Richard Bigby
BIRTHDAY
12. Dezember 1946
ATTITUDE
Gut – Tendenz Orden
PROFESSION
Leiter des Werwolf-Fangkommandos
Richard Bigby, privat meist nur Rick genannt, ist ein halbblut Zauberer und Vater von fünf Kindern. Nachdem sein bester Freund nach ihrem gemeinsamen Schulabschluss von einem Werwolf gebissen wurde und Rick ihn daraufhin in Selbstverteidigung getötet hat, ist er im Werwolf-Fangkommando angefangen, mit der Absicht zu helfen. Inzwischen ist er zum Leiter des Kommandos aufgestiegen und wahrt zumindest nach außen hin den Anschein, dass er die fragwürdige Entwicklung im Ministerium unterstützt. Gleichzeitig unterstütz er die andere Seite, solange es ihn und seine eigene Familie nicht in Gefahr bringt.
your family tree
"SOMEBODY TOLD ME YOUR FAMILY TREE WOULD BE A CIRCLE. IS THAT TRUE?!"
Janice Bigby, geborene Carter, 47 Jahre, Halbblut, Haushexe mit diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten
Freundin, Ehefrau, Mutter seiner Kinder – Janice ist die Frau Richards Herzens. Basiert ihre Beziehung schon immer eher auf ihrer emotionalen Bindung und dem gegenseitigen Rückhalt, sind sie heute eindeutig in einem Alter, wo die körperliche Anziehung eher zweitrangig ist. Sie haben sich miteinander arrangiert und sind großmütig genug sich gegenseitig gewisse Freiräume zu erlauben.
Norman Bigby, 19 Jahre, Halbblut, Backpacker im Outback
In Gedenken an Richards besten Freund und Janices älteren Bruder, haben sie ihren Erstgeborenem nach dem gestorbenen Zauberer benannt. Ein bisschen Rebell, ein bisschen Mamas (und Papas) Liebling. Mehr Surferboy als Badboy. Norman mag noch so viel Blödsinn anstellen, er macht seine Eltern glücklich, solange er es nur ist – dabei hofft zumindest Richard, dass der Junge irgendwann was Vernünftigeres mit seinem Leben anstellt als Fotos zu schießen (und auf einem Surfbrett zu stehen).
Tyler Bigby, 17 Jahre, Halbblut, Schüler
Wo Norman laut, lebendig und stets präsent ist, ist Tyler der Bücherwurm der Familie. Action liegt ihm nicht. Er hasst den Job seines Dads – vorrangig, weil er stets in Gefahr zu sein scheint – und zieht allgemein die rationale Art vor. Dass er mit zu den besten seines Jahrgangs gehört, liegt nicht zuletzt daran, dass ihm lernen ebenso leicht zu fallen scheint wie Atmen. Die Sterne haben es ihm dabei besonders angetan. Was ironischerweise dann doch irgendwie wieder eine Verbindung zu Daddys Job ist.
Stacy und Jasper Bigby, 15 Jahre alt, Halbblut, Schüler
Eigentlich wollte Richard nur wirklich eine Tochter haben. Dass es dann unbedingt Zwillinge sein mussten… hat die Familie ordentlich auf Trab gehalten. Natürlich hat seine Kleine einen besonderen Platz in seinem Herzen, das heißt aber noch lange nicht, dass er Jasper weniger liebt. Im Gegenteil ist er großer Fan von dessen Begeisterung für Verteidigung gegen die Dunklen Künste und seiner Quidditchleidenschaft.
Ruben Bigby, 12 Jahre, Halbblut, Schüler
Waren Zwillinge schon nicht geplant, so hat Ruben wirklich niemand erwartet. Und doch ist er das geliebte Nesthäkchen. Gerade die Zwillinge haben in der Schule einen ausgeprägten Beschützerinstinkt was den Jüngsten angeht. Und auch bei den Eltern wird mehr als einmal die Augen zugedrückt, weil er schlicht über sehr viele Dinge im Leben zu stolpern scheint. Lernen ist ihm nicht in die Wiege gelegt und ebenso wenig leicht scheinen ihm die praktischen Fächer zu fallen. Aber wer hat mit zwölf Jahren denn schon alles raus gefunden?
