hard facts
Am 6. January 1995 betrug der höchste Lottogewinn der National Lottery in England 42 Millionen Pfund und wurde auf drei Leute verteilt, die jeweils mit 14 Millionen Pfund begünstigt wurden.
Nummer Eins: Ein Familienvater, der das Los nachträglich als Weihnachtsgeschenk erhalten hat und danach das Land verließ - ohne Familie. Nummer Zwei: Eine Rentnerin, die vor Schock einen Herzanfall erlitt und kurz danach verstarb, sodass sich ihre vier Kinder über ein großes Erbe freuen konnten. Und Nummer Drei: zu diesem Zeitpunkt erst 26 Jahre und für die britische Öffentlichkeit ein Phantom bleibend, denn die Gewinnerin möchte unter gar keinen Umständen und überhaupt niemals namentlich genannt oder abgelichtet werden. Warum wohl? Vermutlich nicht weil sie damit beschäftigt ist umzurechnen, dass 14 Millionen Pfund in ihrer Welt 2.8 Millionen Galleonen sind. Viel eher, weil Marjorie Honeysett bibbernd hinter dem Sofa eines Freundes sitzt und darauf hofft, dass das Ministerium nicht anklingelt um sie für den Missbrauch von Magie in Handschellen zu legen.
Dabei wollte sie ja gar nicht - aber irgendwie ist auch ihr klar: Der Zaubergamot würde sich ganz sicher nicht beeindruckt davon zeigen wenn sie erklärte, dass das nicht sie gewesen war, die da vollständig betrunken eine Weissagerin nach den aktuellen Lottozahlen befragt hatte, sondern ihr Alter Ego Majoran. Oder vielleicht doch?
Marjorie, Majoran, same same but different. Geboren wurde die Hexe am 1. September 1969 und ist somit 28 Jahre alt. 28, da sollte man meinen, dass sich das Leben bereits gesetzt hätte und man wüsste, ungefähr, wohin die Reise ginge. Und ungefähr weiß Marjorie das auch, aber wieso festlegen wenn sich doch ständig neue Möglichkeiten ergeben? So führt sie ein Leben als selbsternannte Künstlerin ohne nennenswerte Ausbildung. Sie schreibt, sie malt, sie töpfert, macht Collagen, strickt und häkelt und würde sich auch noch als Bildhauerin versuchen wenn sie nicht so eine schreckliche Angst hätte auf Leitern zu steigen. Denn mal ehrlich, niemand braucht eine Statue die gerade so hoch ist wie Marjorie, da würde man eher drüber stolpern als denken ‚Aha, nun schau, da ist Kunst passiert‘. Wahrscheinlicher ist da schon eher, dass besagter Kunstverächter einen von ihr gestrickten Schal trägt oder Briefpapier in der Schublade hat, das sie als Unikat anfertigte und in der Winkelgasse zum Verkauf angeboten hat. Das Leben als Künstlerin stellt man sich recht ärmlich vor, sodass auch noch nie jemand hinterfragte wieso Marjorie keine eigene Wohnung hat sondern sich lieber bei Freunden und Familie einnistet. Derzeit lebt sie in Weymouth, besetzt das Sofa ihrer Lieblings-WG und hat alles, was sie zum Leben braucht (abgesehen vom Kunstmaterial) in einem magisch vergrößerten Rucksack. Nichts, wirklich gar nichts würde verraten, dass diese junge Frau (nun ein bisschen weniger als) 2.8 Millionen Galleonen hier und da und dort eingelagert hat.
