DORIAN FLINT
FULL NAME
Dorian Graham Flint
PLACE OF BIRTH
King’s Lynn
WAND
Winterlinde, Drachenherzfasern, 13 ¼ Zoll
Dass er jemals wieder in das Familienanwesen ziehen würde, war so nicht geplant gewesen. Nichts von dem, das in den letzten Monaten passiert war, war geplant gewesen und wenn man alles summierte, dann stand er wohl vor den Scherben eines einstigen Imperiums. Ein kleines Imperium, das aber nun schwächelte, weshalb jeder Knut gespart werden musste. Der Hauptgrund, warum er jetzt wieder in seinem alten Zimmer stand und zurück in das große Haus kehrte, in dem er aufgewachsen war. Es wäre gelogen, wenn er sagen würde, dass er erwartete hier glücklich zu werden. Das Gegenteil war der Fall, die nächsten Monate würden wohl anstrengend und nur von wenig Freude erfüllt sein. Dafür würden seine Eltern schon sorgen. Die gepackten Kisten, die aus seinem ehemaligen Londoner Appartement die zwei Zimmer belegten, die er nun hier bewohnen sollte, warteten darauf ausgepackt zu werden, wogegen sich der großgewachsene Mann sträubte. Es würde dem ganzen Umzug eine Endgültigkeit verleihen und er wusste, dass der Inhalt einiger Kisten nicht ausgepackt werden sollte, da er nicht wollte, dass seine Familie von einigen Dingen, die ihn als Person ausmachten, erfuhr. Und genau das zeigt eigentlich schon, wie die Familienverhältnisse der Familie Flint waren. Eine Familie, für die er Loyalität und Verachtung gleichzeitig empfand und der er wohl nie ganz absagen konnte, wenngleich er es sich nicht nur einmal in seinem Leben gewünscht hatte. Doch wer war er überhaupt, dass er diesen Gedanken überhaupt haben durfte? Er war nur ein kleines Zahnrad im Familienunternehmen, das in dieses gedrängt wurde und die Linie einer reinblütigen Familie weiterführen sollte. Er war nur der älteste Sohn, der als Nachfolger bestimmt worden war und sein ganzes Leben nichts anderes vorgelebt bekommen hatte, als die Bedeutung des Familienbetriebes. Immerhin hatte er seine Hündin Peaches mit in das Haus bringen dürfen. Die Hündin der Rasse Airedale Terrier begleitet ihn schon seit fünf Jahren und ist in einigen Momenten der wichtigste Halt für Dorian, wenn er keine anderen Menschen um sich herum ertragen kann.
Doch wer steckt wirklich hinter diesem Mann, der so viele Geheimnisse mit sich herumträgt? Geboren wurde er am 21. März 1968 und er ist dementsprechend 29 Jahre alt. Wie es üblich war in seiner Familie, wurde auch er im Familienanwesen geboren, welches in der Grafschaft Norfolk liegt, genauer gesagt in der unmittelbaren Nähe der Stadt King’s Lynn. Genau dieses Familienanwesen bei King’s Lynn ist nun nicht nur sein Geburtsort, sondern auch wieder zu seinem Wohnort geworden, wobei er heute zumindest mehr Freiheiten dazu hat die Stadt, in der größtenteils Muggel leben, zu erkunden. Etwas, dass er definitiv plant zu tun, allein um aus dem Haus zu entkommen. Als Kind war dies nicht erlaubt gewesen, denn ein Kontakt mit Muggeln war strengstens verboten. Das kam mit dem Nachnamen, den er trug und der so viel falschen Stolz beinhaltete. Zusammen mit den Vornamen, die seine Eltern für ihn gewählt hatten, trägt er den Namen Dorian Graham Flint. Spitznamen besitzt er keine, lediglich seiner Schwester hatte er es irgendwann erlaubt ihn Dori zu nennen, auch wenn er nicht wirklich ein großer Freund dieses Spitznamens ist. Mit dem Nachnamen Flint kam auch schon früh Verantwortung. Vor allem als Erstgeborener. Dorian wurde in eine reinblütige Familie geboren, die sehr viel auf diesen Status hält. Man gehört zu den Unantastbaren Achtundzwanzig und reibt dies auch vielen unter die Nase. Womöglich sollte man dies, gerade in diesen Zeiten, unterlassen, aber die Stärke seiner Familie war noch nie Bescheidenheit gewesen. Weder in Sachen Blutstatus, noch in Sachen Luxus. Neben dem Blutstatus hatte man nämlich auch noch das Privileg zu einer wohlhabenden Familie zu gehören, die aufgrund eines Familienbetriebes einiges an Reichtum angehäuft hatte. Ein Reichtum, der nun nicht mehr war und der so schnell es ging wieder herbeigeführt werden sollte. Das Familienunternehmen hat sich auf die Herstellung und der Vertrieb von Quidditch-Zubehör spezialisiert. Mittlerweile ist Dorian zum Geschäftsführer neben seinem Vater ernannt worden und somit trägt er reichlich Verantwortung für die Zukunft und Entwicklung von Flint’s Quality Quidditch Supplies. Es ist kein Beruf, den Dorian jemals wollte, aber er ist größtenteils erfolgreich in diesem, auch wenn die letzten Entscheidungen, die er mit anderen Mitgliedern der Spitze getroffen hatte, das Unternehmen an den Rande der Insolvenz gebracht hatten. Momentan geht es darum die Firma zu retten und wieder zur alten Stärke zu führen und genau aus diesem Grund lebt Dorian nun wieder in seinem Elternhaus, wenig selbstbestimmt wie eh und je.
