Wizards, Wands, and What Would Jesus Do?
Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit.
Jeremia 3,15 Oder plötzliche Seelsorge für Hexen und Zauberer.
Es gibt viele gute Momente, einen Kuraten an die Seite gestellt zu bekommen – dieser hier ist keiner davon. Father Adam Marlowe, ohnehin schon am Rande des Glaubensburnouts, jongliert derzeit mit einem Safehouse für magische Widerstandskämpfer:innen, einem bockigen Hühnertrio, und dem Wissen, dass die Hexenverbrennungen ein geopolitische Geheimhaltungsvereinbarung ausgelöst haben. Schuld ist natürlich die Kirche, seine Kirche. Inmitten dieser himmlisch-irdischen Katastrophe wird ihm Malachi Miller zugeteilt, ein Mann mit philosophischen Idealen, sanfter Stimme und der praktischen Lebenserfahrung eines Teebeutels. Adam wäre nicht überrascht, wenn Malachi ihn irgendwann fragt, ob man Beichte auch schriftlich einreichen kann. Ein Kummerkasten wäre doch toll! Dann müsste er nicht mit den Leuten reden. Das ist so furchteinflößend. Kurz gesagt: Der Zeitpunkt könnte schlechter nicht sein.

Mit 35 Jahren ist Adam ein Spannungsfeld auf zwei Beinen: Alt genug, um müde zu wirken, jung genug, dass man sich fragt, warum er so müde ist. Seit dem Tag, an dem der fliegende Stuhl ihn fast getroffen und er seinen Ford Cortina beinahe geschrottet hätte, kämpft Adam nicht nur mit den Herausforderungen seiner kleinen Gemeinde, sondern gegen ein neues, schier unglaubliches Wissen: Magie ist real. Der Orden des Phönix hat das Gästehaus in seiner Nähe zu einem Safehouse gemacht, und plötzlich steht Adam nicht mehr nur zwischen Himmel und Erde, sondern auch zwischen Glauben und Zauberei. Die Überforderung? Gigantisch. Die Antworten? Fehlanzeige. Und doch: Adam bleibt standhaft, denn was bleibt einem Priester, der nicht an Gnade glauben kann? Nur eines – weiterzumachen. Wäre hilfreich zu wissen, dass seine Haushälterin mehr weiß, als sie zugibt.

Der angehende Priester Malachi ist der leibhaftige Beweis dafür, dass Gott Humor hat. Mit Anfang 30 sieht er aus wie ein Engelschor in Pastellfarben – sanft, zart und so einnehmend höflich, dass man ihn am liebsten in einen Setzkasten hocken möchte. Er hat eine Schwäche für die großen Fragen der Philosophie, besonders das staubtrockene Zeug. Leider ist sein Umgang mit Menschen, die nicht in Fußnoten sprechen, eine Baustelle. Seelsorge? Ein Mysterium. Konfliktbewältigung? Noch theoretisch. Malachi trägt eine Last, die er nie laut ausspricht: Er ist homosexuell und ringt mit der Unvereinbarkeit (vermeintlich) zwischen seiner Identität und seinem Glauben. Doch trotz seines fragilen Auftretens hat er eine leise Entschlossenheit, die niemand unterschätzen sollte. Adam ahnt noch nicht, wie hilfreich Malachi sein könnte – und dass hinter dem Lamm ein (sehr schüchterner) Löwe steckt.
Ziehet an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.
Epheser 6,11
Oder ein sehr subtiler Pitch für Schutzzauber.
Ende September hatte Adam noch geglaubt, das größte Drama seines Lebens sei die kaputte Orgel der St. Mary and St. Michael's Church. Anfang Oktober liegt seine Realität in Schutt und Asche. Magische Geflüchtete in seinem Pastorat, die Aussegnung der Toten nach einem Todesserangriff und eine Haushälterin, die stoisch so tut, als wüsste sie nicht, was im Wald abgeht, aber dafür ganz genau weiß, dass er zu viel raucht. Mit dem schüchternen, aber prinzipientreuen Malachi an seiner Seite versucht Adam, die Illusion eines normalen Gemeindelebens aufrechtzuerhalten – während er lernt, dass fliegende Besen kein Fantasieprodukt sind.
Doch nicht nur das. Adam wird verstehen müssen, dass Malachi nicht nur ein unfreiwilliger Belastungsfaktor ist, sondern eine echte Unterstützung: ein Zuhörer, ein Denker und vielleicht der einzige Mensch, der ihn wirklich versteht in Glaubensfragen. Malachi wird nicht nur das Chaos überleben, sondern in diesem Chaos wachsen. In einem Glauben, der Raum für Zweifel lässt, und in einer Welt, die mehr Wunder birgt, als er sich je vorstellen konnte.
Zwischen Apparieren, Schlickschlupfen und philosophischen Exkursen werden beide Männer herausfinden müssen, was es bedeutet, Glaube und Magie unter einen Hut zu bringen – und ob es wirklich Zufall ist, dass Gott ausgerechnet sie zusammengebracht hat.
Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
Matthäus 10,16 Oder verzweifelte Worte für Muggel in einer Zaubererrebellion.
[ Schlussworte ] Schön, dass Du bis hierhin gelesen hast! Gesucht wird der neue Kurat für eine kleine, englische Gemeinde. Vermeintlich ahnungslos versetzt nach Doddington sucht Malachi seinen eigenen Weg. Und findet dabei vielleicht mehr, als er erhofft hat. Eine tiefgreifende Freundschaft zu Adam, allgegenwärtigtes Verständnis, eine neue Weltsicht, die über Dogma hinausgeht – möglicherweise sogar die große Liebe unter den Geflüchteten im Safehouse des Orden des Phönix, wer weiß?
Mein Name ist Belle, ich freue mich, dass Du dich für Malachi interessierst. Ich habe die Vorgaben relativ vage gehalten. Ich könnte mir vorstellen, dass Malachi (ähnlich wie theoretisch die Haushälterin) ein Squib ist. Ich könnte mir vostellen, dass das alles vielleicht nur halbzufällig und ein bisschen mehr gelenkt ist, als gedacht. Ich wünsche mir (von dir), dass Du Malachi einen eigenen, ganzheitlichen Anstrich gibst – Du hast mit ihm durch die Einbindung des Ordens auch eine Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten, wohingegen es ja manchmal durchaus herausfordernd sein kann, einen Muggel zu spielen, so hoffe ich, dass das damit vielleicht etwas attraktiver ist. Dazu gehört natürlich noch Engagement, aber darüber müssen wir ganz bestimmt nicht reden, das ist ja klar.
Das Faceclaim ist ein Herzenswunsch von mir: Der wunderbare Al Weaver. Genauso ist der Hintergrund entlehnt aus der Serie Grantchester, in der die beiden o.g. Schauspieler sich auch den Bildschirm teilen. Sollte es ausgerechnet am FC scheitern, können wir gern drüber reden.
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
2. Timotheus 1,7 Oder ein Reminder, dass mehrere Dinge gleichzeitig wahr sein können.