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⌊ Est. 2011 ⌉ Willkomen im New Golden Days, ehemals bekannt als Those Golden Days. Wir nutzen historisch die Grundlage des HP-Fandoms, haben uns bewusst von der offiziellen Erzählung und deren diskriminierenden Grundhaltungen gelöst. Das Setting spielt 1997 in einer von Krieg, Chaos und Rebellion zerrütteten magischen Gesellschaft, die um Stabilität kämpft.
discord

Erste Schritte

Wir empfehlen den Leitfaden zu lesen. Darin haben wir alle Dinge notiert, die du für den Einstieg benötigst. Schau gerne in die Gesuche oder besuch uns doch gleich im Discord und lass dir von uns einen Charakter andrehen.


Radd Pilgrim
Almost made it to heaven


18.06.2017, 14:34 |
#1
¬¬

Radd Pilgrim

I think...so that you don't have to


"Welcome to the Ministry of Magic, visitor. Please leave your personal information here."
Personal Information:
Dieses bekannte Gesicht hört auf den Namen Radd Pilgrim. Gut, dass nur die Wenigsten von seinem eigentlichen Geburtsvornamen Radbourne wissen. Tja, welcher Idiot nennt sein Kind denn schon Radbourne? Sonderlich glücklich war Radd in seiner Kindheit mit jener Wahl nie. Es ist also kein Wunder, dass er sich schon bald für das Verwenden eines anderen Namens, mit beinah gleicher Bedeutung, entschied. Als Zaubereiminister ist er ein hohes Tier in der Politik. Nachdem er sich zunächst auf keine Seite schlug, sondern dem Ganzen vollkommen neutral gegenüber stand, hat ihn sein Bekenntnis zur guten Seite einen Imperius-Fluch beschert. Als Halbblut reiht er sich unter eine Vielzahl von Zauberern mit 'gemischten' Genen. Außerdem besuchte er zu Schulzeiten, nämlich in den Jahren 1965-1972, das Haus Slytherin. Seine UTZ-Abschlussprüfung schloss er mit diesen Noten ab:

  • Zauberkunst Ohnegleichen
  • Verwandlung Ohnegleichen
  • Zaubertränke Erwartungen übertroffen
  • Verteidigung gegen die dunklen Künste Ohnegleichen
  • Geschichte der Zauberei Ohnegleichen
  • Astronomie Ohnegleichen
  • Kräuterkunde Erwartungen übertroffen
Demzufolge lässt sich bereits hier darauf schließen, dass dieser Herr schon damals ein schlaues Köpfchen mit einer guten Portion an Ehrgeiz gewesen war. Noch heute besitzt Radd seinen Zauberstab, den er im Alter von elf Jahren bei Mister Ollivander erstand. Dieser besteht aus Ulmenholz und einem Kern aus Drachenherzfaser. Außerdem hat er eine Länge von 12 Zoll. Der Patronus des Mannes nimmt die Gestalt einer Feuerqualle an. Desweiteren ist es wohl interessant zu wissen, dass Radd kein Haustier besitzt. Als Vize-Zaubereiminister bleibt kaum Zeit, um einem Tier ausreichend gerecht werden zu können.
Würde der Dunkelhaarige in den Spiegel Nerhegeb blicken, so würde er sein eigenes Antlitz lächelnd in der Scheibe erkennen. Der Wunsch glücklich zu sein, liegt tief verborgen, sodass Radd selbst bisher kaum darauf aufmerksam geworden ist. Tatsächlich glaubt er, ein vollkommenes Leben zu führen. Dass ihm dabei etwas fehlt und viel zu selten ein echtes Lächeln auf seinen Lippen liegt, scheint er selbst nicht mehr wahrzunehmen. Die Begegnung mit einem Dementor würde den Minister wohl völlig aus der Bahn werfen - zumindest dann, wenn jener die schrecklichen Erinnerungen an den Tod seiner Schwester hervorruft. Gleichzeitig nähme ein Irrwicht die Gestalt der Leiche seiner toten Schwester an; bleich und mit unzählig vielen Pocken übersät.
Andererseits gibt es natürlich auch die schönen Dinge im Leben. An dem Amortentiatrank zu riechen ist vielleicht eine davon. Radd würde der Duft von Ebonys Haaren, Kerzen und Pfefferminze in der Nase liegen.
"Somebody told me your family tree would be a circle. Is that true?!"
