#1
Scrimgeour. „Der aus dem Ministerium?“ Der, ja. Die hier aber auch. Aber anders als ihr Vater Rufus ist Harriett kein
Mitarbeiter des Monats - Scrimgeour aus der Aurorenabteilung sondern
die Hitwizard-Scrimgeour. Ja, genau
die. Die, bei der man lieber fertig ist mit seinem Essen wenn sie sich mit an den Tisch dazu setzt. Die, die zu 96% der Zeit aussieht als wäre sie mit dem Phänomen einer Haarbürste nie vertraut gemacht worden; die, die dir einen Schlag vor den Hinterkopf gibt wenn du nicht schnell genug denkst oder was sagst das ihr nicht passt. Die, die ihrem Vater zwar schon irgendwie Ehre aber auch wirklich richtig viele Sorgen macht. Nicht weil sie nicht selbst auf sich aufpassen kann, sondern weil sie mit ihrer großen Klappe ständig Gefahr läuft irgendein Disziplinarverfahren wegen Beleidigung oder Störung der öffentlichen Ruhe und Sitte angehängt zu bekommen. Die, die als Kind doch eigentlich verheißungsvoll in das Schnittmuster einer Bilderbuchprinzessin gepasst hätte aber sich dann dazu entschied viel lieber Typ
alter Haudegen zu sein. Bis heute. Harriett ist viele Dinge, eine Lady ganz sicher nicht.
Aber auf Anfang, da sind Rufus und seine Frau Aloisia, von der immer alle sagen, dass sie blind sein muss um sich so einen Mann ausgesucht zu haben, weil sie selbst nämlich wirklich hübsch ist. Und nicht dumm, nein, nicht einmal das. Dass sich da irgendwo hoch oben in ihrem Stammbaum eine Veela befindet wissen nur wenige, es spielt ja auch keine Rolle, weil zumindest in Harrietts Fall kein Aussehen und Charme jemals diese Kodderschnauze wett machen könnten. Anders verhält es sich da mit ihren Schwestern. Eine ist älter, eine war jünger und einen Bruder gibts gratis oben drauf, ebenso wie einen Cousin der aber wie ein Bruder gehandelt wird.
Die Kernfamilie besteht demnach aus sieben Personen und ist also wie folgt:
Rufus Scrimgeour als Vaters; ein stolzer Mann mit politischem Weitblick, einer starken Persönlichkeit und, most importantly, ein respektierter Auror.
In der Rolle der Mutter
Aloisia Scrimgeour, der die Ästhetik in jede Pore geschrieben steht. Sowohl im Aussehen als auch in Kleidung, Stil, Bewegung und Aussprache ist sie schön, einfach schön. Und was macht ein feengleiches Wesen mit einem Herz aus Gold beruflich? Natürlich, schreibt Kinderbücher. Die sich auch allesamt so gut verkaufen, dass Rufus seinen Job auch an den Nagel hätte hängen können. Durfte er aber nicht, strikte Auflage seiner Frau, die nicht will, dass ihr Mann den ganzen Tag zu Hause rumhängt. Die Eckpunkte ihres Aussehens hat sie vielleicht an Harriett weitergegeben, aber das Gesamtpaket ging stattdessen an die Erstgeborene.
Carla Scrimgeour als älteste Tochter, die das Rollenbild wirklich hervorragend verkörpert und Harriett somit die Freiheiten einräumt all das nicht tun zu müssen. Müsste Carla auch nicht, die Scrimgeours sind progressiv und lassen ihren Kindern in der Entwicklung alle Freiheiten. Harriettt also der Wildwuchs und Carla der adrette Rosenstrauch ohne Dornen.
Die liebere Gesellschaft ist Harriett dann oft ihr Bruder
Finneas. Er hat den besten Job der Welt, findet Harriett, denn das Bruderherz hat sich dazu entschieden eine Butterbierbrauerei zu gründen. Seine besten Kunden: Harriett, Harrietts Freunde und er selbst. Das wiederum ist für das Geschäft gar nicht mal so gut.