FACTS
Name: Marjorie Caeleah Honeysett
Spitzname mit Hassliebe: Majoran
Geburtstag: 01.9.1969 in Edinburgh
Wohnort: WG in Weymouth
Dauerhafte Postadresse: bei ihren Eltern
Hogwarts: 1980 - 1987, Gryffindor
Zauberstab: 9,5 Zoll, Roteichenholz, Einhornhaar
Patronus: kann keinen gestaltlichen Patronus erzeugen aber wenn, dann wäre es ein Eichhörnchen (selbe Aufmerksamkeitsspanne)
Meet the Honeysetts
Vater: Gregory Honeysett # 52 Jahre # Auror
Mutter: Christine Honeysett # 51 Jahre #
Älterer Bruder: Levy Honeysett
Jüngerer Bruder: Oliver Honeysett
Tante: Eowyn Honeysett # 50 Jahre # Aurorin
Angeblich soll es in jeder Familie ein schwarzes Schaf geben, aber wie daneben sollte jemand sein wenn er mit Nachnamen Honeysett heißt? Wenn es jemand sein müsste, dann würde Marjorie vielleicht ihren großen Bruder nominieren weil der ihr irgendwann spaßeshalber Kaugummi in die Haare geschmiert hat und sie daraufhin einen Kurzhaarschnitt abbekommen hat, aber davon mal abgesehen sind sie durch die Bank eine großartige Familie. In der Erziehung haben sich Strenge, Zuneigung, Konsequenz und Sicherheit immer die perfekte Waage gehalten, zumindest vom Standpunkt aus den Marjorie vertreten kann. Dass natürlich längst nicht alles so honiggold ist wie es glänzt… möchte sie vielleicht lieber gar nicht wissen.
Ihre Tante nun seit ein paar Monaten wieder zu haben ( so richtig lebendig, mit Sprechen, Bewegung und allem was einen Menschen eben so vital macht) fühlt sich an wie alle Geburtstage und Weihnachtsfeste zusammen multipliziert mit fünftausend. Die Beziehung zwischen Eowyn und Marjorie war schon zu frühen Kinderzeiten eine besonders gute und
endlich kann Marjorie ihrer Tante auch das Tattoo am Knöchel zeigen, das sie sich ihr zu Ehren hat stechen lassen, weil sie ihr die Geschichte früher immer vorgelesen hat: Muffi der mutige Pilz.
character traits
In einer Parallelwelt hätte Marjorie sicher dutzende Abschlüsse gemacht. Einen Master Degree in Snackbesorgung, Bachelor of Tassentöpfern, Doktorgrad in Extrovertiertheit. Sicher käme da auch noch irgendein Diplom im Notlügen erzählen daher, aber das auch wirklich nur wenn es niemand anderem schadet. Denn in erster Linie ist Marjorie ein wirklich netter, umgänglicher und hilfsbereiter Mensch, der einen großen Mehrwert darin sieht ihr Umfeld positiv zu ergänzen.
Ist sie deswegen ein strahlender Sonnenschein? Manchmal, ungefähr zu 25% ihrer Zeit weil sie den fantastischen Trick auf dem Kasten hat, dass ihre Laune von 100 auf 0 zurück auf 100 in 5 Sekunden wechseln kann. Passiert aber in der Regel nicht in aller Öffentlichkeit, man hat ihr ja rechtzeitig Manieren beigebracht, der Trotzanfall ist dann ihren Freunden oder ihrer Familie vorbehalten
aber Marjorie weiß, wie sie ihre schwachen Momente wieder gutmachen kann. Müsste sie ihren Platz in ihrer Peer Group beschreiben, dann würde sie sich als
Versorgerin deklarieren, mal eben Pancakes, eine Suppe oder alle Gerichte die eine Kartoffel so hergibt, was das angeht ist sie sehr kreativ und gleichzeitig präzise. Hätte sie eine Superkraft, es wäre jene den Anwesenden von der Nasenspitze ablesen zu können welches Essen oder welcher Snack gerade benötigt wird.
Marjorie ist eine treue Freundin, nein wirklich, immer zur Hilfe, allzeit bereit. Wenn sie denn da ist. Sie ist nicht wirklich ruhe-, dafür aber rastlos; sich einer Sache dauerhaft zu verschreiben liegt ihr einfach nicht im Blut. Natürlich sind da die Freundschaften die sie seit vielen Jahren pflegt, es is nicht Bindung an sich, mehr eine innere Unruhe die sie davon abhält sesshaft zu werden. Früher oder später wird das schon noch kommen, denkt sie sich, und schiebt dieses Thema damit von sich. Der Welt ist auch nicht geholfen nur weil ihr Name permanent an irgendeinem Klingelschild steht.
Generell obliegt Marjories Welt ihrer eigenen Logik. Frag doch mal wieso sie 31 Sonnenbrillen besitzt.
