt und damit in der Straße direkt am Meer. Die ist zwar durch einen hohen Damm vor allzu heftigen Gezeiten geschützt, über diesen kann Caliope in ihrer Dachgeschosswohnung allerdings problemlos sehen. Hier fühlt sie sich deutlich wohler als im knapp 90km entfernten London.
Hätte man sie vor fünf Jahren gefragt, hätte sie mit Sicherheit den Stammsitz der Familie Moreau als Zuhause angegeben, der sich in der französischen Region Burgund befindet, unweit der Stadt Dijon. Möglicherweise ergänzt von dem Anwesen, das die Familie in Blackpool, Lancashire, besitzt. Doch keines der beiden Häuser ist länger ihr Zuhause.
magical details
"YOU KNOW, THE ONLY UNIQUE THING ABOUT YOU IS YOUR WAND. IT'S NOT LIKE YOU'RE HARRY WITH A SILLY SCAR ON YOUR FOREHEAD AND SOME SILLY SKILLS LIKE TALKING TO SNAKES. SO LET'S STICK TO THAT BORING STUFF THAT TONS OF PEOPLE SHARE WITH YOU."
ATTITUDE
TENDENZ: GUT
So richtig hat Caliope noch nicht positioniert, da es ihr auch in dieser Hinsicht leichter fällt zu benennen, was sie nicht gut findet und gegen was sie sich stellt. Und das ist eindeutig die Einstellung der männlichen Vertreter ihrer Familie, die sich den Todessern zugehörig fühlen. Sie selbst fühlt sich der Gerechtigkeit verpflichtet, die aus ihrer Sicht sehr viel mit den Rechten aller Menschen zu tun haben, die sich in Recht und Gesetz niederschlagen sollten. Es frustriert sie sehr, dass das zumindest in der Zauberwelt gerade immer weniger zu funktionieren scheint. Dennoch zögert sie noch, sich einer Organisation anzuschließen, die dafür eintritt. Tut sie als Aurorin nicht schon alles, was sie kann? Möglich, dass sie ihre Haltung noch überdenkt, wenn die Befehle aus der Führungsetage sich noch weiter gegen ihr Gerechtigkeitsempfinden stellen.
BLOOD TYPE
HALBBLUT
Schon immer war Caliope ein Halbblut, aber die meiste Zeit ihres Lebens glaubte sie, dass sie ein Reinblut wäre. Grundsätzlich ist sie nicht der Meinung, dass ein Blutstatus besser als der andere ist. Wenn man allerdings selbst 25 Jahre lang in dem Glauben aufwächst, der reinblütigen Gruppe anzugehören, so mag die unerwartete Veränderung dieser Tatsache doch Identitätskrisen hervorrufen. Auch Caliope ging es so, auch wenn sie zugegeben neben der Verwirrung ebenfalls ein Gefühl von Befreiung verspürte, das der Verlust der Reinblütigkeit und der damit verbundenen Erwartungen an sie mit sich brachte.
FORMER SCHOOL
BEAUXBATONS
Auch wenn die Verbindungen der Familie Moreau nach Großbritannien schon über Generationen ausgeprägt sind, kam es für Maxime nicht in Frage, seine Kinder nach Hogwarts zu schicken. So besuchten beide Moreau-Kinder die französische Zauberschule. Caliope begann ihren Weg dort im Sommer des Jahres
1978 und endete mir ihrem Abschluss
1985. Besondere Posten übernahm sie als Schülerin nicht, allerdings war sie begeistertes Mitglied des
Schulchors.
MEFDES
Débattre & discuter – 99 sur 100
Métamorphose – 95 sur 100
Combat et Stratégie – 92 sur 100
Potions magiques – 81 sur 100
Charme – 79 sur 100
Secourisme et plantes médicinale – 75 sur 100
CAREER
AURORIN
Wie viele andere hatte sich auch Caliope in ihrer Schulzeit lange den Kopf darüber zerbrochen, was sie einmal werden wollte. Dabei ging es gar nicht um den Berufswunsch an sich, sondern eher die Tatsache, dass sie nicht wusste, was der Mann davon halten würde, den sie damals für ihren Vater hielt. Denn dass sie als Aurorin für Toleranz und Gleichberechtigung einstehen würde, würde ihm vermutlich aufstoßen. Sie hatte recht damit, trotzdem ließ Maxime Moreau sie letztendlich gewähren. Er ging schließlich davon aus, dass es nur eine Art Zeitvertreib war, bis seine angebliche Tochter Ehefrau und Mutter werden würde. Caliope hatte nichts davon vor, ging letztendlich nach England, um ihre Ausbildung dort als Aurorin zu absolvieren, um etwas mehr Distanz zwischen die Enge ihrer Familie und sich selbst zu bringen. Auch heute arbeitet sie noch als Aurorin, auch wenn ihr das durch die aktuelle Politik hin und wieder schwerfällt. Leider kann sie ihre Meinung nicht immer verheimlichen, weshalb sie durch einige kleinere Fehltritte an Ansehen verloren hat. Um ihre Loyalität zu beweisen, hat man sie seit Neuestem und ganz kurzfristig dazu verdonnert, zeitweise den Personenschutz des stellvertretenden Ministers für Zauberei, Zacharias Eppstein, zu übernehmen. Es sollte nicht verwundern, dass Caliope der Meinung ist, an anderer Stelle weitaus sinnvollere Dinge tun zu können. Auch wenn der Schutz hochrangiger Politiker durchaus Sinn macht, sieht Caliope doch vielmehr ihre Aufgabe darin, Verbrecher zu verfolgen, anstatt auf irgendwelchen offiziellen Anlässen herumzustehen.
WAND
Schwarzdorn . 6 1/2 Zoll . Drachenherzfaser
Das dunkelbraune Holz des Schwarzdorn-Zauberstabs schimmert hin und wieder besonders dunkel, nicht umsonst ist dieses Holz auch unter Schwarzmagiern verbreitet. Doch es unterstützt grundsätzlich Kämpfer, ist also auch für eine Aurorin wie Caliope gut geeignet. Er ist nicht besonders lang, weshalb er einfacher versteckt werden kann als andere Zauberstäbe. In seinem Inneren befindet sich eine Herzfaser eines Ungarischen Hornschwanzes, der Caliopes Temperament manchmal zur Unzeit etwas zu stark betont.