Und dann ist da noch
Mabel. Mabel, der ungefähr netteste Mensch der Welt und auch wenn sie es nicht immer war, so wird sie doch als solche gehandhabt. Ihr Tod hat einen Krater in die Familie gerissen über den niemand so richtig sprechen kann, sie wird nicht verschwiegen und in allen Gedanken berücksichtigt, aber die Trauer ist für sie alle noch viel zu unbegreiflich und bringt eine Sprachlosigkeit mit sich, die niemand von ihnen überwinden kann.
Weiter geht es mit
Oscar, der wie ein Bruder gehandelt wird aber
eigentlich nur der Cousin ist. Seine Mutter, Rufus Schwester, ließ ihn bei der Familie zurück um irgendeinem Mann - nicht einmal Oscars Vater, vermutlich - durch die Weltgeschichte hinterher zu laufen. Sie lebt noch, das weiß man, aber da hörts auch auf. Da er optisch nahtlos in die Familie passt, ebenfalls den Namen Scrimgeour trägt und von Harriett die gleichen liebevollen Schläge vor den Hinterkopf bekommt wie alle anderen ihrer Generation ist er eben der Ehren-Scrimgeour und spricht Rufus und Aloisia auch als seine Eltern an.
Eine kleine Großfamilie, die seit mehr Jahren als der Natur rechtens scheint um eine
Katze erweitert wird, neben den obligatorischen
Eulen für die Kommunikation. Irgendwer zeigte Rufus mal an, dass er einen nicht angemeldeten Animagi bei sich verstecke. Nahrhafter Boden für Verschwörungstheorien, dass der gestandene Auror doch krumme Dinger am Stecken hat, aber die Wahrheit ist, dass die Katze bald einfach das dreißigste Lebensjahr erreicht weil sie sich durch eine Reihe von Zaubertränken probiert hat. Balanciert noch immer in geschmeidiger, jugendlicher Eleganz über sämtliche Schränke, Küchenzeilen und Regale um herunter zu werfen, was auch immer ihr im Weg steht.
Das Haus der Familie in
Godric’s Hollow ist auch im Erwachsenenalter der Kinder selten ruhig, Rufus und Aloisia würden sich sicher über etwas mehr Zeit ohne den Nachwuchs freuen, aber klassischerweise findet sich eigentlich jeden Tag ein anderer Spross wieder um eine warme Mahlzeit abzustauben.
Wer noch zur Familie gehörte:
Henriette Scrimgeour. Dass Harriett ihr namentlich ziemlich gleich kommt hielt ihre Großtante für keinen Zufall (war es aber), dafür waren sich Henriette und Harriett charakterlich ziemlich ähnlich. Vor ein paar Jahren verstarb die Tante an hohem Alter nach einem langen, gesegneten Leben; hinterließ somit Harriett ihr Domizil in einer Siedlung, die eigentlich für die Betagten ihrer Gesellschaft gedacht war. Nun lebt Harriett da eben, lässt den einst so gepflegten Garten verwildern und zieht damit regelmäßig den Zorn ihrer Nachbarn auf sich. Eine Schreckschraube insbesondere, Harriett bedankt sich indem Jake und sie Frau Wetherby regelmäßig mit im Niveau recht niedrig gehaltenen Gespräch zu nächtlichen Zeiten beglücken, die sie lautstark im Garten führen.
Aber vom Garten mal abgesehen mag Harriett ihr Haus gern und hält es in einem für ihre Verhältnisse erstaunlich gepflegten Zustand, sogar ihre handwerkliche Begabung zeigt sich in der Innenausstattung, von der sie im Laufe der Zeit viel selbst hergestellt hat. Selbstredend, dass sie für ihre Freunde Gästezimmer eingerichtet hat und jeder von ihnen mit Schlüssel ausgestattet wurde, ebenso eigener Tasse und Wolldecke für die kälteren Monate.
#2
SCHULE # 1974 - 1981 im HAUS DER LÖWEN
Das Beste an der Einschulung passiert schon bevor sie das Schloss überhaupt erreichen: Im Hogwarts Express trifft Harriett auf Jake, die Freundschaft ist schnell beschlossene Sache, da sind sie sich einig. Das Schicksal, oder eher der Sprechende Hut, meint es gut mit ihnen und sowohl Jake als auch Harriett werden nach Gryffindor sortiert.