Dorians Leben war schon mit seiner Geburt vorherbestimmt gewesen, wogegen er sich größtenteils auch nie zu wehren wusste. Dennoch kann man von Dorian nicht behaupten, dass er ein klischeebehaftetes Reinblut ist, das alles dafür tun würde, um Halbblüter, Muggelgeboren und Muggel zu diskriminieren. Im Gegenteil. Fragt man ihn nach seiner Einstellung zu den momentanen Geschehnissen in der Welt, dann wird er keinesfalls die Reinblutideologie verteidigen. Er selbst würde sich wohl als neutral bezeichnen, wobei seine Tendenz in Richtung der guten Seite geht, auch wenn er wohl nie bereit wäre dies auch offen zu sagen. Nicht als jemand, der so sehr in dieses System geboren wurde, dass er etwas Besseres war und auch nicht mit dem Ausblick darauf, dass seine Eltern erfahren würden, dass er seinen Blutstatus und Familiennamen nicht genügend ehrte. Dorians Leben ist geprägt von Ambivalenzen, die es ihm oftmals nicht leicht machen sich in dieser Welt zu orientieren. Vor allem die letzten Jahre hatten es ihm schwer gemacht immer den perfekten Sohn zu mimen, aber er weiß, dass er nicht ausbrechen kann. Es mag kaum verwundern, dass Dorian in seiner Schulzeit, die von 1979 bis 1986 ging, in das Haus Slytherin einsortiert worden war. Alles andere wäre eine Enttäuschung für die Familie gewesen, deren Mitglieder schon seit Generationen dem Haus der Schlange zugeordnet worden waren. Dorian war ein guter Schüler gewesen und sein Abschluss war entsprechend den Erwartungen seiner Eltern. Außerdem war er zum Vertrauensschüler ernannt worden und hatte sich als Hüter zumindest in zwei Schuljahren einen Namen im Quidditchteam seines Hauses gemacht. In fünf Fächern erlangte er seine UTZs und das mit guten Noten, die ihn zumindest ein wenig stolz auf die Hogwarts-Jahre zurückblicken lassen:
Zaubertränke: Ohnegleichen
Verteidigung gegen die dunklen Künste: Erwartungen übertroffen
Kräuterkunde: Ohnegleichen
Arithmantik: Ohnegleichen
Zauberkunst: Erwartungen übertroffen
Noch heute hat er seinen ersten Zauberstab, der bisher keine größeren Schäden erlitten hatte. Der Zauberstab wurde aus dem Holz einer Winterlinde gefertigt, hat eine Länge von 13 ¼ Zoll und enthält im Kern Drachenherzfasern. Ein üblicher Kern eines Zauberstabs, den Ollivander gefertigt hat, bei dem Dorian seinen Zauberstab 1980 erworben hatte.
your family tree
"SOMEBODY TOLD ME YOUR FAMILY TREE WOULD BE A CIRCLE. IS THAT TRUE?!"
Eines der wohl schwierigsten Themen in seinem Leben ist gleichzeitig ein Thema, mit dem er tagtäglich konfrontiert wird: Die Familie. Während er zu seinen Geschwistern keine unbedingt schlechte Beziehung hat, ist das Verhältnis zu seinen Eltern eher angespannt. Sein Vater und er befinden sich eher in einem Verhältnis, das mit Chef und Angestellten verglichen werden kann, während seine Mutter ihm nie die Liebe einer Mutter entgegengebracht hatte. Er war der Stammhalter der Familie, mehr nicht. Bei den Flints herrschte schon früh einer kühler Umgangston und Dorian vermutet, dass seine Unfähigkeit mit seinen eigenen Emotionen umzugehen oder diese gar zu zeigen, der Erziehung seiner Eltern zu verdanken ist. Eltern, die dennoch nie die Kontrolle über die Kinder hergeben wollten und die diese schon immer versucht hatten in eine Richtung zu lenken, die dem Familiennamen nützte, aber nicht dem Wohl der Kinder. Sein Vater ist als Geschäftsführer des Familienbetriebes tätig und erwartet, dass Dorian diesen Posten irgendwann übernimmt, was jedoch nicht bedeuten würde, dass er aus dem Familienbetrieb ausscheiden würde. Der 58-jährige Alexander Percival Flint ist ein kühler, harter Mann, der kaum lacht und neben seinem Beruf scheinbar keine Hobbies hat. Die Familie geht über alles bei ihm, was ihn jedoch nicht zu einem liebevollen Vater macht. Alexander Flint erwartet von seinen Kindern vollkommene Loyalität und kann nicht damit umgehen, wenn seine Kinder einen eigenen Willen entwickeln und auch noch äußern. Man kann ihn getrost als konservativ bezeichnen und festgefahren in alten Traditionen. Ähnlich verhält es sich mit Dorians Mutter Imogen Flint, die aus dem reinblütigen Haus Bulstrode stammt. Wie so viele Ehen innerhalb der reinblütigen Gesellschaft, war auch die Ehe zwischen Alexander und Imogen Flint keine Ehe aus Liebe, sondern hatte einen arrangierten Charakter. Es war eine Zweckehe, um die Linien der Flints und Bulstrodes rein zu halten und man kann wohl sagen, dass es Dorians Mutter schlechter hätte treffen können. Sie geht in ihrer Rolle als Ehefrau auf und liebt den Luxus, den ihr Alexander Flint bieten konnte. Auch sie hat konservative Einstellungen und wartet sehnlichst darauf ihre Kinder verheiraten zu können, denn weiterhin ist dieses veraltete Bild einer Ehe nicht aus den Köpfen der meisten reinblütigen Eltern verschwunden. Dorian weiß, dass seine Mutter momentan nach einer geeigneten Kandidatin für ihn sucht, aber er hofft, dass sie noch eine Zeitlang suchen muss, denn Dorian hat kein Interesse an einer Frau an seiner Seite.