PET
KNIESEL KLIO
Caliope besitzt einen Kniesel, der allerdings mit einer Katze gekreuzt wurde und deshalb in der Muggel-Nachbarschaft kaum von einer gewöhnlichen Katze zu verwechseln ist. Am liebsten würde Caliope mit ihrem Haustier gemeinsam nachts in animalischer Gestalt um die Häuser ziehen, wartet oft auf dem kleinen Balkon, bis Klio in der Nacht wieder auftaucht und schläft nicht selten dort in der klaren Nachtluft ein, um dann in den frühen Morgenstunden sanft von einer kuschelnden Klio geweckt zu werden. Das trägt zu einer besonderen Vertrautheit der beiden bei. Die wollte die Aurorin schon mit dem Namen herstellen, denn auch ihr Kniesel ist nach einer griechischen Muse benannt wie sie selbst.
your family tree
"SOMEBODY TOLD ME YOUR FAMILY TREE WOULD BE A CIRCLE. IS THAT TRUE?!"
MOTHER
Cassandre Moreau, née Beaumon . 1944-1995
Cassandre Moreau verkörperte genau die Frauen-Rolle, die Caliope für sich nie annehmen will. Ihre Mutter hatte keine Wahl, als sie mit dem unwesentlich älteren Maxime Moreau verlobt und verheiratet wurde, brachte Kinder zur Welt, wie es von ihr erwartet wurde, stand ihrem Mann immer loyal zur Seite, egal in welcher noch so abstrusen Situation, blieb als
Hausfrau die meiste Zeit im familieneigenen Anwesen. Und dass sie dabei dennoch so unglaublich liebevoll zu ihren Kindern war und selbst nicht den Verstand verlor, grenzt in Caliopes Augen an ein Wunder. Genau deshalb verurteilte sie ihre Mutter auch nie dafür, dass sie ihre Rolle so klaglos angenommen hatte. Sie liebte sie dafür nur umso mehr und bewunderte sie dafür, wie sie ihr Leben lebte. Ein perfektes Leben für eine
Reinblüterin. Fast jedenfalls. Cassandres Faszination für Musik brachte sie in eine Situation, in der sie schwach wurde, sich in Versuchung führen ließ und viele Jahre später dafür einen hohen Preis zahlen musste. Die Affäre mit ihrem damaligen Gesangslehrer Aynsley Purcell, der beinahe zwanzig Jahre älter war als sie und die junge Frau mit dem Charme eines gestandenen, feinfühligen Mannes bezirzte, konnte sie lange verschweigen. Dass ihr Geheimnis durch einen unglücklichen Zufall vor fünf Jahren doch herauskam, zerbrach ihre Welt. Dennoch blieb sie bei Maxime, der nicht sie, sondern die Tochter verstieß, die niemals seine eigene gewesen war. Caliope konnte Cassandre seither kaum mehr sehen, und auch das ging nur in aller Heimlichkeit. Sie wollte den Kontakt nicht abreißen lassen, denn auch wenn der Fehltritt ihrer Mutter ihr ihre Wurzeln raubte, so konnte sie es ihrer geliebten Maman nicht verdenken, bei einem solchen Ehemann Zuflucht in den Armen eines einfühlsameren Mannes gesucht zu haben. Nicht einmal bei ihrer Beerdigung durfte sie anwesend sein, erfuhr erst danach, dass ihre Mutter im Dezember 1995 mit
51 Jahren von einem unbekannten Todesser ermordet worden war. Mit dem Tod ihrer Mutter vergrößerte sich die innere Leere und das Gefühl der Heimatlosigkeit nur noch mehr.
STEPFATHER
Maxime Moreau . 56 Jahre alt . *1941
Caliopes Vater – oder besser gesagt Stiefvater – war schon immer die Person in ihrem Leben gewesen, die sie am meisten prägte. Das kann man nun positiv verstehen, für die junge Aurorin ist es aber eher ein erdrückender Einfluss. Maxime arbeitete als
freiberuflicher Hellseher , besaß die
hellseherische Gabe, die in der Familie Moreau auf der männlichen Linie häufig weitervererbt wird, verlor sie allerdings vor vielen Jahren. Grund dafür waren die chaotischen Zeiten nach der Niederlage des Dunklen Lords im Hause der Potters. Der
Reinblüter, der selbst das Dunkle Mal trägt, wurde in der späteren Folge durch Flüche getroffen, die ihm seine Gabe raubten. Das war für ihn besonders bitter, hatte sie ihn doch bis zu diesem Zeitpunkt vor jeglicher Verfolgung retten können. Der einst so aktive Zauberer zog sich zwangsläufig in sein Heim zurück, denn neben dem Verlust seiner Gabe hatten die Flüche auch einen zunehmenden Zerfall seiner körperlichen Kraft bewirkt. Seltsamerweise verlor Maxime dadurch nicht seine Ausstrahlung, Caliope fand ihn stattdessen noch viel angsteinflößender. Wie ein verwundeter Löwe, der zu allem fähig ist. Sie begriff allerdings nicht, dass er ihren Halbbruder unter seine Kontrolle brachte. Der heute 56-Jährige ist immer noch so skrupellos wie vor seinen Verletzungen. Dass ihre Angst vor Maxime nicht unbegründet war, zeigte sich ganz besonders vor fünf Jahren, als er erfuhr, dass Caliope gar nicht seine Tochter ist. Wie sehr ihn der Verrat seiner Frau quält, zeigt er nur bedingt. Sichtbar wurde sie allerdings in der Verbannung Caliopes, die schon gefürchtet hatte, dass er ihr Leben in seinem Zorn beenden könnte. Seit dem Ausschluss aus der Familie hat sie ihn nicht mehr gesehen und hat auch nicht wirklich das Bedürfnis, das zu ändern. Zu tief ist die Wunde, die er mit dem Ausradieren ihrer Existenz aus seinem Leben in ihrem Innersten hinterlassen hat.