Sie ist in ihren Leistungen über die Jahre recht beständig, keine herausragende Musterschülerin aber das Mittelfeld beschreibt in Sachen Noten ihre untere Grenze. Irgendwann schreibt ihr Vater sich zwar auf den Wunschzettel, dass seine Tochter keine Strafarbeiten mehr ableisten muss, aber genauso gut hätte er sich einen Ritt auf einem Einhorn wünschen können.
Gemeinsam mit Jake kommt sie schließlich auch in die Hausmannschaft und spielt als Treibern, hält vor allem Jake die Klatscher vom Leib und verliert bei der Kollision mit einem solchen permanent einen Backenzahn. Stilecht hat sie sich den durch einen Goldzahn ersetzen lassen, man gönnt sich ja sonst nichts.
ARBEIT # HITWIZARD
Eigentlich bestand lange der Wunsch Aurorin zu werden, nicht, weil ihr Vater ihr das so wunderbar vorgelebt hat, sondern weil sich Harriett hoffnungslos in einen Protegé von Rufus Scrimgeour verliebte. Ein wenig zu unreif für ihr eigentliches Alter kritzelte sie ein
Harriett Jones mit Herzchen drum in ihr Notizbuch, der erweiterte Aufgabenkatalog für die Ausbildung lässt aber den Berufswunsch ziemlich schnell verfliegen, ebenso wie die Verliebtheit. Die Richtung gefällt ihr, aber bitte mit weniger Aufwand; aufgrund ihrer Unentschlossenheit verpasst sie den ersten Ausbildungsjahrgang nach dem Abschluss und arbeitet stattdessen ein Jahr lang als Mädchen für alles im Mungos. Ja sie hat Bettpfannen gereinigt und ja, das hat den Charakter genauso geformt wie ihren Sinn für Humor. Insbesondere Jake hat sich sicher ausnahmslos an allen Kack- und Lachgeschichten aus dem Arbeitsalltag erfreut.
Gemeinsam mit Jake beginnt sie also 1982 die Ausbildung im Ministerium mit der Absicht
Hitwizard zu werden. Gelingt ihr erstaunlich gut, was alle Beteiligten und Familienmitglieder überrascht. Seither arbeitet sie in der Abteilung, sieht für sich auch keinen anderen Karrierepfad
auch wenn die Herausforderungen mit anhaltendem und schlimmer werdendem Krieg größer und intensiver werden.
CHARAKTER # Harriett ist ein Spiegel ihrer Herkunft, damit ist nicht nur gemeint, dass sie wesentliche Teile der Charaktereigenschaften ihrer Eltern in sich trägt, sondern auch, dass ihr Aufwachsen und der Umgang sie maßgebend geformt und geprägt haben. Im Ministerium ist Rufus vermutlich nur bei wenigen als Mann mit sehr trockenem und direkten Humor bekannt, sein Familienleben jedoch basiert darauf und Harriett hat jenen Witz wenn nicht geerbt, dann aber zu 102% übernommen. Dabei übertreibt sie es hin und wieder vielleicht ein wenig, aber nie so, dass sich das Gegenüber wirklich vor den Kopf gestoßen fühlt. Maximal ihre Freunde, die sie durch Spitzen hier und da gern an den Rand ihrer Geduld bringt, aber in erster Linie ist es schlichtweg ein Reflex in so gut wie jeder Situation einen Witz zu machen. Das hebt entweder die Laune oder zeigt glasklar wer keinen Spaß versteht, da kann man sich dann entsprechend fernhalten und am Ende des Tages weitere Scherze drüber reißen. Über sich selbst kann sie dabei aber am besten lachen, selbst Zielscheibe für Spott zu werden, gar kein Problem, Harriett nimmt sich selbst weder sehr ernst noch besonders wichtig.