Logisch, duh?! Für jeden Tag im Monat eine andere. Man muss sich die Dinge nur selbst zurecht legen, kann sie, macht sie. Notlügen würden andere Leute dazu sagen, aber als sehr selbstständige Person mit vielen Fertigkeiten auch ohne Magie kann es Marjorie ziemlich egal sein was die Leute so sagen. Denn an keinen Ort wirklich fest gebunden zu sein bringt auch den Vorteil mit sich, dass sie heute ihr weniges Hab und Gut packen und einfach weggehen kann, hat sie schließlich schon oft genug bewiesen.
Dass sie ein sehr chaotischer Mensch ist wird aufgrund ihrer wenigen Besitztümer nur hier und dort wirklich sichtbar, eher wird da schon deutlich, dass Marjorie ein wirklich sehr vergesslicher Mensch ist. Der gute Ansatz ist immer da, sie schreibt sich Termine und Verabredungen in ihren kleinen Taschenkalender und vergisst dann aber wieder hinein zu schauen, aber je länger man mit ihr befreundet ist umso mehr gewöhnt man sich daran, dass man dahingehend nur wenig erwarten braucht.
Mit der kleinen Honeysett irgendwohin zu gehen, egal ob auf eine Feier oder in den Supermarkt, will wohl überlegt sein. Sie hat zu allem eine Meinung und zögert nicht sie kund zu tun, ist dabei brutal ehrlich aber nie grausam, es liegt ihr fern die Gefühle anderer zu verletzen. Mehr noch: um einen lieb gewonnenen Menschen aufzuheitern macht sie auch den Bordstein zur Karaokebühne oder wirft alle Pläne über den Haufen um ein Abenteuer in die Wege zu leiten. Wieso auch zur Arbeit gehen wenn man stattdessen ein verlassenes Psychiatriegelände besuchen kann auf dem es angeblich spukt? Dann und wann, da kann man schon sagen, dass Marjorie ein bisschen unverschämt ist. Schambefreit, das auch, aber ihr Selbstbewusstsein macht dem eines stinkreichen, alten, adligen Mannes Konkurrenz. Wie kann jemand auch wagen zu behaupten, dass sie kein Recht hat auf einem Gelände zu sein an dessen Zaun dutzend Schilder hängen, dass der Zutritt verboten sei? Ihrer Familie gehöre all das hier, wenn die Person sich so sicher sei, dass das nicht stimme, könne sie ja die Polizei rufen aber
dann wären die Anwälte ihrer Eltern genauso schnell vor Ort.
Lügen ohne rot zu werden ist noch die kleinste Vorstufe von dem, was auch immer es ist, was Marjorie da tut. Vielleicht hat sie in den prägenden Jahren doch zu viel Zeit mit ihrer Tante verbracht und beweist dann und wann ein klitzekleines Problem mit der Regulation ihrer Impulse. Immerhin, bevor sie etwas sagt das etwas unwiederbringlich zerstört setzt sie sich die Kopfhörer ihres Walkmans auf und übertönt die kritischen Stimmen ihres sozialen Umfelds mit den Hits der 90er und spaziert in ihrem Blumenkleid hoch erhobenen Hauptes davon um dann mit Versöhnungskuchen zurück zu kommen.
life so far
# KINDHEIT: 1969 - 1980
1. September 1969: Ein Ausflug auf den letzten Drücker, ihre Mutter hochschwanger und mit dem elenden Verlangen nach diesem Gebäck, das es nur in Edinburgh gibt. Nein es reicht nicht, wenn ihr Mann ihr genau das besorgt, Männern sei dahingehend nicht zu trauen und so ist ihre persönliche Rapunzel zum Greifen nah als sich die Nachwehen des Apparierens zeigen indem die Geburt gute 14 Tage zu früh losgeht und Marjorie somit in Edinburgh zur Welt kommt statt, wie geplant, in London. Somit ist die Zweitgeborene und einzige Tochter der Honeysetts genau genommen gebürtige Schottin statt Engländerin. Papa kriegt das brüllende Bündel in die Hand gedrückt während sich Mama den wohlverdiente Perkin Cake reichen lässt.