Matilda Pilgrim ist ein stets beherrschter sowie disziplinierter Charakter. Die reinblütige Hexe stammt aus einer Familie, welche zwar weniger Wert auf ihren reinen Status legte, dafür aber umso mehr auf eine erfolgreich und ansehnlich agierende Erbenreihe achtete. Mittlerweile zählt Matilda 72 Jahre. Zu Schulzeiten besuchte sie das Haus Slytherin. Ihr guter Abschluss verhalf ihr zu einer Karriere als Aurorin. Heute verbringt sie ihre Zeit meistens zuhause mit ihrem Mann, fährt oftmals an die Küste und hält sich, obwohl ihr Sohn als Vize-Zaubereiminister arbeitet, vollständig aus der Politik heraus. Das Verhältnis zu Radd ist gut, kann jedoch kaum mit dem einer modernen familiären Mutter-Sohn-Beziehung verglichen werden. Während der seltenen Besuche gehen beide höflich miteinander um, teilen lange Gespräche und tauschen doch keine Umarmung miteinander aus. Man schätzt sich – und doch ist dort auf Seiten Radds immer noch eine kleine Wut auf seine Mutter, dass sie nichts unternahm, nachdem Ebony starb.
Matthew Pilgrim fällt durch seine hochgewachsene, schlanke Figur ins Auge. In seinem Auftreten erinnert er an seinen Sohn – und das nicht nur äußerlich. Matthew, der mittlerweile 74 Jahre alt ist, ist eher derjenige in der Erziehung gewesen, welcher sich zurückhielt und doch durch strenge Härte glänzte. Genau wie seine Frau Matilda interessiert ihn sein Blutstatus, oder aber der seiner Mitmenschen, überhaupt nicht. Matthew selbst ist ein Halbblut. In seinen frühen Jahren besuchte er das Haus Ravenclaw. Nach der Schule arbeitete er im Büro gegen den Missbrauch der Magie. Später wurde er ein Mitglied des Zaubergamots bis er in den Ruhestand ging.
Während all der Jahre, in denen Radd zuhause bei seinen Eltern wohnte, nahm ihn keiner von beiden jemals richtig in die Arme. Echte, nahe Liebe erfuhr er stattdessen bloß von seiner jüngeren Schwester Ebony Pilgrim. Mit jenem Mädchen ist ein grausiges Familienschicksal verbunden, welches die unsichtbare Mauer zwischen Sohn und Eltern verdichtete. Trotzdem war Ebony ein lebensfreudiger Mensch. Ständig lag ein Lächeln auf ihren Lippen. Ihr Mut war unglaublich groß, selbst in ihren letzten Stunden. Damals besuchte sie das Haus Hufflepuff und wurde gerade einmal junge 16 Jahre alt. Die beiden Geschwister trennten stolze zwanzig Jahre. Ihre Beziehung zueinander trübte diese Tatsache jedoch nicht. In Ebonys Gegenwart konnte man Radd oft lächeln sehen. Er kam aus sich heraus, legte seine kühle Distanz zumindest teilweise ab und wurde vielleicht sogar zu einem besseren Menschen. Ebony erkrankte an Drachenpocken. Nachdem ihr zunächst eine falsche Diagnose gestellt wurde, war es bald zu spät. Nach ihrem Tod wurde Radd rasend und startete einen langen Prozess, nach welchem der behandelnde Heiler von seinem Dienst suspendiert wurde. Wett machte jener Erfolg den Schmerz im Inneren natürlich nicht. Mittlerweile liegt der Tod seiner Schwester knappe sechs Jahre zurück. Dass die Zeit Wunden heilt, kann Radd nicht bestätigen.
Callum Sykes, ein Heiler im Alter von 24 Jahren, war einfach so wie aus dem Nichts auf der Bildfläche erschienen. An einem sinnlosen Abend war Radd Pilgrim wie er es so gerne tat, in einen Pub gegangen, hatte getrunken und die Sorgen von sich geschoben. Callum brachte jedoch ein viel größeres Problem mit sich. Der Sohn von Radd Pilgrims Jugendliebe Elizabeth Sykes verlor seine Mutter während des Angriffs auf Greenwich. Das Tagebuch eben jener gab dem jungen Mann eine zuvor unerkannte Wahrheit preis: Sein Erzeuger lebte.