Das soll aber nicht bedeuten, dass sie kein herausragendes Selbstbewusstsein hat, im Gegenteil, ein bisschen weniger davon würde ihr vielleicht gut tun. Sie vertraut auf sich und ihre Fähigkeiten, sicher eine direkte Hommage an die Erziehung durch ihre Eltern, die allen ihren Kindern vermittelt haben, dass sie wertvolle Individuen sind. Gleichzeitig hat man den Nachwuchs auch mit den richtigen Werten ausgestattet, Harriett zum Beispiel teilt von Herzen gern. Egal was. Ihr Haus, ihr Essen, schon damals in Hogwarts hat sie ihr Taschengeld mit ihrem besten Freund geteilt als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Dabei nimmt sie nie die Position ein gönnerhaft zu wirken, es ist ein simples Verständnis darüber, dass das, was da ist, eben auch aufgeteilt werden kann und sollte. Manchmal ist sie da vielleicht ein bisschen zu sehr in Geberlaune und es wäre besser das eigene Geld ein wenig beisammen zu halten. Egal wie alt, einem Reiz kann sie nur schwer widerstehen und vergisst sich dann gern in einer Laune oder verdrängt, dass der Monat noch 25 Tage hat und man nicht gleich in Woche Eins sein Einkommen auf den Kopf hauen sollte.
Insgesamt hadert es mit ihrer Impulskontrolle öfter als in ihrem Alter angemessen ist. Spontane Käufe oder der verantwortungslose Umgang mit zuckerhaltigen Lebensmitteln, die ihr bester Freund ihr oft genug dosiert damit Harriett nicht auf ihrem Platz sitzend vibriert, das sind noch die harmloseren Beispiele. Beruflich kann man ihr zwar nicht vorhalten, dass sie ihr Amt missbraucht oder ungemäß ausführt, aber im hitzigen Kampf gehen dann und wann schonmal die Thestrale mit ihr durch. Sich in etwas hineinsteigern - kann sie. Sehr gut sogar. Da braucht es schon die passende Anrede durch sehr spezifische Leute.
Hat etwas ihr Interesse geweckt, dann widmet sie sich dieser Sache mit Leib, Seele und vor allem in Vergessenheit geratende Lebenszeit. Dass sie auf der Arbeit pünktlich erscheint ist die Ausnahme, oft genug liegt der Grund eben darin, dass ihr Fokus im Vorfeld auf etwas vollkommen anderem liegt und sie sich darin verliert. Kann auch ein gutes Gespräch mit einem unbekannten Obdachlosen sein, der ihr unterwegs die Weisheiten des Universums erklärt, die er des Nachts für sich entdeckt hat nachdem er unbekannte Pilze aus dem Park gegessen hat. Sie lernt eben gern neue Leute kennen, auch wenn sich ihr Freundeskreis seit Jahren beständig zeigt und, abgesehen von ihrer Schwester, weder Verluste noch Neuzugänge verzeichnet. Harriett weiß was sie an den Menschen in ihrem Leben hat und setzt Einiges daran um diesen Leuten auch zu zeigen, dass sie ihr wichtig sind. Sie geizt nicht mit netten Worten und offenherzigen Komplimenten, dass manche Leute damit nicht umgehen können juckt sie indes nicht. Sie schmiert ihren besten Freunden gerne Herzchen aus Spucke auf den Schreibtisch (ja ja, eklig, dies das) oder bringt ungefragt kleine Aufmerksamkeiten mit, die keine großartige Sache sind aber ein eindeutiges Zeichen für Wertschätzung.
Doch egal wie offenherzig, mutig und aufgeschlossen sie ist, geht es um Verluste kommt die Scrimgeour an ihre Grenzen. Sie schriebt sich den Tod ihrer Schwester nicht auf die eigene Fahne, weil sie weiß, dass sie ihr Bestes getan hat, aber darüber reden, das kann sie nicht. Harriett liebt mit jeder Faser ihres Daseins, egal ob im familiären, freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Kontext; sie redet frei über alles was sie angeht, ihre Bedürfnisse und Wünsche, ihre Ängste und Sorgen, macht sich damit vulnerabel und riskiert auch sehr bewusst dafür massiv enttäuscht und verletzt werden zu können. Das ist es ihr prinzipiell wert, doch ihre Schwester sterben zu sehen hat sie gewaltig zerstört. Noch immer verlässt sie den Raum wenn sie sieht, wie ihre Eltern von Mabels Tod ergriffen sind, safe to say: das kann sie einfach nicht. Für jemand mit einem starken Willen wie dem ihren ist es schwer erträglich wenn sich Geist und Körper nicht kommentarlos fügen und zu tun haben, was der Kopf eben möchte. Nein sie möchte nicht in embryonaler Haltung in ihrem Bett liegen und vor unverarbeiteter Trauer so lange weinen, bis sie erschöpft einschläft, aber nur weil sie das nicht will heißt das nicht, dass ihr Alltag nicht wenigstens einmal wöchentlich genauso endet weil all die Geschehnisse um sie herum und die Dinge in ihrem Leben sie an den schrecklichen Verlust ihrer Schwester erinnern.