Zu seiner Familie zählt auch seine drei Jahre jüngere Schwester Anne Flint. Für sie hatte Dorian schon mit ihrer Geburt einen großen Beschützerinstinkt entwickelt und dieser ist auch heute noch vorhanden, auch wenn es mittlerweile öfters Anne ist, die sich um Dorian kümmert. Anne hat es geschafft sich mehr von den Ketten ihrer Eltern zu befreien, als es Dorian wohl jemals möglich sein würde und er kann nicht verhehlen, dass er stolz auf die junge Frau ist, die ihr Leben in ihre Hände genommen hat und die Ehe zu einem kanadischen Reinblut nahezu eigenständig geschieden hat. Insgesamt hatte aber besonders Anne unter ihrer Mutter leiden müssen, die die Ehe mit Wren Gauthier arrangiert hatte. Dorian hatte seine Schwester vor ihren Eltern nicht schützen können und das ist es auch, was er sich besonders vorwirft. Er kann seine Schwester nicht vor seinen Eltern in Schutz nehmen, da seine eigene Angst ihn einschränkt. Angst, die Anne scheinbar immer mehr ablegte, denn vor nicht allzu langer Zeit nahm sie ihren jüngsten Bruder Marcus Flint vor ihren Eltern in Schutz, nachdem dieser in schulischen Belangen enttäuscht hatte. Marcus hat erst im letzten Schuljahr seinen Abschluss geschafft, wird jedoch aus dem Familienbetrieb weitgehend herausgehalten, soll stattdessen als Quidditchprofi Kontakte knüpfen, die dem Geschäft nützlich sein würden. Dadurch, dass er mit seinen 20 Jahren alterstechnisch von Dorian und seiner Schwester weiter entfernt ist, unterlag er nahezu ungeschützt dem Einfluss der Eltern. Marcus ist zu einem klischeehaften Reinblut geworden und Dorian sorgt sich ein wenig um den jüngsten Bruder, der auf dem Besten Wege ist, sich einer Seite anzuschließen, die seiner eigenen Ansicht nach gefährlich ist.
your characteristics
"TO BE HONEST: WE'RE ALL COMPLETELY MAD HERE. I THINK WE ALL WOULD NEED A THERAPIST. ESPECIALLY HARRY POTTER AND DUMBLEDORE. BUT ENOUGH OF THEM - LIE DOWN ON OUR COUCH AND TELL US SOMETHING ABOUT YOUR CRAZY HABITS."
Es wäre verwunderlich, wenn solch eine Familie keinen Einfluss auf den Charakter einer Person haben würde und Dorian ist weit davon entfernt ein perfekter junger Mann zu sein. Im Gegenteil. In seinen Augen besteht er größtenteils aus Makeln, was in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, gleichzeitig seinen Drang steigernd, dass er perfekt sein musste. Dorian ist jemand, den man kennenlernen muss, um überhaupt ein Gefühl für seinen Charakter zu bekommen. Er ist schwierig in seinen Gegensätzlichkeiten, wobei es einem oftmals so vorkommt als ob in seinem Inneren Welten aufeinanderprallen würden. Lernt man den ältesten Flint-Sprössling in einem beruflichen Umfeld kennen, dann wird einem eine charmante Version entgegenkommen, die scheinbar genau weiß, welche Worte sie nutzen muss, um einen Geschäftspartner zu gewinnen. Dorian beherrscht dabei Smalltalk und Konversationen in einem besonderen Maße und sein gutes Gedächtnis ermöglicht es ihm, dass er nur selten Namen und Gesichter vergisst. Ein Vorteil, gerade bei geschäftlichen Gesprächen, aber auch im Privatleben nicht zu unterschätzen. Er ist höflich und im Allgemeinen als sehr anpassungsfähig zu beschreiben, was in seinem Leben schon mehrfach von Vorteil war. Wie sonst hätte er in dieser Familie überleben sollen, wenn er sich nicht an die Umstände anpassen konnte. Auch an neue Lebenssituationen, wie ein Umzug nach Amerika oder nun zurück in das elterliche Anwesen, kann er sich zügig gewöhnen, was wohl auch damit zusammenhängt, dass Dorian eine friedliche Person ist, die Streitereien gerne aus dem Weg geht. Außerhalb seines beruflichen Lebens erscheint einem jedoch eine andere Version von Dorian, die auf den ersten Blick ablehnend, gar arrogant und ignorant erscheint. Es ist keinesfalls der wahre Dorian, dem man in diesen Situationen begegnet, sondern ein Dorian, der nur auf den Selbstschutz aus ist. Er verstellt sich oft und behauptet, dass er eine offene Person sei, jedoch ist genau das Gegenteil der Fall: In der Realität ist Dorian verschlossen, lässt nur wenige Personen an sich heran und stößt den Großteil aus seinem Leben hinaus. Obwohl man es ihm vielleicht nicht ansieht und er sich nach außen hin anders gibt, hat er ein recht niedriges Selbstwertgefühl, das ihm schon öfters im Weg stand. Generell hinterfragt er alles, was er macht und ist sich selbst der größte Kritiker. Nur in den seltensten Situationen wird man beobachten können, dass Dorian stolz auf eine Leistung ist, die er selbst erlangt hat. Gepaart mit seinem Pessimismus, den er schon früh in seinem Leben entwickelt hatte, wirkt er in einigen Augen schon oft fatalistisch, was Prognosen für künftige Entwicklungen, egal ob privater oder geschäftlicher Natur, angeht. Der Flint hasst Ungewissheiten, was dazu führt, dass er getrieben wird von einer Zukunftsangst. Er hat oftmals Angst vor den Entwicklungen der nächsten Monate und erwartet zum Beispiel quasi täglich, dass ihm seine zukünftige Ehefrau präsentiert wird, die er zum Wohl der Familie heiraten muss. Sein Pflichtbewusstsein, seine Loyalität, aber auch die Tatsache, dass er fremdbestimmt ist, sorgt in den meisten Fällen dazu, dass er seine eigenen Wünsche und Ideen in den Hintergrund stellt, sie nicht einmal ausspricht, weil er sie für nicht wertvoll oder gut genug hält. Dabei ist er stets der Meinung, dass er vernünftig ist und es keinen Zweck hätte sich aufzulehnen und seine eigene Meinung zu sagen. Nichtsdestotrotz hat er es sich schon öfters in seinem Leben vorgenommen