Die bittere Erkenntnis offensichtlich einen Sohn zu haben, versetzte Radd in einen schlimmen inneren Konflikt. Er wollte nichts von Callum wissen. Er passte nicht in sein Leben hinein. Er wäre eine weitere Schwäche, die ihn manipulierte. Letztendlich gingen die beiden Männer im Streit auseinander - doch die drängenden Sorgen und Gedanken blieben. Sie blieben so lange bis er Callum erneut traf. Dieses Mal während eines Dementorenangriffs auf offener Straße. Zusammen konnten sie fliehen, doch Callum Sykes zog sich schwere Verletzungen zurück. So sehr, dass Radd auf einmal um sein Leben fürchten musste. Und da war jäh diese rasante Sorge, welche sich in sein Herz pflanzte. Was um alles in der Welt hatte das zu bedeuten?
"To be honest: We're all completely mad here. I think we all would need a therapist. Especially Harry Potter and Dumbledore. But enough of them - lie down on our couch and tell us something about your crazy habits."
    » Es gab diese Momente, in denen die Gruppe zu diskutieren begann. Stimmen schwirrten über den gut gefüllten Tisch. Durcheinander brabbelten sie wie die Hähne – oder glichen dabei eher aufgeregten Hennen. Radds Mundwinkel verzogen sich zu einer schmalen Linie. Seine türkishellen Augen verfolgten scheinbar jede Bewegung, die während jener Zusammenkunft vonstattenging. Der Lautstärkepegel im Raum erhöhte sich. Niemand wusste so ganz weiter und doch wollte jeder seine womöglich hilfreiche Meinung zum Besten geben. Radd schwieg, während er sich seine Zigarette anzündete und mit leicht gehobenen Augenbrauen Rauch ausstieß. Niemand von den Anwesenden konnte eine glänzende Aussage präsentieren. Der Dunkelhaarige wusste, wie die Sache lief. Er leckte sich über die rauen Lippen. Es würde nur noch Sekunden dauern bis den Brabbelnden die Worte ausgingen. Drei Sekunden. Zwei Sekunden. Eine. Stille. Blicke richteten sich auf den Mann, welcher zurückgelehnt und mit einem auf dem Knie ruhenden, rechten Fuß in die ratlosen Gesichter schaute. Und da war sie: Die Genugtuung. Ein seichtes Lächeln lag auf Radds Lippen, als er seine angefangene Zigarette im Aschenbecher ausdrückte. „Gut, gut. Wenn ich so frei sein darf, meine Meinung zu diesem Thema auszulegen-“, begann er gedehnt. Und so war es, und so wurde es. So sei es. «
&& intelligent, ehrgeizig, selbsterhaltend, führungsqualitativ, entschlossen, meinungsstark, selbstbewusst, vertrauenswürdig, ehrlich, sportlich, höflich, schlagfertig, feinsinnig, diszipliniert, weitsichtig, selbstlos, kämpferisch, wortgewandt && eigennützig, penibel, schnell verurteilend, ungeduldig, schamlos, sarkastisch, reserviert, abwertend, fordernd, lösungsorientiert, verwundbar, kühl, trockener Humor, misstrauisch, eifersüchtig, gelangweilt, mitleidsarm, verlustängstlich

Es gibt kein Schwarz oder Weiß. » Sieh ihn dir an. Beobachte, analysiere und sei vorsichtig mit deinem Urteil. Du kannst so falsch liegen, aber gleichzeitig so richtig. Du kannst denken, dass du ihn durchschaut hast und am Ende hast du ja doch keine Ahnung, wovon du sprichst. Dieser Mann, dieses bekannte Gesicht aus der Öffentlichkeit, ist von keinem Menschen je gänzlich durchschaut worden. Die einen nennen ihn unberechenbar, während andere von Bewunderung sprechen. Gefühlskälte konkurriert mit faszinierender Professionalität. Aber was ist nun richtig? Was falsch? Welche Gedanken und Gefühle spielen