Dabei würden die wenigsten Leute Harriett als sensibel beschreiben und das wäre auch vermutlich nicht der richtige Begriff, aber es gibt eine Seite an ihr, die einen gewissen Feinsinn verkörpert. Es fällt ihr leicht neue Beziehungen aufzubauen, ihre Bereitschaft Dinge über sich preiszugeben schafft in der Regel einen Nährboden für eine Basis aus Vertrauen. Sehr wahrscheinlich sogar, dass sie beim ersten Kennenlernen mit der Queen gleich die peinlichsten Geschichten aus ihrer Biografie erzählen würde um Lacher und Sympathien zu generieren, darauf legt sie es nicht einmal unbedingt an, sie
ist einfach so, weil das Leben besser ist, wenn es etwas zu Lachen gibt. Und eigentlich, da möchte sie nur das: dass alles etwas besser wird. Was ihr Vater in der Aurorenabteilung versucht und ihre Mutter durch das Erzählen von Geschichten und ihr Bruder irgendwie indem er die Leute betrunken macht, das versucht Harriett hier und da umzusetzen. Mal mit der Anekdote darüber wie sie im rosa-weiß-gestreiften Nachthemd in einer Zelle landete wegen Beamtenbeleidigung oder indem sie mit ihren Kollegen der Hitwizard Abteilung dafür sorgt, dass man sich auf der Straße ein wenig sicherer fühlen kann.
Trivia:
# kann in jeder Position schlafen und wird nicht einmal durch ein Feuerwerk wach
# Rufus hat ihr beigebracht einen gestalteichen Patronus zu erzeugen, der die Form eines Honigdachses annimmt
# nichts findet sie langweiliger als lesen, nichtmal die Bücher ihrer Mutter hat sie selbst gelesen
# Harrietts Ernährung ist so ungesund, dass es eigentlich einem Wunder gleicht, dass sie noch aufrecht gehen und stehen kann, gut möglich, dass man ihr in Sachen erhöhter Cholesterinwerte irgendwann Olympisches Gold verleiht
# sie macht sich erst gar nicht mehr die Mühe ihren Haustürschlüssel mitzunehmen, verliert ihn sowieso ständig. Demnach hat sie immer einen im Garten hinterlegt oder lässt die Gartentür direkt offen stehen wenn sie geht. Der Wachdienst durch neugierige Nachbarn würde zeitnah schalten, würde jemand versuchen einzubrechen
# Feierabend ist Feierabend, gehts danach direkt in den Pub zieht sie ihren BH eben dort aus
# Schminke, Nagellack, all das - nein danke. Nutzt sie nicht, besitzt sie nicht. Würde sie doch könnte sie sich auch gleich dazu eine rote Nase aufsetzen und Schuhe anziehen, die beim Laufen quietschen und fünfzehn Nummern zu groß sind
# in Sachen Kleidung ist sie sehr praktikabel unterwegs, ihre Schwester zwingt sie hin und wieder mit ihr einkaufen zu gehen damit sie nicht nur in den immer selben schwarzen Shirts und abgeranzten Jeans anzutreffen ist
#3
GEBOREN # 24. Dezember 1962 und ab da aufgewachsen in Godrics Hollow
Eines von vier Kindern, fünf sogar wenn man den Cousin dazu nimmt, die Rufus und Aloisia Scrimgeour zeitweise bereuen. Nicht wirklich natürlich, aber die heranwachsende Brut hat Temperament, Drama und Zerstörungspotenzial. Alle guten Dinge werden außer Reichweite verbaut bis auch der Jüngste im Bunde, Cousin Oscar, so alt ist, dass das Prinzip von
Dein Handeln hat Konsequenzen und die Lebensdauer meiner Vase darf keine davon sein verstanden hat. Und trotz der Stimmung außerhalb des schönen Hauses ist die Kindheit friedlich, liebevoll und von einer stabilen Familiendynamik geprägt.