Ein Bruder älter, einer jünger. Da lernt man sich durchzusetzen und auszuhalten, aber zumindest Daheim ist das Leben doch angenehm und wohlbehütet. Anders vor der Haustür, der Zaubererkrieg in den einige Mitglieder der Familie Honeysett involviert sind. Kriegen die Kinder davon etwas mit? Nicht wirklich, während Vater und Tante als Auroren jeden Tag ihr Leben riskieren ist das größte Problem im Hause Honeysett, dass das Ausmaß von Marjories Kreativität mit ihrer Körpergröße wächst, weder Wand noch Möbel vor den Stiften sicher sind und ihre Brüder sich gegenseitig darin überbieten sich Dinge in die Nase zu stecken, die dort nicht hingehören.
1977, Marjorie ist mit ihren knapp 8 Jahren eigentlich zu jung um das zu begreifen, stirbt ihre Großmutter bei einem Anschlag der Todesser. Das Ausmaß ist ihr nicht bewusst aber zu sehen, wie die älteren Mitglieder der Familie trauern, schafft ihr ein neues Verständnis für Verluste und erstmal findet die Angst, dass ihr Vater oder ihre Tante im Kampf getötet werden könnten, Raum in den zu jungen Leben der Honeysett Nachkommen. 1979 stirbt ihr Großvater unter ähnlichen Umständen, der Verlust beider Großeltern vervollständigt somit die nicht unberechtigte Angst um weitere Familienmitglieder.
Zum Höhepunkt des Krieges wird ihr Bruder zwei Jahre vor ihr eingeschult, Marjorie folgt 1980. Bitter an seinem Geburtstag in den Zug steigen zu müssen, dann wiederum: Hogwarts, everyone?!
# SCHULZEIT 1980 - 1987
Gryffindor, keine Überraschung eigentlich und die neuen Mitschüler und gleichzeitigen Mitbewohner singen Marjorie noch am ersten Abend ein Geburtstagsständchen am Tisch in der Großen Halle, irgendwer hat sogar eine Wunderkerze dabei, die ihr gleich eine blonde Strähne versengt. Davon abgesehen ist trotz Lücke in der Mähne und noch immer tobendem Krieg der Schulstart ein voller Erfolg. Freunde finden sich schnell, Lieblingsfächer (Zauberkunst) genauso wie jene, in denen sie kläglich versagt (Zaubertränke).
Proportional zum Verständnis für die politische Lage wächst auch von Hogwarts aus die Sorge um ihre Familie, die Ferien werden stets daheim verbracht und Briefe rege ausgetauscht. Und obwohl Marjorie kaum begreifen kann was vor den sicheren Schlossmauern wirklich passiert ist die Erleichterung groß als Voldemort als besiegt gilt. Ab jetzt sollten dann ja alle sicher sein, richtig? Dachte man so. Die Nachricht über den Angriff auf ihre Tante trifft bei Marjorie vor allem auf die größtmögliche Verwirrung, schließlich dann Unverständnis: wie kann jemand aus dem Schlaf nicht mehr aufwachen? Ausgerechnet wenn Magie doch angeblich alles heilen kann? Den schulpflichtigen Honeysetts werden dann und wann Besuche im St. Mungos gestattet, ihr Vater holt sie ab, bringt sie zurück, Jahr um Jahr, auch wenn die Abstände zwischen den Besuchen größer werden, entgegen der Hoffnung, dass ihre Tante noch einmal aus dem Koma erwacht. Zu dieser Zeit startet jedoch das erste handwerkliche Projekt: einzelne, gestrickte sowie gehäkelte Elemente aus bunter Wolle, die Marjorie dann zu einer Decke zusammen näht. Unsagbar hässlich aber einzigartig. Nicht, dass Eowyn hätte sagen können, dass sie die Decke nicht mochte.
Das sechste Schuljahr wird zu einem besonderen, nicht unbedingt im positiven Sinne. Wie immer beginnt das Schuljahr mit ihrem Geburtstag und wie immer wird abends im Gemeinschaftsraum gefeiert. Auf einmal scheint es wie eine gute Idee etwas aus der mitgeschmuggelten Flasche zu trinken, die die Runde macht. Wenn die Antwort auf die Frage, was das sei, schlichtweg
Eine gute Mische lautet, dann wäre
Nein danke die vernünftige und richtige Antwort. Eine, die niemand an diesem Abend gibt der an der Feier teilnimmt. Der erste Vollrausch der dazu führt, dass Marjorie ihren Namen nicht mehr richtig aussprechen kann und stattdessen ein
Majoran etabliert wird, das sie die nächsten Monate nicht mehr los wird.