Lorna Bigby, 83 Jahre, Halbblut, Rentnerin, durchgeknallte Oma
Dass Lorna es als alleinerziehende Mutter nicht immer leicht hatte, ist wenig überraschend. Ebenso, dass die Beziehung zwischen ihr und Richard – dem ältesten der Kids – nicht immer das einfachste war, ebenso wenig. Dass sie jedoch bewusst jeden Mann wieder aus ihrem Leben gekickt hat, ist einzig ihr Verdienst. Flatterhaft, sprunghaft, launisch. Oft kam Richard sich eher als Elternteil für seine Geschwister vor, als das Mum es übernommen hat. Ihrer Berufung als Oma geht sie genauso unregelmäßig nach. Zumal sie heutzutage lieber mit ihrem neusten Lover um die Welt reist, als für die Familie da zu sein.
William, Timothy und Christoper Bigby, 48, 46, 45 Jahre, Halbblut
Richards jüngeren Brüder, alle in England beheimatet. Will und Chris sind längst verheiratet und haben Kinder, Timothy kommt eher nach ihrer Mutter und lässt sich nicht festbinden.
your characteristics
"TO BE HONEST: WE'RE ALL COMPLETELY MAD HERE. I THINK WE ALL WOULD NEED A THERAPIST. ESPECIALLY HARRY POTTER AND DUMBLEDORE. BUT ENOUGH OF THEM - LIE DOWN ON OUR COUCH AND TELL US SOMETHING ABOUT YOUR CRAZY HABITS."
Rick ist ein bisschen der Alpha-Wolf in seiner Familie. Er hat schon von klein auf gelernt Verantwortung für andere zu übernehmen und für die schwächeren Mitglieder seiner Familie einzustehen. Sei es nun, dass er sich für sie mit anderen Kids geprügelt hat oder ihnen einen hinter die Löffel geben musste, damit sie ihre Hausaufgaben machen und ihr Gemüse essen. Es hat ihn zu einem Beschützer gemacht. Einem Familienmenschen. Dabei lässt er nicht jeden einfach blind in seinen familiären Kreis eindringen. Jeder Neuling wird erstmal gründlich unter die Lupe genommen und überprüft. Einmal angenommen jedoch, würde er alles für die Menschen geben, die er als Familie bezeichnet – wozu eben auch Freunde für ihn gehören.
Mag Richard ein Zauberer sein mit klaren Prinzipien und Regeln, so gelassen kann er auch hinnehmen, wenn andere ihre eigenen Entscheidungen treffen. Sicher, er hat sein Rudel gerne zusammen und möchte jederzeit wissen, was die Einzelnen anstellen, aber er diktiert ihnen nicht wie sie zu leben haben, was sie zu denken haben. Vielmehr legt er es darauf an, dass sich jeder zu dem entwickeln kann, was er oder sie sein könnte und möchte. Er unterstützt, wo er kann, hilft, wenn er darum gebeten wird, oder behält die Dinge einfach nur mit der Gelassenheit eines Mannes im Blick, der schon zu viel gesehen und zu viel getan hat.