SCHULE # 1974 - 1981; Hogwarts - Gryffindor
Ihr Bruder zieht Harriett auf, dass der Hut sie dem Verbotenen Wald zuordnet wenn sie ihre Haare nicht in den Griff kriegt und Rufus unterstützt ihn in der Annahme, geben ihr noch ein paar Tipps mit auf den Weg wie sie sich zwischen Acrumantulas und Zentauren behaupten kann und verabschieden die Räubertochter der Familie dann nach Hogwarts.
Da lernt sie im Zug gleich Jake kennen, freundschaftliche Liebe auf den ersten Blick. Beide werden dem Hause Gryffindor zugeordnet und sind ab da die Hauptakteure im Schauspiel der Strafarbeiten oder seltsam abstehenden Gliedmaßen nach diversen Quidditchspielen, ergänzen sie das Hausteam der Gryffindors doch einige Jahre lang. Es gibt eine kurze Phase in der Jake und Harriett mehr sind als
nur Freunde, aber Bestand hat es nicht; beide merken, dass sie sich als Komplizen auf Lebenszeit besser machen.
AUSBILDUNG # 1982 - 1984; Ausbildung im Ministerium zum Hitwizard
„Hast du dir mal angesehen was es alles braucht um Auror zu werden?“ Eine empörte Frage die Harriett ausgerechnet ihrem Vater stellt, der sein Vitamin B genutzt hat um seiner Tochter ein Vorstellungsgespräch als angehende Aurorin zu sichern. Harriett ist nicht dumm und hätte mit ein bisschen mehr Fleiß und Durchhaltevermögen sicher ihren Weg als Aurorin geschafft, aber das will sie gar nicht. Um der Entscheidung zu entkommen arbeitet sie eben ein Jahr im Mungos, lernt dabei die ph-Werttabelle für die Einstufung der Uringesundheit auswendig und weiß: das will sie im Leben nicht machen.
Dass Jake und sie dann gemeinsam im Folgejahr eine Ausbildung zum Hitwizard starten ist demnach beschlossene Sache. Schnell wird klar: der Job passt zu ihnen beiden sehr gut. Man merkt dem Ministerium die Nachwehen des Kriegs an, vielleicht auch ein Grund, wieso die humorvolle Harriett in der Gunst ihrer auch älteren Kollegen hoch angesiedelt ist. Das oder die einfache Tatsache, dass sich jeder mit ihrem Vater gut stellen möchte.
DAS LEIDIGE DASEIN ALS ERWACHSENE PERSON # 1984 - 1995; Arbeit und Adoleszenz
Arbeitet Harriett gerne? Ja. Merkt man das an ihrer Arbeitshaltung? Manchmal. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit was ihre Dokumentation angeht sind fragwürdig, Einsatz und Zuverlässigkeit hingegen nicht. Aber die elterlichen Interventionsgespräche sind irgendwann nur noch lästig, sodass der Tod ihrer Großtante Henriette nur zu 98% traurig ist, weil die Harriett nämlich ein Haus in London überlässt. Zwei Etagen, Keller, Dachboden. Die Nachbarn sind, wie man höflich sagen sollte,
betagt. Nicht alle davon sind glücklich mit einer Harriett Scrimgeour als Nachbarin, aber das juckt genau die nicht im Geringsten. Das Haus wird ein Anlaufpunkt auch für ihre Geschwister und vor allem Freunde, jeder ist willkommen solange er das Herz am rechten Fleck trägt und bestenfalls noch etwas zu Essen oder zu Trinken dabei hat.
Hausbesitzer ja, verantwortungsbewusst nein: da der Kühlschrank ständig Ebbe anzeigt ist Harriett jeden zweiten bis dritten Tag im Elternhaus und setzt sich eben doch dort an die gedeckte Tafel.