hinter den Spiegeln? In welcher Welt lebt dieser Mann, der so wenig von sich preisgibt und einem gleichzeitig das Gefühl gibt, doch so viel zu wissen. Wie kommt es dazu, dass jemand der so ruhig, gelassen, abwartend als auch verständnisvoll wirkt zugleich mit vollkommener Ungeduld gefüllt sein kann? Oh, das war wohl ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Ein prickelnder Tropfen auf dem kühlen Stein. Tatsächlich tut man diesem Mann sicherlich nicht Unrecht, wenn man ihm sowohl die Eigenschaft der Geduld als auch gleichzeitig die des vollkommenen Gegenteils zuschreibt. Radd Pilgrim polarisiert. Er ist Brise und Sturm zugleich. Während seine Mauern gefestigt sind, die Fassade in ruhiger Haltung abwartet, turnt innen ein Orkan. Schnell, ja, rasant, ist Radd von seiner Umwelt genervt, gar gelangweilt. Fehlende Intelligenz oder gar Fehlschlüsse regen Missfallen in dieser anspruchsvollen Persönlichkeit. Tatsächlich bekommt der Außenstehende, eben Radds Mitmensch, kaum etwas von jenen Gefühlsregungen mit. Dieser Mann lernte bereits in seinen Kindheitstagen sich höflich und zuvorkommend zu benehmen. Sicherlich lässt ihn jene Tatsache nicht davor zurückschrecken, spitze Kommentare zum Besten zu geben – vorsichtig ist er mit seinen Aussagen trotzdem. Als Führungsperson ist Radd ungemein fordernd. Gute Leistungen erkennt er hingegen ohne Zögern mit einer gemeinsamen Teestunde an. Der Dunkelhaarige hat ein Faible für gute Konversationen. Diesen Gesprächspartnern schenkt er seinen besonders großen Respekt. Stark hervorzuheben ist wohl, dass Radd nach der Devise ‚der erste Eindruck zählt‘ lebt. So bildet er sich überaus schnell, zugegebenermaßen aber auch gründlich, sein Urteil über Personen, welches im Nachhinein nur noch schwerlich zum Wanken gebracht werden kann. Durch seine ausgeprägte Beobachtungsgabe bemerkt er Details, auch im Verhalten anderer, ungewöhnlich schnell. Selten sieht man wie er echten Einsatz für Personen zeigt, die ihm wichtig sind. Tja. All diese Dinge liegen wohl in der Vergangenheit begraben. Auch dieser scheinbar so gefühlskalte, reservierte und schwer zu erreichende Mensch hat seinen wunden Punkt. Seine Verletzlichkeit. So erwacht der Kämpferinstinkt besonders dann, wenn er tatsächlich geliebte Personen in Gefahr oder bedroht sieht. Du glaubst ihn also zu kennen? Es braucht vielleicht eine Ewigkeit, oder mehr, um hinter die Fassade und Ausmaße blicken zu können. Es gibt kein Schwarz oder Weiß – Radd Pilgrim ist die bunte Mischung dazwischen.
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Radd Pilgrim fällt vor allem durch seine strahlend blauen Augen auf. Sein Gesicht ist durch markante Züge geformt. Die Haare trägt er in der immer gleichen, kurzen Frisur. Begegnet man Radd während seiner Arbeitszeit, so ist er in Roben oder dunkle Anzüge gekleidet. Auf letztere verzichtet er auch in seiner Freizeit nicht. Dennoch sieht man ihn ebenso häufig in sonstiger Kleidung. Die favorisierte Farbgebung ist hierbei dunkel. In den kälteren Monaten geht Radd nicht ohne seinen teuren, schwarzen Mantel aus dem Haus. Interessant ist die Narbe, welche er während eines Kampfes als Auror über den halben Rücken davontrug. Nun ja, dieses Merkmal bekommen wohl nur die Wenigsten zu Gesicht.
"I really do hate history of magic. But we can't leave out that part - so bore me with your 'magical history'."