BROTHER
CASPAR MOREAU . 32 Jahre alt . *1965
Caspar war ein großer Bruder gewesen, wie er im Buche steht. Caliope hatte immer das Gefühl, dass sie ihm blind vertrauen konnte. Wie wunderbar war es doch gewesen, dass sie sich gut verstanden, vielleicht lag es auch an dem geringen Altersunterschied von lediglich zwei Jahren. Bis vor wenigen Jahren hätte sie ihn wohl als ihren besten Freund bezeichnet, hätte sie jemand gefragt. Was umso erstaunlicher war, weil sie mit gewissen Einstellungen nicht immer mit ihm einig war. Gerade bei solchen, die für eine reinblütige Familie doch so wichtig waren. Es war einfach schon immer so gewesen, dass sie beide Verständnis füreinander aufbrachten. Was auch für Caliope nicht immer einfach gewesen war, besonders dann nicht, wenn Caspar mit seiner Gabe haderte. Aber sie gab immer alles, um ihm dabei eine Stütze zu sein und gab ihm das Gefühl, dass er so sein konnte, wie er eben war. Und dann veränderte sich alles. Caliope wohnte schon seit einigen Jahren in England und verdächtigte zuerst Caspars Verlobte Odette, ihn zu beeinflussen. Doch dann erkannte sie ihn bei den seltenen Treffen kaum wieder. Tatsächlich war sie so skeptisch, dass sie schon überlegte, ob etwas nicht stimmte. Doch dann kam der erzwungene Bruch mit der Familie, den er gemeinsam mit ihrem Vater veranlasste. Das stieß Caliope dermaßen vor den Kopf, machte sie sowohl unglaublich wütend als auch tieftraurig, dass sie in ihrer Verletzlichkeit auch gar nicht mehr versuchte, ihn verstehen zu wollen. Würde sie erfahren, dass er
Todesser ist, würde sie das wohl auch kaum mehr überraschen. Es tut jedes Mal unfassbar weh, wenn sie ihn im Ministerium für Zauberei sieht, in dem er als
Unsäglicher arbeitet. Sie kann nicht begreifen, wie sich ein Mensch derart verändern kann und macht ihm im Stillen große Vorwürfe. Gesprochen hat sie seit ihrer Verbannung nicht mehr mit ihm und verspürt aktuell auch keinerlei Bedürfnis, das jemals wieder zu tun. Auch wenn ein leiser Teil ihres Unterbewusstseins diese Entscheidung nicht als endgültig akzeptieren will. Das ist wohl der Grund dafür, dass der Anblick des heute
32-Jährigen nicht nur kalten Hass und tiefe Enttäuschung hervorruft.
REAL FATHER
AYNSLEY PURCELL . 74 Jahre alt . *1923
Lange hatte Caliope geglaubt, mit Maxime Moreau ihren eigentlichen Vater zu kennen. Erst vor fünf Jahren, als sie aus heiterem Himmel aus der Familie geworfen wurde, erfuhr sie den Namen ihres echten Vaters. Aynsley Purcell ist der Sohn zweier Muggel, der ein gutes Stück älter war als Cassandre Moreau, und sie garantiert nicht die Einzige, die er verführte. Der
muggelstämmige Zauberer war in den 60er und 70er Jahren
einer der berühmtesten Tenöre auf den Zauberbühnen Europas und verdiente sich mit Gesangsunterricht noch ein bisschen was dazu. Die Tatsache, dass er seine Berühmtheit auch ausnutzten konnte, ließ ihn zu einem
Casanova werden. Das ging jedenfalls so lange gut, bis vor knapp zehn Jahren einer der gehörnten Ehemänner Wind von der Affäre bekommen hatte und ihn zum Zauberduell forderte. Aynsley ging mit Selbstbewusstsein in den Kampf, rechnete aber nicht damit, dass sein Gegner einen Fluch auswählen würde, der ihn blind machte. Über die Jahre verlor er auch noch die letzten Gesangsschüler und langsam auch ein bisschen seinen Verstand. Der heute
74-Jährige lebt in einem mittelmäßigen Pflegeheim, wo in Caliope vor fünf Jahren nach einem klärenden Brief ihrer Mutter auftrieb. Er konnte seine Tochter zwar nicht sehen, aber immerhin freute er sich darüber, eine solche zu haben. Caliope beteiligt sich zu einem kleinen Teil an den Pflegekosten, aber es wäre nicht fair zu sagen, dass Aynsley sie nur deshalb mochte. Tatsächlich tut ihm ein bisschen Gesellschaft auf seine alten Tage gut. Caliope findet ihren Vater ganz nett, aber um ihr einen wirklichen Halt zu finden, ist er schon zu sehr von seinem Alter und der Blindheit eingeschränkt.
OTHER RELATIVES
Vor allem mütterlicherseits hat Caliope einige Verwandte, die hier eine Erwähnung finden müssen. Zuerst wäre da
LUCIEN BEAUMON und dessen Ehefrau
. Lucien ist gleichzeitig ihr Onkel und ihr Pate ist. Selbst nach dem offiziellen Bruch der Familie gab er den Kontakt nie ganz auf, war im Notfall immer für Caliope da. Auch die älteste Cousine namens JUNIPER hält noch zu Caliope. Sie ist eine der wenigen Freundinnen, die ihr aus früherer Zeit geblieben ist. Als die erzwungene Familientrennung noch frisch war, gaben die Treffen mit Juniper ihr Kraft, auch jetzt kann sie immer auf ihre Cousine zählen. Schwieriger ist es schon mit den jüngeren Kindern Luciens, MAURICE UND HONOR. Jene Cousins scheinen die Reinblutideologie so verinnerlicht zu haben, dass sie Caliope ebenso ignorieren wie ihr Bruder und Stiefvater. Auf der anderen Seite steht die Familie ihres zweiten Onkels und Bruders ihrer Mutter, ALEXANDRE BEAUMONDer Kontakt beschränkt sich da vor allem auf dessen Tochter und Caliopes Cousine CHARLOTTE, die heimlich wieder Kontakt zu ihrer älteren Cousine aufgenommen hat. Caliope fühlt sich ihrer jüngsten Cousine schon verbunden, auch wenn der Kontakt noch nicht so lange wiederhergestellt wurde.
your characteristics
"TO BE HONEST: WE'RE ALL COMPLETELY MAD HERE. I THINK WE ALL WOULD NEED A THERAPIST. ESPECIALLY HARRY POTTER AND DUMBLEDORE. BUT ENOUGH OF THEM - LIE DOWN ON OUR COUCH AND TELL US SOMETHING ABOUT YOUR CRAZY HABITS."