auszubrechen. Aus den familiären Strukturen der Flints zu fliehen und seinem Traumjob nachzugehen oder offen mit der Person zusammen zu sein, die er wirklich liebte. Am Ende ist er jedoch immer wieder inkonsequent und macht einen Rückzieher, meistens überwältigt von den ganzen möglichen Enden, die sich ergeben könnten. Deshalb ist er auch eine sehr vorsichtige Person, die sich nur langsam anderen annähert und sich selbst nur sehr langsam öffnet, aus Angst davor verletzt zu werden. Er ist unsicher in so ziemlich allen Belangen, vor allem aber im Umgang mit Freunden oder in seinem Liebesleben. Er fühlt sich sicherer in der Rolle des Geschäftsmannes, weiß dort klarer, was von ihm erwartet wird. Allgemein ist Dorian organisiert, was sich in gut strukturierten Terminplänen und Arbeitsplätzen spiegelt. Auch in seinem Wohnumfeld achtet er auf Ordnung und man erwischt ihn öfters beim Aufräumen, nur, weil er seinen eigenen Gedanken entfliehen möchte. Generell grübelt Dorian wohl zu viel und hängt seinen Gedanken viel zu lange nach. All seine Selbstzweifel und die Tatsache, dass er nur in den seltensten Momenten in seinem Leben so leben durfte, wie er wollte, macht ihn zu einer eifersüchtigen, ja fast schon neidischen, Person gegenüber denen, die das Privileg haben. In diesen Momenten kann er auch temperamentvoll reagieren, vor allem, wenn ihm vorgeworfen wird, dass er der privilegierte Sohn sei und sich um nichts Sorgen machen müsste. Meistens tun solche Ausbrüche, meist unter Einfluss von Alkohol, im Nachhinein sehr leid, denn Dorian ist eine empathische Person, die schnell realisiert, wenn anderen Unrecht getan wurde. Im Umgang mit ihm nahestehenden Menschen ist Dorian zudem sehr fürsorglich und schnell entwickelt er Beschützerinstinkte für andere, die ihm für sich selbst fehlen.
Insgesamt kann man behaupten, dass Dorian eine komplizierte Person ist, die, vor allem durch die Erziehung und die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, oftmals schwierig wirkt, im Herzen jedoch eine gute Person ist. Es gibt Momente, in denen er fies sein kann, in denen etwas in ihm herausbricht, das die ganze angestaute Wut spiegelt, aber auf der anderen Seite gibt es die Momente, in denen er gutmütig ist und einfach nur den Wunsch hat, der zu sein, der er wirklich ist.
LIKES
+ Natur + Reisen + ausgedehnte Spaziergänge mit seinem Hund + Medizin + Karamellbonbons + Alkohol + New York + Sommer + Schwimmen + Quidditch + Sport
DISLIKES
Zwänge – seine Eltern – Misserfolge – klassische Musik – Eulen – Joggen – Zynismus – veraltete Traditionen - Ungewissheiten - Emotionen zeigen
Es wäre wahrscheinlich zu einfach, alles, was er ist auf die Familie zu schieben. Dorian wurde auch durch andere Erlebnisse geprägt, die ihn verändert haben. Hierzu zählt der Tod seiner ersten großen Liebe, über welchen er bis heute nicht hinweg ist, da er auch nie in dem Maße um seine große Liebe trauern durfte, wie er es gewollt hätte. Denn seine erste großen Liebe war ein Mann gewesen. Ein Freund der Familie sogar, denn Aidan Travers und Dorian hatten sich schon seit ihrer Kindheit gekannt. Ebenfalls aus einer reinblütigen Familie entstammend, war er der optimale Spielkamerad für Dorian gewesen und da sie in einem Alter waren, waren die beiden auch gemeinsam in Hogwarts gewesen. Dorian hatte lange Zeit damit zu kämpfen gehabt, dass er sich in eine Person seines eigenen Geschlechts verliebt hatte, doch es war letztendlich Aidan, der ihn davon überzeugt hatte, es zu versuchen. Der Tod Aidans liegt mittlerweile fünf Jahre zurück, aber wenn er einem Dementor begegnen würde, würde er Dorian wohl an diesen Tag erinnern. Dass Aidan mittlerweile wieder aufgetaucht ist und gar nicht verstorben war, würde an dem Dementor wohl nichts ändern, auch wenn Dorian sich sicher ist, dass auch das Ende seiner letzten Beziehung zu Abraham Honeysett, von Dementoren in sein Gedächtnis gerufen werden würde. Sein Irrwicht ist ebenfalls eng mit dem Tod verbunden. Denn in nichts anderes verwandelt sich sein Irrwicht: der Tod in Gestalt eines Sensenmannes. Schon seit seiner Jugend hatte Dorian Angst vor dem Tod und der Ungewissheit, die der Tod mit sich brachte. Was passierte danach? Was geschah mit den Gedanken? Früh löste es Unbehaglichkeit in ihm aus und man kann durchaus sagen, dass Dorian den Tod fürchtet, dicht gefolgt wahrscheinlich von seinem Vater, vor dem er ebenfalls eine große Angst entwickelt hatte. Einen Patronus kann Dorian nicht hervorrufen, obwohl er es einige Male probiert hat. Er weiß nicht, woran es liegt, denn er würde sich niemals als einen Schwarzmagier sehen, dem es unmöglich wäre, einen Patronus zu beschwören. Womöglich fehlt ihm eine starke, positive Erinnerung in seinem Leben, die eines der silbrigen Geschöpfe generieren würde. Aktuell versucht er jedoch wieder intensiver einen Patronus-Zauber zu schaffen.
Würde man ihn Fragen, was er im Spiegel Nerhegeb sehen würde, dann wäre sich der Flint ziemlich sicher, dass er sich als Heiler sehen würde, was immer sein Traumberuf gewesen war, wovon ihn jedoch die Familientradition ferngehalten hatte. Außerdem wäre an seiner Seite sein Traummann, mit dem er eine glückliche Beziehung führte, mit dem Wissen so akzeptiert zu werden, wie man ist. Etwas, das so wohl niemals in Erfüllung gehen würde, denn es würde bedeuten, dass Dorian sich aus all den Zwängen seiner Eltern befreien müsste. Was wohl nie geschehen wird, dazu ist er – zumindest in seinen eigenen Augen – Realist genug.