Dass Richard mit vollem Herzblut seiner Arbeit nachgeht, ist jedem in seiner Abteilung klar. Die wenigsten wissen jedoch, dass er aus persönlichen Gründen überhaupt erst bei dem Werwolf-Fangkommando gelandet ist. Bei seinen Kollegen – inzwischen Untergebenen – ist er als fairer, wenn auch zielgerichteter Mann bekannt. Er hasst es Kompromisse einzugehen oder sich zu verbiegen nur um… dem, dessen Namen nicht genannt werden darf, in den Arsch zu kriechen. Und doch ist er sich des Umschwung bewusst, mehr noch, er hat mit aller Glaubwürdigkeit die moralische Ausrichtung der Abteilung mitgemacht. Nicht, weil er selbst je zu den Todessern gehören würde, vielmehr jedoch, weil es besser ist von dem zu wissen, was in seiner Abteilung läuft, als hintergangen zu werden. Dass er dabei gelegentlich Informationen der anderen Seite zuspielt, empfindet er als ausgleichende Gerechtigkeit. Bisher waren die Informationen jedoch so verstreut, dass seine Handlungen nicht weiter aufgefallen sind.
Selbst bei den Werwölfen hat er seinen Ruf weg, denn während seiner aktiven Zeit als Jäger hat er noch so ziemlich jeden Werwolf aufgespürt – nicht zuletzt dank seiner Animagus Gestalt. Ironischerweise ein Wolf. Dabei gehört er bis heute zu jenen, die lieber einen Zauberer über Vollmond irgendwo einsperren, als direkt mit gezücktem Zauberstab auf sie loszugehen. Denn so leicht es auch zu vergessen ist, verbirgt sich doch hinter jedem Wolfspelz auch nur eine Hexe oder ein Zauberer, die ihr Schicksal kaum je selbst gewählt haben. Ebenso wenig wie irgendjemand den Status seines Bluts freiwillig gewählt hat und danach nicht beurteilt werden sollte.
Schlimmste Erinnerung
Der Moment, als sein bester Freund ihn während Vollmond, all ihren Vorkehrungen zum Trotz, angegriffen und Richard ihn in Notwehr getötet hat.
Grösste Angst
Dass seine Familie ums Leben kommt – in seiner Vorstellung meist sehr blutig, vermutlich in einem Werwolfangriff.
Grösster Wunsch
Eine Welt, in der Werwölfe mehr als Opfer, denn als Täter wahrgenommen werden und die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Oder wahlweise eines Tages im Schaukelstuhl im Garten zu sitzen, umgeben von seiner Schar aus Kindern und Ekelkindern. Man darf ja träumen.
Amortentia Nasser Herbstwald, frisch geschnittenes Gras, Vanille – Ocker-farben
Vorlieben
Tee, Scharfes Essen, Rum, Herbst, Regen, Wandern, Pilze sammeln, Grillen, Stricken
Abneigungen
Schokofrösche, Liebeslieder, grüne Paprika, Armbanduhren, Werwolf-Diskriminierung, Gefrorenes Essen (Eiswürfel, Speiseeis…), gefährliche magische Pflanzen, Kreuzworträtsel, absichtlich bei Brettspielen verlieren
your magical timeline
"I REALLY DO HATE HISTORY OF MAGIC. BUT WE CAN'T LEAVE OUT THAT PART - SO BORE ME WITH YOUR 'MAGICAL HISTORY'."
Egal wie man es betrachtet, Richard hatte nie wirklich eine feste Vaterfigur im Leben. Mehr noch, es schien kaum je einen Mann in der kleinen Familie zu geben. Oh klar, da gab es den Mann, der ihn gezeugt haben muss – vermeintlich hat er der Britin Lorna sogar ihren Nachnamen gegeben als er sie geheiratet hat. Lorna hat jedoch nie darüber geredet. Oder überhaupt irgendetwas beantwortet, auf das sie keine Lust hatte.