CHARACTER
Wem Caliope auf dem Flur des Ministeriums begegnet, dem schenkt die Aurorin ein freundliches Lächeln. Nicht wirklich überschwänglich, aber so wirkt sie doch freundlich und grundsätzlich offen, zwei Eigenschaften, die einen wichtigen Teil ihres Lebens ausmachen. Denn Caliope ist anderen gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt und gibt nicht viel auf Gerede über diese oder jene Person. Da macht sie sich lieber ihr eigenes Bild. Schließlich weiß sie selbst, wie sich das anfühlt, wenn man durch ein simples Merkmal, wie z.B. die Zugehörigkeit zu einer Familie, schon in einer bestimmten Schublade landet. In ihrem Fall war es die der jungen Frau, deren Intelligenz oder Wünsche keine große Rolle spielten, die stattdessen brav nach den Vorstellungen des Vaters zu handeln hatte. Damit tat sich die Aurorin schon früh schwer, auch wenn sie ihre Liebe zu freien Entscheidungen lange im Kreise der Familie nicht zeigte. Erst gegen Ende ihrer Schulzeit äußerte sie sich offener und merkte, wie gut sich das trotz der Kritik der Familie anfühlte. So beschloss sie, sich nicht mehr den Mund verbieten lassen zu wollen. Die Aurorin weiß allerdings auch, wann es besser ist, zu schweigen. Meistens jedenfalls. Wenn ihr Temperament mit ihr durchgeht, dann überlässt sie hin und wieder doch ihrem inneren Kind das Reden. Hinterher ärgert sie sich oft darüber, denn dieses Verhalten bringt sie doch selten zu ihrem Ziel. Sie wäre gerne einer dieser Menschen, die überlegt handeln und nichts Vorschnelles tun. Dabei reagiert sie oft intuitiv, was häufig gut funktioniert, da ihre Intuition sie meistens zu guten Entscheidungen führt. Es gelingt der jungen Frau in vielen Situationen, die Lage schnell zu überblicken und logische Handlungen folgen zu lassen. Sie kann außerdem gut argumentieren und andere damit auf ihre Seite ziehen. Eigenschaften , die ihr in ihrem Beruf sehr weiterhelfen.
In ihrem Privatleben würde diese Art der schnellen Analyse sicherlich auch weiterhelfen, aber wenn sie der Arbeit den Rücken kehrt, ist Caliope häufig alleine. Ihre Offenheit geht nämlich nur so weit, wie es ihr Privatleben nicht betrifft. Einladungen von Kollegen schlägt sie oft mit Vorwänden aus, die einigermaßen glaubhaft klingen und die die anderen Auroren bisher selten vor den Kopf stießen. Sie ist eigentlich ein geselliger Mensch, aber im Moment sucht sie die Einsamkeit. Schließlich kann sie sich selbst am allerbesten vertrauen, kennt ihre Schwächen und Stärken. Wenn sie alleine ist, muss sie sich nicht verstellen, kann so sein, wie sie es gerne möchte. Der Bruch mit der Familie, bei dem sie nichts mitzureden hatte, hat sie stark verändert. Es war schon heftig, plötzlich ohne ihre Familie dazustehen, ohne Menschen, denen sie ihr ganzes Leben lang vertraut hatte. Ohne Wurzeln, die doch einen großen Teil ihrer Identität ausgemacht hatten, wenn manchmal auch nur, um sich von jener Familie zu distanzieren. Besonders der Verlust ihres Halbbruders als Bezugsperson schmerzt bis heute so sehr, dass sie wenig Lust hat, sich nach neuen Personen umzusehen, die seinen Platz einnehmen könnten. So lebt die Französin mit englischer Staatsbürgerschaft ziemlich zurückgezogen, um sich selbst zu schützen. Natürlich fühlt sie sich dabei hin und wieder auch einsam im negativen Sinne geradezu verlassen und hadert mit ihrem Schicksal. Meistens überwiegen aber die Momente, in denen sie es genießt, sich von niemand anderem etwas sagen lassen zu müssen. Was ihr übrigens in ihrem Job meistens gar nicht so schwer fällt, sofern die Anweisungen denn in ihren Augen sinnvoll sind. Ihr Maßstab dafür sind geltende Gesetze und, sogar noch wichtiger, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Gerade damit hadert sie in letzter Zeit immer wieder und spürt, dass ihr Gerechtigkeitsbewusstsein sie dazu drängt, auch dafür einzustehen. Das allerdings stellt sie vor das Problem, dass sie sich eigentlich keinen Gruppen anschließen will, jegliche Abhängigkeit vermeiden will. Nur weiß Caliope auch, dass sie als Einzelkämpferin wenig ausrichten kann. Ein Dilemma, das sie bisher noch nicht auflösen konnte. Eine ausreichend große rebellische Grundhaltung für den Kampf gegen die aktuell zunehmende Dunkelheit hätte sie auf jeden Fall.
Unabhängigkeit
Freiheit
das Meer
lesen
französisches Essen
Muggel-Kinos
die Nacht
Ihren Job
Gerechtigkeit
Toleranz
die Farbe Gelb
Ihr Kniesel Klio
Gitarre spielen
Singen
Stille
Schallplatten
Standard-Tänze
klassische Musik
Ihre „frühere“ Familie
Extremismus
Arroganz
Ihr Temperament
Lärm vieler Menschen
Brokkoli
Hitze
Überheblichkeit
Die aktuelle Politik
Husten haben
Zu grelles Licht
Schlechte Geiger
Unzuverlässigkeit
Techno-Musik
Autos
Scheinheiligkeit
Fingerknacken
Kaffee
the real madness
"OKAY NOW THAT WE'VE LEFT YOUR CHARACTER BEHIND - LET'S GO DEEPER INTO YOUR PSYCHE WHERE THE REAL MADNESS LIES. YOU KNOW STUFF LIKE DREAMING ABOUT UMBRIDGE BEING A STRIPPER OR HAVING A SECRET CRUSH ON HAGRID..."
DEMENTOR
GEFÜHL DER ENTWURZELUNG
Würde Caliope einem Dementor begegnen, dann würde er sie an den Abend zurückversetzen, als ihre wahre Herkunft offenbart wurde. Die Entwurzelung, die sie dadurch erfahren hat, prägt sie bis heute und belastet sie oft auch schon so, ganz ohne Anwesenheit eines Dementors. Vor diesem Tag hatte sie das Gerede von gebrochenen Herzen immer lächerlich gefunden, aber leider musste sie selbst lernen, wie grausam sich das anfühlen kann.
BOGGART
EINSAMKEIT
Lange stellte Caliopes Irrwicht ihre tote Mutter dar, besonders wohl deshalb, weil sie seit dem Bekanntwerden des Geheimnisses um ihre Herkunft kaum noch Kontakt zu ihr hatte. Nun ist ihre Mutter verstorben, womit sich die Irrwicht-Gestalt auch veränderte. Caliope ist seither keinem mehr begegnet, also weiß sie nicht, was ihr jener zeigen würde. Ehrlich gesagt schreckt sie auch davor zurück, sich damit zu beschäftigen, was aktuell ihre größte Angst ist. Nicht besonders professionell für eine Aurorin, zugegeben. Aber sie möchte sich nicht eingestehen, dass der Irrwicht
sie selbst als alte, einsame Frau zeigen würde. Denn so sehr sie die Einsamkeit aktuell schätzt, so ist die Vorstellung, dass sie auf Dauer ohne jeglichen Anschluss dasteht, wirklich furchtbar.