    » „Siehst du die Schmetterlinge dort?“ Radbourne Pilgrim hob seinen Kopf. Seine kristallklaren Augen verfolgten das Fliegen jener bunten, hübschen Tierchen. Fasziniert starrte er auf die Bewegungen - wie flatterhaft sie doch waren. „Bevor sie so schön und anmutig flogen, waren sie ganz anders. Raupen.“ Radbourne beugte sich nach vorne. Seine Lippen standen vor Wissensdrang automatisch einige Zentimeter weit auf, während er angestrengt den Worten lauschte. „Schmetterlinge sind wunderbare Tiere. Als Raupen verpuppen sie sich in einem Kokon und dann entsteht etwas ganz Buntes aus ihnen. Ich meine, am Ende macht es besonders die Raupen zu etwas Einzigartigem.“ Der junge Pilgrim stellte sich auf seine Zehenspitzen, um besser beobachten zu können, doch sein Blick wurde von vielen Buschzweigen getrübt. „Siehst du, es lohnt sich nicht etwas vorzuverurteilen. Jeder ist etwas Besonderes, selbst eine kleine Raupe.“
    Radbourne runzelte seine Stirn. Gerade wollte er einen Schritt nach vorne machen. Er wollte die eigenartige Frau, welche ein kleines Mädchen auf ihrem Schoß hielt, fragen, was sie mit jenen Worten meinte. In diesem Moment keifte es jedoch aus der Ferne. „Radbourne! Komm gefälligst aus dem Gebüsch. Du machst deine Kleidung dreckig.“, rief Matilda Pilgrim. Und so sollte der Junge nie erfahren, was die andere Mutter ihrem Kind zu diesem Zeitpunkt eigentlich genau zu erklären versuchte. «
move in the right direction // Geburt && Kindheit Radbourne nannte man den Jungen, der an einem Februartag das Licht der Welt erblickte. Als einziges Kind der Eltern Matilda und Matthew Pilgrim wurde er in eine magische Familie geboren, deren Erziehungsgeschichte, besonders mütterlicherseits, schon immer von Strenge und Disziplin erfüllt gewesen war. So erlebte der kleine Kerl eine Kindheit, in welcher er sich selten austoben oder abenteuerliche Erfahrungen machen durfte. Stattdessen verbrachte er seine Freiheit hauptsächlich im Inneren des Hauses. Das Lesen erlernte Radbourne bereits im Alter von viereinhalb Jahren, während er sein erstes magisches Erlebnis mit sieben Jahren hatte. Während eines unglaublich heißen Sommertages hockte die Familie Pilgrim wieder einmal im Haus. Radbourne hatte bereits den lieben langen Mittag seine sehnsüchtigen Blicke aus dem Fenster hinausgeworfen. Eine Wut kochte in seinem Bauch, doch wollte nicht hinausgelassen werden. Als eine Regenwolke über den Köpfen der Anwesenden erschien und kalte Regenschauer ergoss, war die Freude der Eltern eher gering.
Es war stets wichtig sich korrekt und akkurat zu verhalten. Einen ebenso hohen Stellenwert hatte der zukünftige Werdegang des Sohnes. Schon früh nahmen beide Elternteile ihr Kind mit zur Arbeit. Nicht etwa, um diesem zu zeigen, wo sie sich aufhielten, wenn sie nicht zuhause waren – nein, hier wurden ganz andere Spielchen gespielt. Während jener Ausflüge war man darauf aus, Samen zu setzen, welche bald zu sprießen begannen. Radbourne meinte die Wichtigkeit zu erkennen, später ebenfalls eine Karriere im Ministerium einschlagen zu müssen. Er wollte seine Eltern stolz machen, aber vor allem noch etwas Großartiges sein. Großartig – das konnte man dann, wenn man ein gutschaffender Pilgrim war. Generell machte besonders Matilda vor ihrem Sohn keinen Hehl aus ihrer Abscheu gegenüber weniger Verdienenden, gar unwichtigeren Persönlichkeiten. Sie liebte es, sich an der oberen Spitze der Gesellschaftspyramide zu befinden.
    » Der Zug ratterte unaufhaltsam über die eisernen Gleisen. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Nur noch vorwärts. Nur noch weiter, besser, schneller, freier! Ausdruckslos starrte Radbourne Pilgrim aus dem vom Schmutz beschmierten Fenster seines verlassenen Abteils. Er hatte seinen Eltern nicht gewunken, denn er wollte seinen Blick nach vorne richten. Es war nötig die Freiheit zu schmecken, ohne dabei dem goldenen Käfig nachzutrauern. Trotzdem pochte es in seinen Ohren. Er hatte Großes vor; wollte Großes werden. Wie konnte man sich frei nennen, wenn man doch weiterhin von innenheraus gesteuert war? Radbourne blinzelte, ehe er sich mit einem schweren Atemstoß zurücklehnte. In diesem Moment glitt die Abteiltür mit einem quietschenden Geräusch zur Seite. „Ist hier noch frei?“, fragte ein zierlicher Blondschopf, während sein Blick die freie Sitzbank streifte. Radbourne drehte seinen Kopf. Es knackte leise. Dann nickte er und verzog dabei doch keine Miene. Die Tür schlitterte hinter dem Blonden zu, während er es sich auf der gegenüberliegenden Sitzfläche bequem machte. Lange herrschte Stille zwischen den beiden. Dann durchbrach die nun doch neugierig gewordene Stimme des Anderen das Schweigen. „Wie heißt du eigentlich?“