Einen Amortentia hat noch nie jemand für ihn gebraut, er geht jedoch davon aus, dass der Trank nach After-Shave, frisch gemähten Rasen und Pfirsich riechen würde. Die Farbe wäre wohl, anders als es seinen Charakter ausmacht, ein fröhliches Sonnengelb, das einem ein warmes Gefühl vermittelt.
your magical timeline
"I REALLY DO HATE HISTORY OF MAGIC. BUT WE CAN'T LEAVE OUT THAT PART - SO BORE ME WITH YOUR 'MAGICAL HISTORY'."
Ein warmes Gefühl, das ihm wohl seit seiner Kindheit gefehlt hatte. Was nicht nur an der Kälte der Eltern, sondern auch an dem Ort lag, an welchem er geboren wurde. King’s Lynn war nie wirklich für das Beste, sonnigste Wetter im Land bekannt gewesen und tatsächlich war Dorian es gewohnt mit dem Nebel aufzuwachsen. Auch Nieselregen gehörte zu seinem Alltag und Dorian amüsiert sich grundsätzlich über Kommentare über das schlechte Wetter auf den britischen Inseln. Wie es die Tradition wollte, wurde Dorian Graham Flint auf dem Familienanwesen geboren. Auch wenn es die erste Geburt für Imogen Flint war, gab es keinerlei Komplikationen und nach wenigen Stunden in Wehen konnten die Flints ihren ersten Nachwuchs in den Armen halten. Der Stammhalter der Familie, der nicht nur das Familienunternehmen eines Tages übernehmen sollte, sondern auch die reinblütige Linie der Flints weiterführen sollte. Dinge, die schon vorherbestimmt waren, obwohl Dorian erst ein paar Stunden auf der Welt war. Aber davon ahnte der kleine Dorian, der im Frühjahr 1969 geboren wurde, noch nichts. Er bekam es auch nicht mit, dass er schon in den jungen Jahren früh an eine Nanny übergeben wurde, die im Haushalt arbeitete und generell hat er keine nennenswerten Erkenntnisse über die ersten Jahre seines Lebens im Nachhinein sammeln können. Außer, dass er komplett von der Stadt King’s Lynn ferngehalten wurde, da man sich nicht mit den Muggeln mischen wollte und es für die Flints niemals in Frage kam, eines ihrer Kinder in deren Nähe zu lassen. Im Mai 1971 wurde schließlich Dorians kleine Schwester Anne geboren, mit deren Namen er früher immer Probleme hatte ihn auszusprechen. Gerade, wenn man erst das Sprechen lernte, stellte der Name eine kleine Herausforderung für ihn, auch wenn er ausgesprochen nicht schwer wirkt. Dorian selbst blühte scheinbar durch die Geburt seiner kleinen Schwester auf. Er wurde ihr Beschützer und sie zu seiner wichtigsten Begleiterin in seiner Kindheit. Die einzigen Kinder, mit denen sie außerhalb der Familie Kontakt hatten, waren die Kinder anderer reinblütiger Familien. Hier lernte er auch den Gleichaltrigen Aidan Travers kennen, der zu seiner wichtigsten Bezugsperson in seinem Leben werden sollte. Die Flint-Kinder vertrieben sich die Zeit oftmals damit das Gelände zu erkunden. Das Familienanwesen war groß genug, um auch mal ganze Nachmittage draußen zu verbringen und nicht selten hatte Dorian Ärger bekommen, weil er wieder mit aufgeschürften Knien nach Hause gekommen war. Seine Eltern legten einen autoritären Erziehungsstil an den Tag und es war keine Seltenheit, dass er Hausarrest bekam. Im Verlaufe eines dieser Hausarreste zeigte sich auch seine magische Fähigkeit, denn nur mit der Hilfe von Magie war es zu erklären, dass er seine verschlossene Zimmertür trotzdem öffnen konnte. Dieses Ereignis war im Frühjahr 1975, kurz nach seinem siebten Geburtstag. Zu spät, wenn man seine Eltern fragte, aber man nahm es dennoch erfreut zur Kenntnis. Neben dem Gelände war vor allem der Dachboden äußerst spannend für die Kinder, von dem man die Stadt King’s Lynn sehen konnte. Es war ein Rückzugsort, wo er auch seine Schwester immer mal mit hinnahm, die anfangs noch Angst vor dem Ghoul hatte, der dort lebte. Aber der Blick auf die Lichter der Stadt, die so nah und doch so fern waren, entschädigte dafür. Heute, wo er wieder in diesem alten Haus lebt, plant Dorian sich auf dem Dachboden einen heimlichen Rückzugsort einzurichten, wenn er den Druck nicht mehr aushält. Eine Flucht in die Kindheit sozusagen. Mit seinem ersten magischen Erlebnis war für seinen Vater die Kindheit auch beendet. Von diesem Tag an musste Dorian regelmäßig die Geschäfte seines Vaters erlernen und sein Unterricht, den er schon zuvor begonnen hatte, wurde noch intensiver. Wahrscheinlich ist es gerade deshalb, dass Dorian ungern an diesen Frühjahr zurück denkt, da es wohl der Punkt war, an dem er nahezu sämtliche Freiheiten verlor. Statt im Garten zu spielen, musste er die Produktpalette von Flint’s Quality Quidditch Supplies und deren Preise erlernen. Musste wissen, an welchen Standorten ihre Produkte verkauft wurden und dass er eines Tages die Firma übernehmen würde. Keine rosigen Aussichten für einen Jungen, der gerade eigentlich ganz anderen Dingen nachgehen wollte. In den nächsten Jahren merkte Dorian immer mehr den Druck der Familie und der Tradition und vor allem merkte er auch den Umgang mit seiner kleinen Schwester. Während sein jüngster Bruder Marcus, der 1976 auf die Welt kam, wohl denselben Weg wie er einschlagen musste, so war es doch seine Schwester, die am meisten unter ihrer Mutter zu leiden hatte. Schon als kleines Mädchen wurde sie nur darauf hin erzogen, dass sie den Jungen gefallen musste und später einen Mann aus einer reinblütigen Familie heiraten müsse. Von Selbstbestimmung konnte auch bei ihr keine Rede sein, wobei bei ihr noch dazukam, dass sie aus dem Familiengeschäft komplett ferngehalten wurde. Eine Linie, die auch Dorian heute noch fährt, auch wenn er Anne damit mehr beschützen möchte als ihr Schaden zuzufügen. Er weiß um Strukturen, die nah an der Grenze zum Illegalen abliefen und je weniger Anne wusste und weiß, umso besser für sie.