PATRONUS
ORCA
Im Laufe ihrer Auroren-Ausbildung lernte Caliope, wie man einen gestaltlichen Patronus beschwören kann. Hilfreich war eine Erinnerung aus ihrer Kindheit, die vielleicht den ersten Augenblick banal wirken mag. Es ist das Bild, wie sie mit ihrer Mutter und Casper gemeinsam auf dem heimischen Sofa sitzt und die Mutter ihr zum ersten Mal ihre Lieblingsgeschichte aus der Märchensammlung von Beedle dem Barden vorlas. Mit funkelnden Augen lauschten die beiden Geschwister ihrer Mutter in scheinbar perfekter Harmonie. Das völlige Glücksgefühl reichte aus, um einen Orca zu erzeugen, der elegant durch die Luft glitt, als wäre es Wasser. Caliope begriff erst später, warum gerade dieses Tier so gut passte, Schwertwale sind schließlich Tiere, die oft falsch gesehen werden. Besonders in Wasserparks, wo man sie dressiert und zu Vergnügungszwecken ausstellt. Wie Caliope, die sich als scheinbar reinblütige Tochter eines einflussreichen Magiers oft so vorkam, wie ein begutachtetes Tier, überprüft auf die Heiratsfähigkeit. Hinter dem Orca verbirgt sich aber auch eine Walart, die sich auf Angriffe spezialisiert hat und dazu noch sehr intelligent ist. Auch in Caliope ist diese kämpferische Art vorhanden, mit der sie sich gut durchsetzen kann. Und sie ist definitiv auch mehr als eine Ehefrau, die nur hübsch aussehen soll.
MIRROR OF ERISED
EIGENE STARKE IDENTITÄT
Der größte Wunsch der Französin ist es momentan, wieder eine gefestigte Identität zu bekommen. Natürlich ist sie auch jetzt jemand, aber seit dem Ausschluss aus ihrer Familie und nun auch noch dem Tod ihrer Mutter fühlt sie sich seltsam leer und niemandem zugehörig. Das lässt sich in einem Spiegelbild gar nicht so einfach darstellen. Sicherlich würde sie sich selbst im Zentrum sehen und um sie herum Menschen, die ihr Halt und Anerkennung geben, ihr bei ihrer Identitätsfindung behilflich sein könnten. Wer genau im Spiegel erscheinen würde, ist unklar. Womöglich ihr Bruder oder jemand, zu dem sie außerhalb der ehemaligen Familie eine Beziehung aufbauen wird. Die Zukunft ist in dieser Hinsicht noch zu vage und zu sehr abhängig von den Entscheidungen, die die Aurorin selbst oder andere Personen in ihrem Umfeld treffen werden.
AMORTENTIA
MEER, MOOS, WEISSE SCHOKOLADE, DUNKLES VIOLETT
Würde jemals jemand Caliope einen Amortentia brauen, von was sie im Übrigen nicht ausgeht, dann hätte er eine tiefdunkle, violette Farbe, kaum von Schwarz zu unterscheiden bei geringem Lichteinfall. Außerdem würde er nach Meer und Moos duften, zwei Gerüche also, die Caliope auf ihren einsamen Spaziergängen immer begleiten. Die letzte Duftnote wäre weiße Schokolade, die die Aurorin am liebsten in Form heißer Schokolade am Kaminfeuer bei einem guten Buch genießt.
your magical timeline
"I REALLY DO HATE HISTORY OF MAGIC. BUT WE CAN'T LEAVE OUT THAT PART - SO BORE ME WITH YOUR 'MAGICAL HISTORY'."
TIMELINE
KINDHEIT . 1967-1978
Ein paar Wochen früher als ausgerechnet kam in der Nacht des Monatswechsels von Juli zu August im Jahre 1978 das zweite Kind der französisch-englischen Zaubererfamilie Moreau zur Welt. Aufgrund der scheinbar früh eingesetzten Wehen war die werdende Mutter in das französische Zauberkrankenhaus in Paris eingeliefert worden, man wollte schließlich nichts riskieren. Caliope, wie man die kleine Tochter nennen sollte, machte allerdings nicht den Eindruck, als sei sie zu früh auf die Welt gekommen war. Was womöglich daran liegen konnte, dass Cassandre den Termin absichtlich auf September verschoben hatte, war ihr Ehemann im November 1977 doch fast die ganze Zeit beruflich unterwegs gewesen. Vielleicht hätte er Verdacht geschöpft, hätte sie ihm Anfang August als Geburtstermin präsentiert. Vielleicht aber auch nicht, denn Maxime Moreau gab sich nicht wirklich mit so etwas ab. Ihm fiel nicht mal auf, dass das kleine Mädchen eigentlich schon viel zu groß war für die scheinbare Frühgeburt. So begann Caliopes Leben unter einem guten Stern, schließlich war die Familie Moreau wohlhabend und im Kreise reinblütigen Familien angesehen. Schon früh bekam Caliope den Druck zu spüren, den das mit sich brachte, wenn auch nicht so oft am eigenen Leib. Oft hatte sie das Gefühl, dass Caspar, ihr großer Bruder, weitaus mehr damit konfrontiert war. Das schien Sinn zu machen, war er zum einen der Familienerbe, zum anderen ebenfalls mit der hellseherischen Gabe gesegnet. Nicht immer fand sie das gerecht, weshalb sie immer zu ihm stand. Es tat ihr beinahe leid, dass es ihr immer etwas leichter fiel, schulische Dinge wie Lesen und Schreiben im Hausunterricht zu meistern. Und dass sie schon mit sechs Jahren das erste Anzeichen von Magie zeigte, während es bei Caspar erst ein Jahr später so weit war, machte ihr sogar ein schlechtes Gewissen. Dabei war es keine Absicht gewesen, dass das Grammophon ihrer Oma sich immer schneller drehte, bis die Nadel eine tiefe Rille in die Platte ritzte. Grund dafür war Caliopes Tanz gewesen, denn sie hatte so überschwänglich zu dem Musikstück ihre etwas schrägen Pirouetten auf dem dicken Teppich gedreht, dass die Platte sich dem freudigen Tempo angepasst hatte.