    Der Dunkelhaarige leckte sich über die Lippen. Nur langsam wandte er seinen Blick von der vorbeiziehenden Landschaft ab. Seine Stirn legte sich für den Bruchteil einer Sekunde in Falten. Dann zierte ein undurchdringliches Lächeln seine Lippen. „Radd. Ich heiße Radd.“, hörte man ihn leise antworten - und plötzlich war da dieses neue Gefühl endloser Möglichkeiten. Das nannte man wohl echte Freiheit. Ein Hauch von Unabhängigkeit. «
getting better one day at a time // Schulzeit Im Alter von elf Jahren erhielt Radbourne endlich seinen Brief, welcher ihn zum Besuch der Zauberschule Hogwarts einlud. In der Winkelgasse erstand er nicht nur Schuluniform, Roben, eine Eule und Bücher sondern erhielt zusätzlich seinen ersten Zauberstab bei Mister Ollivander. Der Hogwartsexpress hatte ihn schon bald in seinem Inneren verschluckt. Radbourne gehörte zu den wenigen Schülern, welche nicht am Fenster saßen und ihren Eltern winkten. Obwohl seine Bewunderung und Zuneigung jenen gegenüber ungebremst war, begrüßte er die neue Freiheit, welche ihn weitab vom Elternhaus erwartete. Der erste Schritt der Unabhängigkeit bestand darin, den bis dato verhassten Vornamen abzukürzen. So wurde aus ihm ‚Radd‘. Über die Zeit hinweg stellte sich diese Bezeichnung selbst bei den Lehrern ein, welche das ständige Korrigieren ihres Schülers leid waren.
Im Hause Slytherin fühlte sich Radd von der ersten Sekunde an unheimlich wohl. Zwar umringte er sich nicht mit vielen Freunden, kam jedoch mit jedem seiner Mitschüler aus. Obwohl er nicht stundenlang über seinen Schulbüchern hockte, glänzte er über die Jahre hinweg mit seiner vorhandenen Intelligenz sowie dem Ehrgeiz. Auf einige seiner Mitschüler hatte Radd eine einschüchternde Ausstrahlung. Bereits zu Schulzeiten hing ihm der Ruf nach, schwer einzuschätzen zu sein.
Bereits in der vierten Klasse fasste der Jugendliche den anspruchsvollen Entschluss in die Fußstapfen seiner Mutter treten, und nach dem Abschluss eine Ausbildung zum Auror anfangen zu wollen. Aufgrund seiner anhaltend guten Noten stand diesem Vorhaben nichts im Weg. Als Vertrauensschüler seines Jahrgangs nahm Radd seine Aufgaben äußerst ernst. Bald hatte er sich durch seine Korrektheit einige Feinde unter den Mitschülern gemacht. Sonderlich stören tat er sich daran aber nicht. Obwohl er auch zu Schulzeiten ein guter Quidditchspieler war, machte er sich nie die Mühe in das Team seiner Hausmannschaft aufgenommen zu werden. Stattdessen vertrieb er sich die Zeit lieber mit Gleichaltrigen, welche er schätzte, und schon bald mit seiner ersten Freundin.
    » „Absonderlich herausragend. Ich habe selten jemanden mit einer derartigen Kombinationsgabe erlebt. Wenn ich es Ihnen doch sage-“ Das Blut in Radds Ohren rauschte, als er seinen Hinterkopf gegen die Wand des Korridors drückte. Schweiß bildete sich im Zwischenraum seiner Finger. Er holte tief Luft, versuchte sich zu beruhigen und konnte doch nicht wirklich klar denken. Abteilungsleiter. Es war ein großer Schritt, welcher ihm dort bevorstand. Vielleicht sogar der letzte auf seiner Karriereleiter. Das hier bedeutete Großes. Es lag in der Luft, formierte sich hinter den Türen des Ministerbüros und quasselte von Zuspruch. Radds Nasenflügel bebten. Er machte auf dem Absatz kehrt, eilte in die Aurorenzentrale zurück und erschien gerade noch rechtzeitig, als grüne Stichflammen im Kamin erschienen. Ein seichtes Lächeln lag auf den Lippen des Überbringers froher Botschaften. Ein beschriebenes Pergament ruhte in seiner Hand. Am Ende brauchte es nur eine Unterschrift, um Großes zu verwirklichen. «
it's not perfect but it's getting closer // Ausbildung, Beruf, Luce & erste Beförderung
Mit einem guten Schulabschluss stand einer Ausbildung im Ministerium nichts im Weg. Nach drei Jahren durfte sich Radd Pilgrim als Auror bezeichnen. Die ersten Arbeitsjahre stellten sich als besonders hart heraus. Während jener Zeit lag es an dem frischen Neuling, sich in der harten Welt und vor seinen Kollegen zu behaupten. Nicht selten zeichnete er sich hierbei durch seine Gerissenheit und Kombinationsgabe aus. Einige verbliebene Anhänger Voldemorts konnten durch die Hilfe des jungen Zauberers dingfest gemacht werden.