DER ZWEITE KRIEG # ab 1995
Das Leben ist gut, nein, eigentlich wäre es perfekt gewesen wenn sich nicht wieder düstere Zeiten abgezeichnet hätten. Jake bandelte mit Harrietts Schwester an, ein Segen für Harriett, die Jake damit dann hoffentlich wirklich als Familienmitglied dazu gewinnt. So zumindest die Aussicht damals. Tony, auch aus der Hitwizard Abteilung und ein fester Bestandteil des Freundeskreises wird mehr als nur ein Freund für Harriett, Leidenschaft in der Beziehung wechselt sich mit krisenbehaftetem Alltag im Berufsleben und auch in sonst jedem Aspekt des Lebens ab.
Als Verfechter der Wahrheit muss ihr Vater zusehen, wie ihm die Autorität systematisch genommen wird. Wut auf der einen Seite, weil man mit den korrekten moralischen Werten ausgestattet nicht mehr leugnen kann, was wirklich passiert. Ehrfurcht durchaus auf der anderen Seite, nicht aus Sorge um sich selbst sondern um die, die man liebt.
Nicht unberechtigt, wie sie bald feststellen soll.
Aloisia Scrimgeour muss an allen Ecken und Enden um ihre Liebsten fürchten. Ihr Mann ein Auror, die Tochter ein Hitwizard. Ein Lichtblick ist das Kind, das Mabel und Jake erwarten und ausgerechnet dieser Funken Hoffnung erlischt bevor er jemals die Chance hat strahlen zu können. Der Angriff auf das Mungos kostet beiden das Leben, sowohl Rufus als auch Harriett und Jake sind vor Ort und niemand von ihnen zur rechten Zeit da um helfen zu können. Der Verlust so groß, so tragisch, dass in die Welt der Scrimgeours ein Loch gerissen wird, das sie alle zu verschlingen droht. Das Bild ihrer sterbenden, dann toten Schwester vor Augen ist das eine Trauma, Jakes Verzweiflung das nächste, aber die Schreie ihrer eigenen Mutter haben sich durch Mark und Bein gefressen und für immer dort manifestiert. Es ist fast schon kindliche Hilflosigkeit die Harriett für eine ganze Weile fest im Griff hat, die eigene Trauer geschieht nur peripher, viel zu groß der Drang irgendwie diejenigen zusammen zu halten, die noch mehr zu leiden scheinen als sie.
Harriett kann verstehen, dass Jake geht. Gehen muss, viel eher. Und obwohl sie ihn jeden Tag vermisst weiß sie, dass er den Abstand braucht um überhaupt weiterleben zu können. Als er nach London zurückkehrt hat sich zwischen ihnen nichts geändert, für Harriett
der Beweis, dass er und sie nicht nur daher gesagte Freunde fürs Leben sind, sondern wahrhaftige. Sie reden nicht wirklich über Mabel, der Verlust ist zu groß aber Jake noch immer ein Bestandteil der Familie Scrimgeour, zumindest wenn man Harriett fragt. Mehr denn je, vielleicht.
Die Intensität der Angriffe nimmt zu, das Klima wird Woche um Woche düsterer und ihrer aller Leben steht täglich auf dem Spiel. Ihre Mutter weiß, dass Harriett den Job im Ministerium nie aufgeben würde, aber Harriett kann sehen wie groß ihre Angst ist noch ein Kind zu verlieren.
Aber am Ende steckt in jedem Scrimgeour zu viel Verantwortungsbewusstsein und der Wunsch zu helfen, vielleicht auch mit ein bisschen zu viel Aufopferungsbereitschaft. Und dann sind da die Momente in denen man wieder einmal merkt wofür es sich lohnt zu kämpfen. Für Augenblicke mit ihrer Familie oder ihren Freunden bei ihr im Garten, wenn sie lachen bis sie nach Luft schnappend von den Gartenstühlen fallen. Wenn sie gemeinsam ein bisschen mehr Sicherheit in die Straßen bringen oder irgendwen davor bewahren dasselbe Schicksal zu erleiden wie Mabel.
Quelle für das Template
Helena » Team Mjeck