SCHULZEIT IN BEAUXBATONS . 1978-1985
Nachdem Caspar schon 1976 nach Beauxbatons gegangen war, hatte sich Caliope oft einsam gefühlt. Ihre liebevolle Mutter hatte ihr den Bruder zwar nach Kräften zu ersetzen versucht, aber ein etwa gleichaltriger Spielgefährte war doch etwas anderes. In jeden Ferien hatte sie Caspar über das Internat ausgefragt und fieberte ihrer Aufnahme dort so sehr entgegen, dass sie beinahe vor Nervosität die Treppe heruntergefallen war, als sie diese heruntersprang, um denjenigen zu begrüßen, der sie persönlich über ihren Platz an dieser Schule informierte. Mit derselben Vorfreude brach sie zu ihrem ersten Schultag auf, auch wenn ihr Vater noch einmal eingebläut hatte, dass sie sich zu benehmen hatte und jetzt nicht mehr wie ein unbändiges Kind durch die Gänge des ehrwürdigen Instituts springen durfte. Trotz der ganzen Ermahnungen fand sich Caliope sehr schnell ein, war von Anfang an eine ganz gute Schülerin, in für sie interessanten Fächern sogar herausragend. Sie war anfangs etwas irritiert, weil Caspar andere Freunde gefunden hatte, merkte aber, dass es ihr schnell auch so ging. Trotzdem blieb ihr großer Bruder immer ein wichtiger Bezugspunkt für sie, auch wenn sie bald einen eigenen Freundeskreis hatte. Je länger sie in Beauxbatons war, je mehr spürte sie, dass sie sich in diesem Schloss öffnen konnte, nicht immer in den einengenden Regeln und Grenzen ihres Elternhauses gefangen war. Natürlich musste sie immer Bericht erstatten, besonders über die Noten, aber ihr Vater konnte nun mal nicht jeden ihrer Schritte überwachen.
Zu Beginn ihrer Schulzeit hatten sich ihre Freundschaften vor allem auf Reinblüter-Kreise erstreckt. Das war einfach naheliegend, da sie schon viele der Kinder aus reinblütigen Familien kannte. Sie waren schließlich bei den Veranstaltungen, die in Reinblut-Kreisen hin und wieder stattfinden, ebenfalls anwesend gewesen und hatte ihr so manche öde Stunde einfacher gemacht. Man fühlte sich in diesen Kreisen auch wohl und selbst Caliope fand, dass sie alle etwas Besonderes waren. So hatte sie das gelernt, gerade ihr Vater vertrat diese Einstellung vehement. Und auch wenn die Reinblüter in Frankreich den anderen Magiern einigermaßen gleichgestellt waren, so zeichnete sich doch im benachbarten England ein anderer Trend ab. Die junge Schülerin wusste, dass ihr Vater dort auch deshalb oft unterwegs war. Und auch wenn sie innerhalb der Reinblut-Ideologie aufgezogen worden war, so fand sie das brutale Vorgehen der Gruppe um diesen ominösen Dunklen Lord verstörend. Allerdings merkte sie, dass sie mit diesen Ansichten bei den meisten aus ihrem Freundeskreis auf taube Ohren stieß. So erweiterte sie diesen vorsichtig, zählte bald schon Halbblüter zu ihren Freunden, mit denen sie offener über gewisse Themen sprechen konnte. Als sie gerade 14 geworden war, nahm der Aufstieg der englischen Reinblüter ein jähes Ende. Caliope las verblüfft, regelrecht ungläubig, dass daran ein kleines Baby schuld gewesen sein sollte. Wie sehr das ihre eigene Familie beeinflussen sollte, begriff sie allerdings erst, als Maxime mit Fluchschäden nach Hause kam, die sein Leben völlig verändern sollten. Er tat Caliope leid, aber war er nicht ein bisschen selbst schuld? Immer mehr verlagerten sich ihre Kontakte weg von den Reinblütern hin zu gemischten Gruppen, die eindeutig toleranter waren. Das gefiel ihr, auch wenn es eine Weile dauerte, bis sie ihre alten Ansichten endgültig abgelegt hatte. Gerade auch die Stunden in
Débattre & discuter, was quasi eine Art Debattierclub war, festigten ihre neuen Überzeugungen. Nur ließ sie zuhause nur wenig von ihnen verlauten, denn sie ahnte, dass diese gerade ihrem Vater aufstoßen würden, und sie hatte keine Lust auf diese Konfrontation.
AUSBILDUNG & UMZUG . 1985-1990
Mit dem Ende der Schulzeit stellte sich langsam aber sicher doch die Frage, was Caliope danach mit ihrem Leben anfangen wollte. Sie wusste, dass von Elternseite nicht erwartet wurde, dass sie einen bestimmten Beruf ergriff. Auch wenn ihre Eltern keine Zwangsehe arrangiert hatten, war immer klar gewesen, dass die Aufgaben eine Moreau’schen Tochter vor allem in denen einer Ehefrau und Mutter liegen sollten. Für eben jene Tochter kam das nur dummerweise nicht in Frage. Spätestes im Jahr ihrer MEFDES war Caliope klar geworden, dass sie keine Lust auf dieses Leben hatte, jedenfalls nicht dann, wenn es nur den Wechsel aus der väterlichen Abhängigkeit in die eines Ehemanns bedeuten würde. Während Caspar in Odette jemanden gefunden hatte, mit dem er sich eine Ehe vorstellen konnte, hatte Caliope nicht mal Lust, sich überhaupt in diese Richtung umzusehen. Sie fand sich noch viel zu jung, um sich endgültig festzulegen, auch wenn ihre Mutter im ähnlichen Alter geheiratet und Kinder bekommen hatte. Maxime war nicht begeistert davon, dass seine Tochter einen Beruf erlernen wollte, erlaubte ihr aber schließlich einen Schreibtischjob in einer der Abteilungen des französischen Ministeriums für Zauberei. Caliope ging jeden Tag weniger gern ins Büro, sie fand es einfach unglaublich langweilig. Diskret begann sie, einen anderen Plan zu verfolgen. So reichte sie ihr MEFDES-Zeugnis im Büro für Internationale Angelegenheiten des britischen Ministeriums ein, um die Anerkennung desselben zu beantragen. Sie wollte einen Job, in der sie für ihre Ideale einstehen konnte, und die waren nun mal weniger die vorlagengerechte Erstellung von Akten als das Eintreten für Gerechtigkeit. Nach der Anerkennung, die dank der ganzen bürokratischen Hürden etwas gebraucht hatte, bewarb sie sich für einen Ausbildungsplatz als Aurorin.