Als Radd sein zwanzigstes Lebensjahr erreichte, bekam er, für ihn unerwartet, ein kleines Schwesterchen. Von diesem Zeitpunkt an ließ sich der Sohn ungewöhnlich oft zuhause blicken. Zu Ebony baute Radd vom ersten Moment an eine ganz besondere Beziehung auf – vor allem, da er ihre Kindheit um einiges angenehmer als die eigene gestalten wollte. Im Alter von sechs Jahren übernachtete das Mädchen zum ersten Mal bei ihrem älteren Bruder. Bei ihm durfte sie echte Freiheit schmecken. Zusammen saßen sie stundenlang vor dem Fernseher, gingen ins Kino, Eis essen oder spielten Gesellschaftsspiele. In Ebonys Gegenwart schien Radd weicher zu werden. Er fühlte sich irgendwie wirklich glücklich.
Am Tag ihrer Einschulung stand der Ältere am Gleis, um dem davon fahrenden Zug zu winken. Egal welche Pflicht rief, der Auror versuchte sich für seine kleine Schwester stets Zeit zu nehmen. Selbst als er seine vierte Freundin Lucrece Mayer kennenlernte. Trotz des hohen Altersunterschieds von ganzen zwölf Jahren war Radds Interesse an dieser Frau ungebrochen. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit fühlte er sich wahrhaft verliebt. Obwohl sie kleine Konflikte untereinander ausfochten, war die Zeit zusammen doch meistens harmonisch. Beide schienen sich zu ergänzen. Zu diesem Zeitpunkt konnte es kaum besser in Radds Leben laufen.
Ein Jahr später, nämlich mit 33 Jahren, winkte schließlich die Beförderung. Nach jahrelanger Arbeit erhielt Radd den Posten des Abteilungsleiters für magische Strafverfolgung. Scheinbar am Ende seiner Karriereleiter fühlte er sich gut – besser denn je.
    » Stille. Eine unheimlich bedrückende Stille wurde vom Wind über den feuchten Boden getragen. Tiefe Leere schimmerte in den von Trauer glasigen Augen des Abteilungsleiters. Dornen eines Rosenstraußes gruben sich schmerzlich in seine Handflächen, doch hielten ihn gleichzeitig nicht davon ab, seinen Druck zu verringern. Er wollte fühlen - irgendetwas anderes als den klaffenden Riss in seiner Brust verspüren. „Es tut mir leid“ Nur leise, fast tonlos, kamen die Worte über seine Lippen. Das Sprechen missfiel ihm. Selbst das Atmen schien in diesem Moment eine Last zu sein. Es kribbelte bedrohlich in seinem Nasenbein. Er wollte den Tränen keine Macht über sich geben. Nicht zu weinen, fiel schwer. Aber noch schlimmer war es die nagende Leere im Inneren zu ertragen. Ebony würde nicht zurückkehren. Nie wieder.