1979 wurde Dorian schließlich eingeschult. Es war kein wirklich großes Ereignis für ihn, wobei er schnell die Vorzüge von Hogwarts kennenlernte. Hier lernte er zum ersten Mal etwas wie Freiheit und Selbstbestimmtheit. Natürlich erlaubte es seine Erziehung nicht sich mit Muggelgeborenen oder Halbblütern abzugeben, aber dies war im Hause Slytherin zu dieser Zeit sowieso eine Seltenheit. Die meisten Gesichter kannte er sogar schon von Treffen mit anderen Reinblutfamilien und besonders zu Aidan hatte sich in den letzten Jahren eine tiefe Freundschaft entwickelt. Die beiden waren unzertrennlich und der Zusammenhalt bedeutete ihnen sehr viel. Vor allem, als sich die magische Welt Großbritanniens 1981 urplötzlich änderte. Mit dem Sturz des Dunklen Lords änderte sich für die reinblütigen Familien einiges. In vielen dieser Familien wurden Angehörige als Todesser enttarnt und es gab kaum eine Familie, die Dorian kannte, bei denen niemand betroffen war. In Hogwarts, nach dem Sommer 1981, wurden die Slytherin-Schüler zunehmend gemieden. Hatten sie sich vorher wie die Könige gefühlt, waren sie nun von den anderen Häusern zunehmend diskreditiert worden. Es machte das Leben in Hogwarts nicht leichter, stärkte jedoch die Bände zwischen den Slytherins und den Freundschaften bei ihnen. Dorian war, anders als Aidan, ein sehr guter Schüler, was vor allem aus Furcht vor seinem Vater so war. Er tat mehr als gefordert und erstrebte überall Bestnoten, um beweisen zu können, dass er würdig war das Familienunternehmen zu übernehmen. Erst als sein bester Freund ihn darauf ansprach, merkte Dorian, wie wenig er dies eigentlich tatsächlich wollte. Spätestens mit dem vierten Schuljahr, in welchem er auch zum Hüter des Slytherin-Teams ernannt wurde, reifte in Dorian der Wunsch heran Heiler zu werden. Es steckte noch immer etwas Gutes in ihm und er wollte anderen helfen. Generell fing er mit 14 Jahren an ein wenig zu rebellieren. Er vernachlässigte einige Fächer in der Schule und nebenschulische Dinge wurden zunehmend spannend. Wofür er jedoch nie Interesse aufbringen konnte waren die Mädchen. Fingen Mitschülerinnen langsam an mit ihm, der doch zunehmend attraktiver wurde, zu flirten und ihm schöne Augen zu machen, ignorierte Dorian sie. Irgendwann hatte er sich jedoch im Winter 1982 doch zu einem ersten Date überreden lassen, was jedoch vollkommen in die Hose ging. Seitdem versuchte Dorian sich den Charmeoffensiven der Damen zu entziehen, bekam dabei Unterstützung von Aidan, der für die reinblütigen Mädchen ebenfalls von Interesse war. Zwei Jahre später, im Winter 1984, geschah schließlich etwas, das Dorian nicht hatte vorhersehen können, sich aber im Rückschluss gut erklären konnte. Die Zeichen waren immer da gewesen, dass zwischen Aidan und ihm mehr sein könnte und bei einem Hogsmeade Ausflug kamen sie sich schließlich auch näher. Es war für beide zunächst schwer zu akzeptieren, weil Homosexualität in ihren Familien nie ein Thema gewesen war. Es war ein unausgesprochenes Gesetz, dass es eine Sünde war und nicht toleriert wurde, weshalb die beiden von Beginn an den Pakt schlossen niemandem davon zu erzählen. Dorians Position als Vertrauensschüler half ihnen dabei nicht unerheblich, denn er wusste genau, wann er die Regeln zu ihren Gunsten auslegen konnte. Aidan und er blieben zusammen, wahrten jedoch beide den Schein nach außen, dass sie sich mittlerweile auch für Mädchen interessierten. Dorian tut es im Nachhinein leid, aber auch er hatte Mitschülerinnen Liebe vorgespielt, die er nie empfunden hatte, nur um zu zeigen, dass er auf das weibliche Geschlecht stand. Ein unfaires Verhalten, das er auch heute noch an den Tag legt, wobei er sich zunehmend selbst damit schadet. Natürlich war beides nicht für die Ohren seiner Eltern bestimmt, die womöglich schon längst dabei waren, eine Ehe für ihn zu arrangieren. So wie sein Vater ihm schon deutlich gemacht hatte, dass es nur eine Karriereoption für ihn gab. Mit seinem Abschluss 1986 war es klar, dass er in der Firma der Familie anfangen würde und dies machte Dorian auch. Immerhin konnte er aus dem elterlichen Zuhause ausbrechen und mit Aidan zusammen eine Wohnung in London beziehen. Offiziell zogen sie natürlich als beste Freunde zusammen, die nahe an den Standorten ihrer Ausbildung leben wollten, doch im Geheimen waren sei weiterhin ein Liebespaar, das immer fester zusammenwuchs, je mehr man einen Keil zwischen sie zu treiben versuchte. Nichtsdestotrotz war beiden bewusst, dass es kein Happy End für sie geben konnte, aber sie wollten zumindest die gemeinsame Zeit genießen und sich um die restlichen Probleme später Sorgen machen. Aidan war es, der Dorian hierbei Zuspruch gab und ihm versicherte, dass sie es schaffen würden, während Dorian mehr und mehr zweifelte. Während seiner Ausbildung durchlief Dorian so ziemlich jede Ebene und Station im Familienbetrieb. Es war seinem Vater wichtig, dass er nicht nur die oberen Führungsebenen kennenlernte, sondern auch