Als im Juni 1987 die Zusage für eben jenen kam, spazierte sie möglichst selbstbewusst zu ihren Eltern und fragte, ob sie als Aurorin arbeiten dürfe. Sie verschwieg, dass die Zusage längst da war, denn sie hatte das Gefühl, dass ihr Vater ungern vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Ihre rhetorischen Fähigkeiten waren allesamt nötig, um ihn von ihrer Idee zu überzeugen. Sie musste ihm allerdings versprechen, dass sie artig im Familienanwesen in Blackpool leben würde, wenn sie schon eine solche Ausbildung begann. Caliope sagte zu, auch wenn sie ahnte, dass sie dieses Versprechen nicht ganz so eng einhalten würde. Tatsächlich fand sie während der Aurorenausbildung, die sie mit Begeisterung erfüllte, schnell Freunde. Es tat gut, wieder unter Menschen zu sein, die in den meisten Fällen nach den gleichen Zielen strebten wie sie. Gerade mit den anderen Auszubildenden verstand sie sich richtig gut und ging oft mit ihnen feiern, trank ein bisschen zu viel und fand sich des Öfteren am Morgen im Bett irgendeines mehr oder weniger bekannten Mannes wieder. Ihr gefiel die Freiheit, die sie hatte, und sie genoss sie in vollen Zügen. Im Herbst 1988 zog sie bei einer guten Freundin aus der Aurorenabteilung ein, war bei dieser doch gerade ein WG-Zimmer freigeworden.
Davon erzählte sie ihren Eltern nichts, aber nach ein paar Monaten flog es dann doch auf, weil sie sich immer seltener in Blackpool blicken ließ. Ihr Vater tobte, aber sie ließ es sich nicht mehr verbieten. Sie hielt ihm entgegen, dass sie bisher doch trotzdem immer aufgetaucht war, wenn er dies wollte. Das war sie tatsächlich, auch wenn sie keine Lust auf die ganzen Soiréen, Tanzveranstaltungen oder dergleichen hatte, zu denen Maxime sie immer her zitierte. Dabei tanzte sie eigentlich sehr gern, aber eben am liebsten dann, wenn sie sich den Tanzpartner selbst aussuchen konnte. Leider konnte sie das in Reinblüterkreisen selten, wurde stattdessen ständig irgendwelchen Junggesellen vorgestellt, von denen sie sich einen aussuchen sollte. Oder besser: sich von ihnen aussuchen lassen sollte. Darauf hatte Caliope nun überhaupt keine Lust, weshalb sie immer sehr offensiv in die Gespräche ging und deutlich machte, dass sie eine unabhängige Frau war und auch bleiben wollte. Bei den meisten Heiratswilligen reichte das schon aus, um sie zu vergraulen. Ihr Vater wurde zwar langsam ungeduldig, aber noch war sie nicht so alt, als dass er ein Machtwort hätte sprechen müssen. Zumal ihm das wohl auch immer schwerer fallen würde, je mehr Schaden die Flüche in seinem Körper anrichteten, diesen immer mehr schwächten. Die junge Aurorin sah das nur ab und zu, weil sie einfach zu selten zuhause war und lieber ihr Leben in London lebte, immer noch bestimmt von Unabhängigkeit, Partys und ihrem geliebten Job als Aurorin.
BRUCH MIT DER FAMILIE & TOD DER MUTTER . 1992 – 1995
Das Leben schien ganz wunderbar zu sein. Und wie so oft, wenn etwas scheinbar perfekt war, trübte etwas die gute Stimmung. In Caliopes Fall war es schon mehr als eine Eintrübung, vielmehr wurde ihre Welt auf den Kopf gestellt. Dabei glaubte sie nicht, dass an den Gerüchten an ein Überleben des Dunklen Lords etwas dran war. Nur schien Maxime das anders zu sehen, nutzte seine noch vorhandenen magischen Kräfte, um durch seinen Sohn Caspar mithilfe eines Imperius-Fluches zu Beginn des Jahres 1992 sein Leben weiterführen zu können. Caliope fiel auf, dass ihr geliebter Bruder sich veränderte, aber ihre Skepsis war anfangs nur schwach. Sie saßen sich eben nicht mehr viel, womöglich hatte seine Verlobte einen weniger guten Einfluss auf Caspar oder was auch immer. Hätte sie geahnt, was mit ihrem Bruder passierte, hätte sie wohl eingegriffen. So war sie aber noch nicht schlüssig, ob die Veränderung ernsthaft besorgniserregend war, als ihr Vater sie im Mai 1992 mit einem hochgradig unwirschen Brief ins familieneigene Anwesen im Burgund zitierte. Wie betäubt hörte sie, wie er geheime Briefe ihrer Mutter an einen gewissen Aynsley Purcell gefunden hatte, die eindeutig bewiesen, dass sie, Caliope, nicht Maximes Tochter war, sondern Aynsleys. Ihre Mutter sagte gar nichts, saß nur wie ein Häufchen Elend auf der Chaiselongue und nickte nur knapp, als Caliope sie fragte, ob das alles wahr sei. Schlimmer als die Verachtung Maximes war jene Caspars, die ihr ebenso feindselig entgegenschlug. Aus Vater wurde Stiefvater, aus Bruder Halbbruder. Caliope konnte wohl von Glück sagen, dass sie an diesem Abend heil aus dem Haus gehen konnte, aus dem sie mit sofortiger Wirkung verbannt worden war.
In der Folge veränderte sich das Leben der Aurorin vollständig. Für ein paar Tage schloss sie sich in dem WG-Zimmer, dass sie immer noch bewohnte, ein, bevor sie über Nacht auszog und einen vagen Entschuldigungsbrief an ihre Mitbewohnerin hinterließ. Sie wohnte eine Zeitlang in Hotels oder verbrachte Zeit mit ihrer Cousine Juniper, an deren Schulter sie sich häufig ausweinte und die nicht viel darauf gab, dass Caliope aus der Familie ausgeschlossen worden war. Nach wenigen Wochen zog sie in ein Studio in Lambeth, das sie aber nie richtig einrichtete. Es schien so, als wäre ihr mit ihrer Familie ein Großteil der eigenen Identität verloren gegangen. Sie zog sich auch aus ihrem Freundeskreis, den sie unter den Auroren gefunden hatte, immer weiter zurück. Als sie im Frühjahr 1993 einen Brief ihr Mutter erhielt, den sie aus dem Anwesen hatte schmuggeln können, erfuhr sie endlich etwas mehr Details zu ihrem tatsächlichen Vater. Dank ihrer Beziehungen im Ministeriums war Aynsley Purcell nach einiger Zeit ausfindig gemacht worden. Den alternden Magier, früher einer der begnadetsten Sänger der europäischen Zauberwelt, fand sie schließlich in einem Pflegeheim, da er erblindet war und langsam unter Altersdemenz litt. Dennoch freute er sich aufrichtig, seine Tochter kennenzulernen und war bestürzt darüber, was ihre Familie ihr angetan hatte. Das tat Caliope gut, aber es wollte sich kein Gefühl einer wahren Vater-Tochter-Beziehung einstellen. Dennoch hilft es ihr zu wissen, dass sie jederzeit mit ihrem Vater reden konnte, den sie seit jenem ersten Treffen mindestens einmal in der Woche besucht und mit ihm gemeinsam singt, über ihre Mutter, sein Leben oder ihr eigenes spricht. Es ist allerdings nicht sehr hilfreich, dass ihr Vater immer mehr in die Demenz rutscht und nicht immer der beste Gesprächspartner ist.