Im Muggelkrankenhaus in Birmingham auf die Welt gekommen, könnte man vermuten, dass die Wurzeln der Familie irgendwo in der Umgebung liegen… Rick weiß es jedoch schlicht nicht. Ebenso wenig, warum seine Mutter damals nicht ins St. Mungo ging. Wirkliche Erinnerungen hat er an die ersten Jahre seines Lebens eh kaum. Viele Umzüge, viel irgendwo im hinteren Teil von Läden auf dem Fußboden spielend, während seine Mum arbeitete. Schließlich Brüder, die dazu kamen. Die Umzüge wurden seltener, blieben jedoch ein Bestandteil der Familie Bigby. Ebenso, dass Lorna die Kids öfter denn nicht alleine zuhause ließ. Oder bei einer Nachbarin absetzte – ob die nun wollte oder nicht. Oder vergas sie von der Schule abzuholen, in der sie wie die Muggelkinder die Grundlagen lernten. Sie war da, aber tagsüber immer viel zu beschäftigt damit ihre Familie über Wasser zu halten. Rick – oder Richie, wie er von seiner Familie genannt wurde – hatte davon natürlich keine wirkliche Ahnung, nur dass er für seine Brüder tapfer sein musste, für sie da sein musste. Sich um sie kümmern musste, wenn Mum sonst wo war.
Dass jeden Morgen Frühstück bereit stand und sie abends immer für die Kinder kochte, hat ihr Richard immer hoch angerechnet. Ebenso, dass sie sich abends, egal wie müde sie war, Zeit nahm um nach der Schule, den Hausaufgaben und was sie am Tag so gemacht hatten zu fragen. Dass sie beinah selbst einschlief, während sie die Kleinen ins Bett brachte und kaum genug Zeit hatte um sich noch um Richard zu kümmern… es ging komplett unter in den wenigen Momenten, wenn sie ihn in den Arm nahm und ihm sagte, wie stolz sie auf ihn war und wie sehr sie ihn liebte.
Dummerweise verpasste sie dabei Richards magisches Erwachen. Mit neun Jahren war er spät dran – vielleicht hatte er auch einfach nicht bemerkt, dass ihm vorher schon mal etwas passiert war, was er nicht erklären konnte. Vollkommen überfordert damit seine Brüder dazu zu bekommen ihre Hausaufgaben zu machen und gleichzeitig aufzuräumen und den Abwasch zu machen und… Überforderung war ein großer Teil von Richards damaligem Leben, während er versuchte für seine Brüder immer so zu wirken, als hätte er alles unter Kontrolle. Freunde? Hatte er keine Zeit für. Außerdem, was sollte er mit seinen Brüder anstellen? Nein, er hatte keine Zeit und keinen Kopf. Und wie er ihnen bei den Hausaufgaben helfen sollte, wusste er auch nicht. Erst als seine Brüder begeistert seine Fähigkeit beklatschten, wie er den Abwasch erledigte, während er doch gar nicht da stand und er sich einfach wie von Zauberhand selbst erledigte, ging ihm selbst auf, dass irgendwas anders war als sonst. Natürlich endete der Zauber in dem Moment, als es ihm bewusst wurde und egal was er – und seine Brüder – auch versuchten, es klappte nicht mehr. Dass er es am Abend seiner Mum in der üblichen Hektik nicht erzählte, war kaum verwunderlich.
Für Lorna war trotzdem immer klar gewesen, dass ihre Kinder magisch waren und so war Richards Hogwarts-Brief kaum überraschend. Und so war der Besuch in der Winkelgasse in den Sommerferien ein viel spannenderes Unterfang als gewöhnlich. Dass seine Brüder im ersten Moment noch voller Begeisterung waren, sollte sich jedoch bald ändern, ließ Richard sie doch am 1. September 1958 alleine, als er in den Hogwarts-Express stieg um seinen magischen Werdegang zu starten. Der Sprechende Hut sortierte ihn an dem Abend nach Hufflepuff wo er auch schon bald zum ersten Mal im Leben richtige Freunde fand, nicht zuletzt seinen besten Freund Norman.