die untersten Ebenen, die die Firma zusammenhielten. Die Jahre nach seiner Schulzeit waren keinesfalls einfach und mit Anne, die nach ihrem Abschluss dazu gezwungen wurde nach Amerika umzuziehen, um dort ihren Verlobten kennenzulernen, verlor Dorian im Jahr 1990 seine wichtigste Bezugsperson in seiner Familie. Anfang 1991 folgte der nächste Schlag für Dorian, der ihn vollkommen aus der Bahn werfen sollte. Im Zuge einer Ausgrabung in Südamerika war Aidan ums Leben gekommen. Sein Leichnam war nie gefunden worden, aber sämtliche Indizien und Zeugenaussagen ließen keinen Zweifel am Tod des Travers. Die Nachricht des Todes war für Dorian ein Schock. Mit Aidan hatte er seine erste große Liebe verloren und der Schmerz saß umso tiefer, da er nur als bester Freund um ihn trauern konnte und nicht, als das, was er war: sein Lebensgefährte, mit dem er eine gemeinsame Zukunft geplant hatte. Diese Zukunft gab es nun nicht mehr und Dorian musste verbissen versuchen den Schein aufrecht zu erhalten. Die Beerdigung Aidans war der schlimmste Tag in seinem Leben und die Aussagen der reinblütigen Verwandtschaft, dass es eine Schande war, dass Aidan nicht verheiratet gewesen war und schon Kinder gezeugt hatte, um die Travers-Linie weiterzuführen, waren Stiche in Dorians Seele. Es war der Tag, an dem er sich geschworen hatte, sein Herz zu verschließen und keinen mehr in dieses hineinzulassen. Er versuchte in den folgenden Jahren immer wieder Beziehungen zu Frauen zu führen, doch waren diese immer nur oberflächlich, konnte er doch kein wirkliches Interesse aufbauen. Er begann sich selbst zu verabscheuen und die Selbstzweifel trieben ihn immer mehr zum Alkohol und dann in fremde Betten, bevorzugt von Frauen, da er immer noch den Drang hatte zu beweisen, dass er eigentlich auf Frauen stand und Aidan der einzige Mann war, den er jemals geliebt hatte. Dass er sich selbst belog, wollte er nicht einsehen. In den folgenden Jahren, bis 1994, arbeitete Dorian verbissen in dem Beruf, den er eigentlich nie hatte ausüben wollen. Mittlerweile war das Geschäft über die britischen Inseln hinaus erfolgreich geworden, weshalb Dorian viel Zeit im europäischen Ausland verbrachte, um den Familienbetrieb dort weiter bekannt zu machen. Er stellte sich dabei geschickt an, konnte sein Verkaufstalent immer mehr unter Beweis stellen und stieg so auch in der Gunst seines Vaters, der ihn tatsächlich hin und wieder lobte. Die Erfolge in Europa führten dann zu einer Entscheidung, die sein Vater und er getroffen hatten, die die Familie in den finanziellen Ruin treiben sollte. Anfang 1995 zog Dorian nach Amerika um, nach New York, um genauer zu sein, um Flint’s Quality Qudditch Supplies auch in den Staaten bekannt zu machen und zu etablieren. Der positive Nebeneffekt für Dorian war es dabei, dass er auch seine Schwester wiedersehen konnte, die, nach der Scheidung ihrer Ehe, zu ihm zog und mittlerweile zu einer unabhängigeren Frau geworden war. Die Geschäfte in New York liefen von Beginn an gut. Mit Vorsicht baute der Flint das Geschäft zunächst lokal auf und knüpfte Kontakte zu den verschiedenen Quidditchvereinen, um einen ersten Exklusivvertrag zu schaffen, was ihm im Herbst auch gelang. Ein großer New Yorker Verein schloss einen Vertrag mit dem britischen Ausrüster, was später jedoch zu einem großen Problem werden sollte. Die Entfernung zu Großbritannien gefiel Dorian, da er sich gefühlt freier bewegen konnte als in der Nähe der reinblütigen Familien, die ihn alle kannten. Nichtsdestotrotz beunruhigten ihn die Nachrichten aus seiner Heimat, die von der Rückkehr des Dunklen Lords sprachen und spätestens mit den Anschlägen auf Hogsmeade im Oktober 1995 war klar, dass die Todesser zurück waren und die britische Gesellschaft umstrukturieren wollten. Es waren Nachrichten, die einen reinblütigen Spross wie ihm eigentlich gefallen sollten, aber mit der ganzen Ideologie hatte Dorian sich noch nie anfreunden können, auch wenn er in dieses System hineingeboren war und die entsprechende Erziehung genossen hatte. Auch wenn die Nachrichten beunruhigten, blieb Dorian in Amerika, um die Geschäfte weiterzuführen. Eine Entscheidung, die sein Leben in einigen Bereichen durcheinander wirbeln sollte, denn in den Weihnachtsferien 1995 lernte er Abraham Honeysett kennen. Einen Briten, der ein Jahr in Amerika verbrachte und der ihm von einem Freund vorgestellt wurde, da man davon ausging, dass die britische Zauberergesellschaft so klein war, dass jeder jeden kennen musste. Aber nein, Dorian hatte Bram nicht gekannt, aber sie hatten sich an diesem Abend näher kennengelernt und das erste Mal seit Aidans Tod hatte er das Gefühl bekommen, dass er einen wirklichen Draht zu einer anderen Person aufbauen konnte. Etwas, das er kaum für möglich gehalten hatte. Ebenso wenig, dass sich die Wege von Bram und ihm mehr und mehr kreuzen würden und mehr zwischen ihnen entstehen würde als eine Freundschaft. Mit der Rückkehr Brams nach Großbritannien im Sommer 