Noch dazu werden die Eltern durch die Bank weg über die Feier informiert und leider sind die Honeysetts nicht stolz auf ihre einzige Tochter. Zu schade.
Majoran findet sich irgendwann mit ihrem Namen ab, was bleibt ihr auch anderes übrig. Würde eh keinen Bestand haben wenn die Schulzeit endet, richtig?
Richtig???
# COMING OF AGE: Sommer 1987 bis Januar 1995
Scheinbar macht jeder den Abschluss mit absolut klaren Plänen für die Zukunft - nur sie nicht. Wenn sie etwas weiß, dann nur, was sie nicht will. Ministerium? Nein danke. Mungos? Auf gar keinen Fall, außer sie besucht ihre Tante, die noch immer schläft und der sie dann und wann mal die Haare kämmt, ein Armband umlegt oder die Nägel lackiert. Die Decke? Noch immer nicht ganz fertig, reicht aber schon von den Schultern bis zu den Knien.
Nichts tun ist natürlich auch keine Option, das versucht sie ganz nonchalant ein paar Wochen indem sie ernste Gespräche am Küchentisch umgeht, leider ist diese Methode aber nur kurzzeitig von Erfolg gekrönt. Aushilfsjobs, die wären doch was? Sieht ihr Vater anders, der Marjorie zwar in keine Bahn drängt aber auch dafür sorgen möchte und muss, dass sie kein hoffnungsloser Wildwuchs wird. Sie finden dann immerhin einen Mittelweg und mit dem hervorragenden Argument, dass es den Charakter formt wenn man mal so richtig körperlich arbeitet. Natürlich vor allem ein Ausweg um sich vor der Verantwortung zu drücken eine
richtige Arbeit suchen zu müssen der man sich dann verschreibt; sich dauerhaft zu verpflichten ist nämlich wirklich und absolut nicht Marjories Herzensangelegenheit.
Also zieht es Marjorie ab dem Herbst auf eine Farm im Norden Schottlands, eine Anstellung für ein Jahr kommt den Betreibern zwar wenig sinnig vor aber da sie gegen Kost und Logis arbeiten möchte spricht wenig dagegen. Und wie sie so ist und sich gibt füllt sie schnell eine Lücke von deren Existenz man vorher gar nichts wusste, die auf dem Hof lebende Familie behandelt die Honeysett wie ein eigenes Mitglied dieser, sodass sie nicht nur eine Welt abseits ihrer kennenlernt, handelt es sich hierbei immerhin um Muggel, sondern auch handfeste, ehrliche Fähig- und Fertigkeiten. Und so wird aus dem Jahr ein bisschen mehr und da Marjorie nicht mehr bei ihren Eltern wohnt können diese auch schlecht Protest einlegen; warum auch, wo ihre Tochter doch so glücklich ist?
Die will natürlich nicht zu sesshaft werden, sodass sie dieses Leben schließlich verlässt um ein anderes zu leben, nimmt eine Stelle als Kindermädchen mitten in London bei einer wohlhabenden Famili an. Dann eines in dem sie sich um eine senile Alte kümmert. Schließlich Rezeptionistin in einem Hotel in Dublin, dann folgt die Reise ins Ausland und sie ist für eine grandiose Saison Prinzessin im Disneyland Paris (Cinderella, natürlich).
All ihr Hab und Gut passt in einen magischen vergrößerten Rucksack, doch das Fernweh ist allmählich gestillt, was noch immer nicht da ist: der große Berufswunsch. Das nächste Krisengespräch also mit ihren Eltern, die Tante schläft noch immer und die magische Welt gerät in Aufruhe weil Harry Potter pünktlich zu Marjories 22. Geburtstag am 1. September 1991 in den Hogwarts Express steigt.