Mit einer vollkommen unbekannten Freiheit konfrontiert hielt Rick sich erstmal an etwas, das er kannte: Lernen, arbeiten. Plötzlich nicht mehr der Älteste von vier Brüdern, sondern mit einer der Jüngsten, fühlte er sich seiner vertrauten Rolle beraubt. Zum ersten Mal im Leben hatte er sowohl genug Zeit als auch genug Kopf, um sich auf so etwas wie Freunde einzulassen. Wäre da nicht das stetige Nagen gewesen, dass er seine Brüder im Stich gelassen hatte… In Ermangelung von Optionen schickte er so gut wie täglich einen Brief nach Hause. Er fühlte sich schuldig, weil er sich frei fühlte, weil er Gefallen an seinem neuen Leben fand. Dass sie nach und nach ebenfalls nach Hogwarts kamen, beruhigte seinen ausgeprägten Beschützerinstinkt zwar – zumindest so lange, bis Christopher ein Jahr lang alleine zuhause war –, aber da sie nicht nach Hufflepuff kamen, musste er sich schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass sie trotzdem irgendwie jetzt ihre eigenen Wege beschritten.
Vermutlich lag es daran, dass er es mehr und mehr schaffte sich von seinen Brüder abzukapseln und eine ganz eigene Version seiner selbst zu werden. Er lebte auf. War freier denn je zuvor. Richard wurde zwar vielleicht kein Vertrauensschüler oder Jahrgangsbester, aber er schaffte es als Treiber ins Quidditchteam und in den ihm wichtigen Fächern einen guten Abschluss.
Was er werden wollte, war vollkommen klar: Ein Held.
Okay, nicht wirklich. Träumte aber nicht jeder irgendwie davon etwas wichtiges im Leben zu bewirken? Das Böse dieser Welt zu bekämpfen? Also Monster jagen. Und… so. Gut, er hätte auch Drachenwärter gemacht, aber Norman hatte zu viel Probleme mit Drachen. Stattdessen wollten sie zusammen im Ministerium eine Ausbildung bei der magischen Strafverfolgung anfangen. Nun, zumindest nachdem sie ein Jahr lang etwas von der Welt gesehen hatten. Nur, dass eben nicht alles so ablief, wie man sich das als frischgebackener Absolvent so vorstellte.
In einer der eher dunkleren Ecken Europas schafften sie es nicht nur bei Vollmond von einem Werwolf erwischt zu werden, Norman wurde zudem auch gebissen. Er starb nicht dran. Was natürlich nur die Alternative bedeuten konnte. Statt sich jedoch irgendwo Hilfe zu suchen, meinten die beiden Freunde das Problem alleine lösen zu können. Und so fanden sie sich einen Monat später in der Situation wieder, dass sie gedacht hatten Norman ausreichend gesichert zu haben. Er hatte Rick das Versprechen abgenommen ihn umzubringen, sollte er ihn angreifen – nicht, dass Richard das erst gemeint hatte. Aber im Angesicht eines Wolfs, der ihm an die Kehle wollte, um sie ihm wahlweise rauszureißen oder ihn ebenfalls in einen Werwolf zu verwandeln… Es war Selbstschutz. Was sie beide zusammen nicht gegen den ausgewachsenen und erfahrenen Werwolf geschafft hatten, gelang Rick bei seinem besten Freund. Nur, dass er in der Nacht einen Teil seiner Selbst zusammen mit seinem Freund tötete.