1996 entschlossen sich die beiden jedoch dazu ihre Affäre, oder wie auch immer man es definieren wollte, zu beenden. Sie waren niemals exklusiv gewesen und Dorian war sowieso der Ansicht, dass er zu alt und nicht gut genug für Bram war, sodass er hoffte, dass dieser in Großbritannien ohne ihn glücklich werden würde. Auch wenn es Dorian schmerzte ihn gehen zu lassen, war es die einzige Option, die es gab. Sorgen, aufgrund der neuerlichen Anschlagsnachrichten aus Großbritannien, machte er sich in dieser Phase zusätzlich. Gerade der Anschlag auf das St. Mungos, der Ort, an dem er immer hatte arbeiten wollten, erschütterte ihn und zunehmend entwickelte er das Gefühl, dass er zurückkehren sollte. Aber das Geschäft hielt ihn in Amerika. Zumindest bis Anfang Dezember 1996. Die Monate zuvor waren turbulent gewesen. Der Quidditchverein, mit dem er einen Exklusivvertrag vereinbar hatte, war in der Liga abgestiegen und kündigte den Ausstattervertrag, konnte die ausstehenden Kosten aufgrund eines Insolvenzverfahrens nicht mehr zahlen. Es entstand ein negatives Bild der britischen Firma, die sie letzten Endes in ein finanzielles Desaster warf, der den Familienbetrieb an den Rand des Zusammenbruchs gedrängt hatte. Die Geschäfte in Amerika wurden für gescheitert erklärt und Dorian und Anne sollten zurück nach Großbritannien kommen, wo ebenfalls einige Geschäfte geschlossen werden mussten und entsprechende Sparmaßnahmen greifen musste. Dazu zählte, dass Dorian seinen bisherigen Lebensstil nicht weiterführen konnte und als Verantwortlicher zudem zurück an die Basis kehren sollte, um den Schaden, für den er von seinem Vater die komplette Schuld bekommen hatte, zu mindern. Die Arbeit macht ihm momentan keinen Spaß und es fällt Dorian momentan noch schwer sich in Großbritannien wieder einzufinden. Die letzten Jahre hatten das Leben hier verändert und Orte wie die Winkelgasse, in der Aufstände stattgefunden hatten, oder Hogsmeade, das mehrfach zur Zielscheibe geworden war, versprühten nicht mehr die gleiche Freude wie früher. Erschwerend kommt für Dorian momentan hinzu, dass er sich wieder mehr eingeengt fühlt. Durch seine Eltern, die ihm zunehmend auch drohen, dass eine Verbindung mit einer reichen Reinblutfamilie das Geschäft am schnellsten retten könnte. Dorian hofft, dass es bis dahin noch dauern wird, aber er hat zunehmend Angst vor einer bevorstehenden Zwangsverlobung, die ihm auf keiner Ebene entsprechen würde.
Neue Ergänzungen
Es hatte nicht lange gedauert und Dorian war Bram in Großbritannien wieder begegnet. Es war ein Aufeinandertreffen, mit dem er nicht gerechnet hatte und dessen Möglichkeit Dorian naiverweise verdrängt hatte. Es hatte einige Zeit gebraucht, aber Dorian hatte sich letztendlich doch wieder Bram gegenüber geöffnet und sich gestattet ihnen eine Chance zu geben, wenngleich ihnen beiden bewusst war, dass die Beziehung enden würde, wenn Dorian eine Verlobung eingehen würde. Dorian hatte versucht diese Tatsache zu verdrängen, hatte sich komplett in der Beziehung verloren, bis im März 1997 seine Eltern verkündeten, dass sie ein Verlobung mit Illyria Mulciber arrangiert hatten, die zudem das Familienunternehmen finanziell retten sollte. Die Nachricht nur wenige Momente, nachdem er Bram erstmals seine Liebe gestanden hatte, warf den Flint aus der Bahn und die zusätzliche Nachricht von einem verheerendem Anschlag auf den Stadtteil Greenwich durch Todesser ließ ebenfalls ein ungutes Gefühl in ihm aufkeimen. Ein Gefühl, dass er Bram in Gefahr brachte, wenn er sich seinen Eltern widersetzte, deren Skrupellosigkeit er kaum einschätzen kann. Wie erwartet, auch wenn er die Hoffnung hatte, dass es weitergehen konnte, endete die Beziehung zu Bram und Dorian versuchte sich vor allem zu verschließen, was um ihn herum geschah. Dass es nicht funktionieren würde war klar, als herauskam, dass Aidan Travers noch lebte. Eine Nachricht, die den Flint abermals aus der Bahn warf und ihn alles hinterfragen ließ. Aidan hatte alles vergessen und Dorian wusste nicht einmal, ob er die Kraft aufbringen konnte, ihn wiederzusehen nach all den Jahren. Dass kurze Zeit später seine angeheiratete Tante Mairi Flint ihm mitteilte, dass es einen Ausweg gab, da sein verstorbener Onkel Arlen Flint ihm ein beträchtliches Erbe hinterlassen hatte, überforderte ihn zusätzlich. Dorian taumelt seitdem durch sein Leben und das Aufeinandertreffen mit Aidan, dessen Ahnungslosigkeit über ihre gemeinsame Vergangenheit Dorian mehr verletzt hatte, als er es irgendwem gegenüber zugegeben hätte, sowie das letzte Aufeinandertreffen mit Bram bei einer Party, das ihre Trennung nur noch mehr zu zementieren schien, führen kaum zu Stabilität in seinem Leben. Die Geschehnisse um ihn herum, die eine düstere Zeit prophezeien und zu einem Erstarken der Todesser führen, lassen seine Sorgen nur noch größer werden und seine Unsicherheiten scheinen sich zu verstärken, auch wenn er es aktuell schafft aus kleinen Momenten Hoffnung zu ziehen.