Noch immer ungeklärt ist die Frage nach Marjories beruflicher Zukunft, ihre Brüder haben das ganz gut hinbekommen, wieso sie nicht? Um den Gesprächen zu entgehen wird der Lebensmittelpunkt demnach nicht das Elternhaus sondern hier und da und dort, die Sofas von Freunden (wahlweise auch mal eine Hängematte) sind schließlich auch gut genug, vor allem für jemanden der weiß sich unersetzlich zu machen. Wieso sollte man einen Gast rauswerfen der kocht, putzt, einkauft und zur richtigen Zeit das richtige Essen kocht? Ein permanenter Job in der Winkelgasse ist sicher keine endlose Geldquelle, halbwegs zur Ruhe zu kommen kristallisiert aber heraus was sie wirklich machen möchte: Kunst. Schwierig, weiß man schließlich, dass das von allen Karrieren die unsicherste ist. Unterstützung erfährt sie dennoch von ihrer Familie, zu der sie wieder näher aufrückt als sich in den Folgejahren abzeichnet, dass das für verschwunden geglaubte Böse wieder aufkeimt. Angst um die Familie, Angst um ihre Freude, Angst um die Welt. Eine freundliche Erinnerung daran, dass man doch gar nicht so erwachsen ist wie man der Welt gerne verkaufen möchte.
GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN: 1995 - heute
Man kann nicht alles kontrollieren was um einen herum passiert, was man jedoch kann und sollte: das Beste draus machen. Das wiederum liegt Marjorie sehr. Sie und ihre Freunde entscheiden sich dazu das Weihnachtsfest von 1994 zum zweiwöchigen Marathon zu machen, beginnend am 24. Dezember mit einer Reise quer durch Europa. Natürlich übertreiben die Jungspunde es maßlos; permanentes Hausverbot im Louvre für den Einen, vom Anderen hängt in jeder Polizeistation auf Mallorca ein Foto aus. Es passierten Dinge - jeder Größenordnung. Marjorie selbst fand sich unheimlich witzig als sie sich von einer angeblichen Wahrsagerin in Polen die Gewinnzahlen für die englische Lotterie sagen lässt. Unsinn, Hokus Pokus, weiß man alles. Um einen Schuh draus zu machen spielt sie die Lotterie bei der Heimkehr natürlich, sonst wären die Groschen ja umsonst gewesen. Richtig ungünstig, dass die Zahlen schließlich stimmen und Marjorie Honeysett über Nacht reich wird.
Paranoia ist viel präsenter als der Gewinn, weiß man ja, dass diese Art von Betrug wirklich absolut nicht in Ordnung ist. Marjorie sagts keinem, nicht einmal ihrer Familie und unter der Hilfe von Magie verteilt sie das Geld auf sehr viele Schließfächer und Konten im ganzen Land, natürlich fernab der magischen Welt. Wäre ja aber blöd von dem Geld gar nichts zu haben, richtig?
Demnach investiert sie einen minimalen Betrag um sich ein kleines Atelier zu kaufen, alle nötigen Materialien, dies und das. Dass man von Kunst nicht leben kann weiß sie, eigentlich auch alle andere, sodass Marjorie sich in ein sehr unglückliches Netz aus Lügen begibt, von da an immer mit der Angst versehen, dass man ihr auf die Schliche kommt. Den Nebenjob macht sie weiter, investiert die restliche Zeit ins Töpfern, Malen und Gestalten und kann sich auch immerhin einen kleinen Ruf erarbeiten. Und geht ihr das Geld aus regelt ein kleiner Weg in die Bank das angehende Desaster bevor es ein ausgewachsenes werden kann. Das Übel wirkt verkraftbar angesichts der Gräueltaten, die die magische Welt an anderen Stellen ereilen.
Und gerade als es ihr schwer wie nie fiel die Hoffnung zu behalten erwacht ihre Tante im Juni 1997 aus dem ewigen Koma. Endlich gewinnen sie jemanden (wieder) dazu statt immer nur zu verlieren. Dass die Zahl für Letzteres deutlich höher ist müssen sie Tag für Tag an jeder Ecke und Stelle erfahren, nun deutlich älter als beim letzten Krieg muss sich Marjorie mit ihrer eigenen Mortalität auseinandersetzen, weil es plötzlich nicht mehr nur eine Kalenderweisheit ist, dass jeder Tag der letzte sein könnte, sondern die eiskalte Realität für jeden dem es widerstrebt sich der Ideologie der Todesser bedingungslos anzuschließen.
Quelle für das Template
Helena » Team Mjeck