Einzig weil Norman einen Brief für seine Familie geschrieben hatte, von dem Richard nichts gewusst hatte, ermöglichte es ihm seinen besten Freund zurück zu dessen Familie zu bringen und nicht wie ein Ausgestoßener behandelt zu werden. Im Gegenteil, sie fingen ihn in ihrem Kummer auf. Die Bindung zu seiner eigenen Mutter war nicht stark genug um sich von ihr auffangen zu lassen und seine Brüder wollte er mit seinem Kummer nicht belasten. Und so gab Normans Familie ihm den Halt, den er brauchte. Sie sprachen ihn von jeder Schuld frei – etwas, was er selbst nicht schaffte – und bestärkten ihn darin dem gemeinsamen Traum der Freunde nachzugehen. Und doch empfand Richard das nicht mehr als richtig. Vielmehr nahm er das Schicksal seines Freundes zum Anlass seinen Weg zu ändern. Er bewarb sich bei dem Werwolf-Fangkommando. Nein, nicht aus Rachegelüsten, sondern vielmehr, weil Norman immer noch sein Freund gewesen war. Es immer noch war. Es war nicht seine Schuld gewesen, dass er Richard angegriffen hatte. Im Gegenteil, er hatte es nicht gewollt. Er war vielmehr Opfer der Situation, als Richard es war. Er war ums Leben gekommen – nicht Richard. Und wenn er verhindern konnte, dass irgendjemand anderes in diese Situation geriet, dann hatte er zumindest eine Sache richtig gemacht.
Man konnte über Bigby sagen, was man wollte, aber er verdiente sich mit den Jahren den Ruf eines zwar gnadenlosen Jägers, aber fairen Mannes. Er gehörte nicht zu jenen, die ausversehen fast nur tote Wölfe zurück brachten. Er half, wie es seine Möglichkeiten erlaubten. Und er schien immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Damit machte er sich zwar vielleicht nicht bei jedem im Ministerium einen Freund, aber er hielt sich an diese ihm eigene Regel: Solange ein Werwolf sich nicht bewusst in eine Situation brachte, in der er bei seiner Wandlung möglichst viele Menschen gefährdete, war er ein Opfer seiner Situation und verdiente jede Hilfe, die er bekommen konnte.
Mit seiner Einstellung war Rick dabei nicht vollkommen alleine. Normans jüngere Schwester empfand genauso. Dass Band, welches er seit Normans Tod mit der Familie geknüpft hatte, wurde mit der Zeit gerade mit Janice immer enger. Sie trafen sich öfter. Erst beinah ausschließlich um über Norman und Werwölfe zu reden, später dann schlicht weil sie Zeit miteinander verbringen wollten. Trauer mochte Menschen verbinden, doch es war schließlich Liebe, die die beiden vor den Altar führte.
Es war auch Liebe, die Ricks Aktivitäten zunehmend einschränkten. Da er sich vor Jahren während Voldemorts Erstarken weigerte den Todessern beizutreten, war sein Stand nicht der beste. Anstatt seinem Herzen zu folgen, setzte er alles daran unsichtbar zu sein. Er tat seine Arbeit, er war darum bemüht bei den richtigen Menschen im richtigen Licht zu erscheinen. Das Risiko, welches mit einem Aufbegehren seinerseits einherging, erschien ihm zu groß – selbst wenn der Norman aus seiner Erinnerung ihn dafür verspottete. Kämpfen sollte er. Aufstehen. Etwas unternehmen!
Also tat Rick das Einzige, was ihm einfallen wollte: Er spielte dem Widerstand Informationen zu. Nichts zu Auffälliges. Nichts, was direkt auf ihn verwies. Vielleicht waren die Informationen nicht einmal immer hilfreich, ihm wollte jedoch nichts Besseres einfallen.
Mit dem Sturz Voldemorts, mit Harry Potters Sieg über das Böse, war für Richard das Thema abgeschlossen. Sicher, er war sich bewusst, dass nicht jeder Mitläufer von damals zur Rechenschafft gezogen worden war. Er wusste, dass sie sich irgendwie ins Leben integrierten. Und auch wenn er erneut potenziell auf Informationen saß, stellte er doch nicht jeden Werwolf bloß, von dem er ahnte, für welche Seite er sich entschieden hatte.