Zeitgleich zur Finsternis in ihrem Leben schien sich auch die Zauberwelt wieder zu verdunkeln. Gerüchte um die Rückkehr Voldemorts verfestigten sich, spätestens nach dem Trimagischen Turnier glaubte Caliope fest daran, dass er wirklich nicht tot war. Sie verfolgte mit großer Sorge den Ausbruch einiger Todesser aus Askaban im Sommer 1995, bei dem die Auroren viel zu spät auftauchten und nichts mehr ausrichten konnten. Es war das erste Mal, dass sie das Gefühl hatte, dass sie und ihre Kollegen nicht mächtig genug waren. Während andere noch versuchten, Übergriffe als Einzelfälle zu deklarieren, nahm Caliope jeden davon aufmerksam war. Zu Halloween 1995 der Angriff auf Hogsmeade, der ihr besonders zu Herzen ging, weil das kleine Dorf so nahe an der britischen Zauberschule lag. Dann gesellte sich auch noch eine weitere familiäre Tragödie zu der allgemein düsteren Situation. Über ihre Kontakte, die sie dank ihrer Verwandtschaft mütterlicherseits doch noch mit ihrer Familie hat, bekam sie die schreckliche Nachricht, dass ihre Mutter ermordet worden war. Viele Details schien es nicht zu geben, lediglich die Tatsache, dass ein unbekannter Todesser ihr Leben geraubt hatte, und das auch noch zuhause. Für Caliope ist es eindeutig, dass ihr Vater und ihr Bruder die Finger im Spiel hatten, auch wenn sie das nicht beweisen kann. Über den Jahreswechsel 1995/1996 war die Aurorin jedenfalls kaum ansprechbar, brauchte einige Wochen, bevor sie wieder arbeiten konnte.
AUFSTIEG VOLDEMORTS BIS HEUTE . 1996 – jetzt
Immer mehr Ereignisse häuften sich. Angriffe auf das Zaubereiministerium und den Minister selbst, gar die Ermordung des Premierministers der englischen Muggel. Die Aurorin war bei einigen Ereignissen vor Ort, konnte zwar Unschuldige und Unbeteiligte retten, aber das eigentliche Unheil nicht verhindern. Das frustrierte Caliope, frustriert sie heute noch, wenn sie nichts tun kam, um die Dunkelheit aufzuhalten. Immerhin konnte sie am ersten Tag der Sommerferien im Jahre 1996 mit anderen Auroren und Mitgliedern des Phönixordens verhindern, dass jemand bei dem Angriff der Todesser auf den Hogwartsexpress ums Leben kam. Sie landete zwar mit einer leichten Fluchverletzung für zwei Wochen im St. Mungos, verließ dies aber rechtzeitig, um die Attacke auf das Krankenhaus nicht noch als hilflose Patientin miterleben zu müssen.
London erschien ihr immer mehr wie ein düsterer Ort, so dass sie im Herbst 1996 ihre lieblose Wohnung zurückließ und stattdessen nach Sheerness zog. Dass sich die Lage zusehends verschlechterte, war unübersehbar, und bedrückte Caliope immer mehr, was mit dem Tod Kettleburns einen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Heute weiß sie, dass das noch lange nicht das Ende war. Erst der schreckliche Angriff auf den Zirkus in Greenwich, bei dem die Auroren wie so oft zu spät kamen und die Katastrophe nicht verhindern konnten. Den Anblick der vielen Toten und Verletzten verfolgt Caliope bis heute in mancher Nacht in finster-verwirrenden Träumen. Es hilft nicht wirklich, dass sie sich nicht entscheiden kann, ob sie mehr gegen die Bedrohung tun sollte. Eigentlich ist sie der Meinung, dass sie als Aurorin am richtigen Platz ist, um gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen. Nur hat sie immer mehr das Gefühl, dass das Ministerium diesen Kampf gar nicht ernsthaft aufnehmen will, ganz im Gegenteil. Seit dem Machtantritt von Pilgrim und den Ereignissen in Greenwich kommt es der jungen Frau so vor, als würde das Ministerium immer weniger seiner Aufgabe gerecht werden, nämlich die einer gerechten Regierung und Verwaltung aller Zauberer dieses Landes. Nicht einmal im Kreis der Auroren schien sie noch wirklich sagen zu dürfen, was sie dachte, besonders über Maßnahmen wie zum Beispiel die Benachteiligung von muggelgeborenen Zauberern im Berufsleben.
Nachdem sie zu Beginn eher geschwiegen hatte, rutscht Caliope in letzter Zeit immer häufiger kritischer Kommentar zu jenen Vorgängen heraus, weshalb sie leider in ihrer Abteilung etwas negativ auffällt. Sie weiß, wie unklug das ist, aber in ihr sträubt sich einfach zu sehr etwas gegen diese ungleiche Behandlung. Dennoch wurde ihr erst vor kurzem klar, auf welchem dünnen Eis sie sich bewegt. Denn sie wurde dazu bestimmt, ihre Loyalität zu beweisen, in dem sie die neue Personenschützerin von Zacharias Eppstein werden sollte. Am liebsten hätte Caliope abgelehnt, aber ihr Chef hatte ihr klargemacht, dass sie keine Wahl hatte. Also nahm sie den Auftrag zähneknirschend an, auch wenn sie absolut keine Lust verspürt, für einen der hochrangigen Politiker zu arbeiten. Für einen kurzen Augenblick hatte sie wirklich mit dem Gedanken gespielt, das Ministerium zu verlassen, in dem sich so viel aus ihrer Sicht in die falsche Richtung erwartet. Dann müsste sie auch ihren Halbbruder nicht so oft sehen, der ihr ab und an auf den Fluren begegnet. Immerhin nicht so oft, da ihre Bereiche sich glücklicherweise nicht oft überschnitten. Und doch schlug sie jedes Mal am liebsten einen anderen Weg ein, wenn sie seinen schwarzen Haarschopf erblickt, noch bevor die grünen Augen sie sehen konnten. Keine einfache Zeit für die Aurorin, die nun neben ihrer fragilen, entwurzelten Identität auch noch mit den Auswirkungen der immer größer werdenden Macht der Todesser um den Dunklen Lord zu kämpfen hat.