Feige? Vielleicht. Vielleicht jedoch auch einfach nur ein Wunsch zur Normalität zurückzukehren. Also doch feige, wie Norman einmal mehr anmerken würde. Endlich eine Familie zu gründen kam ihm jedoch alles andere als feige vor. Es bedurfte eines Mutes, den er noch nie im Leben gespürt hatte. Erinnerungen an seine Kindheit, als er instinktiv die Rolle des Beschützers eingenommen hatten, suchten ihm heim. Mitgefühl, das er so seiner Mutter gegenüber noch nie empfunden hatte. Er wusste nach wie vor nicht, was die Entscheidungen ihres Lebens ausgemacht hatten, wie sie zu einer Single-Mum von vier Jungs geworden war – doch Rick wusste, dass er nichts davon für seine Kinder je zulassen würde. Kinder, ja. Er wollte ein Mädchen. Und einen Jungen.
Was er jedoch bekam waren erstmal zwei Jungs, dann sogar Zwillinge. Statt sich voll und ganz um seine Familie kümmern zu können, wie er es gerne gehabt hätte, nahm er stattdessen die Rolle seiner eigenen Mutter ein und schuftete umso mehr. Vier Kinder waren mehr, als er und Janice je geplant hatten. Zu stolz um Hilfe zu bitten, stürzte Rick sich in seiner Arbeit. Er nahm mehr auf sich, blieb oft bis spät in die Nacht fort. Er war übermüdet, ausgelaugt, aber verbissen, alles richtig zu machen.
Als das letzte Kind unterwegs war, fühlte Rick sich längst routiniert in seinem veränderten Alltag. Die Wochenenden hielt er so gut er konnte frei für seine Familie. Nichts war ihm heiliger als für sie da zu sein. Er bemühte sich, die Verantwortungen, die seine Abteilung an ihn stellte, wurden jedoch mit mehr Einsatz größer. Der Posten, auf den er vorbeireitet wurde, schien langsam offensichtlich: Leiter des Werwolf-Fangkommandos. Nicht, dass es ihm leicht gemacht wurde. Zwischen dem Chaos von heranwachsenden Kindern und schließlich deren Einschulung, rückte Richard ausgerechnet in dem Jahr an die Spitze der Abteilung, als es den Anschlag in Hogsmeade gab. Sein Beschützerinstinkt lief Amok. Alarmglocken schienen in seinem Kopf zu schrillen. Rick war sich mehr und mehr des angespannten Klimas bewusst. Der immer öfter auftretenden Feindseligkeit muggelstämmigen Mitarbeitern gegenüber. Eine Ahnung beschlich ihn, sorgte dafür, dass er seltener für sie eintrat, als er eigentlich sollte.
Dieses Mal spielten seine Entscheidungen jedoch eine viel größere Rolle. So beeinflusste er offensichtlich seine Abteilung damit, dass er über Aktionen hinwegsah, die den Todessern in die Hände spielten. Zweifellos um seine eigene Position zu stärken. Denn es ging nicht mehr nur um sein Leben und darum noch immer in der Lage zu sein Werwölfen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchten, er musste auch an seine Familie denken.
Es fiel Richard leichter als beim letzten Mal in die eine Richtung das eine zu signalisieren, während er in die andere Richtungen Informationen weitergab. Die Entscheidung Janice davon komplett auszuschließen, vergrößerte die Distanz zwischen dem Ehepaar zunehmend. Nein, die Liebe zwischen ihnen war nicht fort, aber dadurch, dass sie mit der Familie immer so viel um die Ohren gehabt hatte und er so viel Zeit auf der Arbeit verbrachte, hatte sich eine gewisse Gelassenheit bei ihnen eingestellt. Eine Akzeptanz, dass der andere gelegentlich etwas brauchte, das der Partner derzeit nicht bieten konnte. Es war leichter so. Nicht zuletzt, um sie zu schützen. Vermutlich hätte Richard sich sogar von ihr getrennt, wenn er wüsste, dass sie damit sicherer war, sollten seine Handlungen jemals auffliegen. Aber sie war seine Frau. Als ob Todesser da einen großen Unterschied machten.