    Reglos starrte Radd auf den hellen Schriftzug. Es kam keine Antwort. Nichts. Stumm und starr thronte der Grabstein auf der lockeren Erde. Und es herrschte Stille. Für immer. «
I will hold back tears // Tod der Schwester
Es dauerte ungefähr ein Jahr nach dem offiziellen Beziehungsanfang mit Luce, da zog das Paar in Radds geräumige Wohnung zusammen. Kurze Zeit später begann wohl der Anfang einer Misere. Wer rechnete denn mit Komplikationen, wenn der behandelnde Arzt von einem Routineeingriff sprach? Nach einem operativen Eingriff, bei welchem Luce Zysten am rechten Eileiter entfernt wurden, sank die Chance auf ein zukünftiges Kinderkriegen um ein Vielfaches. Radd versuchte stark zu bleiben, klammerte sich an die verbliebenen Möglichkeiten, welche ihnen noch blieben, verlor aber irgendwo seinen Glauben an die Menschheit. Niemandem konnte man noch vertrauen. Wer besaß denn überhaupt noch Wissen? Am Ende wurde alles mit Nichtkönnen zerstört. Schwups, mit einem Mal hatten Menschen ihre Zukunft verdunkelt. Bitterkeit setzte sich im Herzen des Pilgrims fest. Für Luce versuchte er hoffnungsvoll zu sein. Aufgrund seines instinktiven Feingefühls schien Radd jenes Hindernis mit Leichtigkeit zu meistern. Es dauerte einige Monate bis sich Radd an den Gedanken gewöhnte und seinen eigenen Hoffnungen, die er seiner Freundin gegenüber aussprach, auch tatsächlich selbst Glauben schenkte. Monate, in welchen er die falschen Versprechungen medizinischer Fachkräfte beinah vergaß. Beinah. Es war ein stürmischer Herbst 1989 als Ebony Pilgrim direkt von Hogwarts ins St. Mungo Krankenhaus geschickt wurde. Sofort ließ Radd seine Arbeit stehen und liegen, um an der Seite seiner Schwester zu sein. Es dauerte Wochen, ja beinah Monate der Fehldiagnosen bis man die wirkliche Erkrankung ‚Drachenpocken‘ bei der Jüngeren feststellte. Nicht selten verbrachte Radd die Nächte am Bett seiner Schwester. Seine einzige Unterstützung fand er in dieser Zeit bei Luce. Im Alter von sechszehn Jahren verstarb Ebony und hatte dabei doch selbst in ihren letzten Stunden ein Lächeln auf dem Gesicht. Es brannte sich in Radds Kopf, in seinen Magen und schnürte ihm von dort an den Hals zu.
Radd Pilgrim leitete einen Gerichtsprozess gegen den Heiler seiner Schwester ein, welcher die vorigen Fehldiagnosen stellte. Über Monate hinweg prangten die Schlagzeilen im Tagespropheten, doch der Dunkelhaarige konnte nichts anderes sehen als die eigene, rasende Wut, welche ihn zur vermeintlichen Gerechtigkeit nötigte. Der Hass auf scheinbar unfähige Menschen, welche aber die große Macht über das Leben anderer verfügen zu können innehatten, wuchs stetig. Obwohl Radd letztlich den Prozess gewann und der Heiler seines Amtes enthoben wurde, schlich sich die Leere des Verlustes in sein Herz ein. Beinah jeden Tag besuchte er das Grab seiner Schwester. Das Unglück hatte ihn mit krallenden Fingern gepackt.
    » Es ist nur ein Pochen in den Ohren. Eigentlich nichts Besonderes, wenn man genau darüber nachdenkt. Es ist nur ein wahnsinnig weißer Flur, extrem helle Kacheln und eine Tür hinter der die Wahrheit verborgen lag. Radd Pilgrim wusste, was ihn erwartete. Als er das Blut auf den Fliesen, an Luces Beinen und scheinbar überall am Boden verteilt gesehen hatte, da hatte er es gewusst. Nun saß er hier; wieder einmal auf den Stühlen des St. Mungos Hospitals und auf die nächste grausame Nachricht wartend. Er hasste dieses Pochen in den eigenen Ohren. Schlimm waren die wahnsinnig weißen Flure, extrem hellen Kacheln und verschlossenen Türen. Sie priesen von Unheil und Verlust. Sie waren der Vorbote einer neuen Weltordnung. Vor nicht einmal zwei Jahren hatte Radd zu spüren bekommen, wie der Alltag aus den Fugen gerissen werden konnte. Jemand meinte es nicht gut mit ihm. Jemand wollte sein Herz zu Eis gefrieren lassen. Der Abteilungsleiter schluckte, während er seinen Blick fest auf seine Finger gerichtet hielt. Ein stetes Beben beherrschte seinen Körper. Mit einem dumpfen Geräusch öffnete sich die grauenvolle Tür in der Mitte des Ganges. Radd hob sein Kinn an, starrte in die Gesichtszüge des behandelnden Heilers und fühlte sich schlagartig durch dessen starre Mimik bestätigt. Es war tatsächlich geschehen: ein neuer Fall – ein weiteres Monster, das um sich geschlagen und alles Glück mit sich gerissen hatte. «
I’m doing fine // Verlobung, zweiter Verlust
Lange Zeit ging es Radd ungewöhnlich schlecht. Er sprach selten und schien eine Mauer um sich herum aufzubauen, welche allein durch Luces Anwesenheit durchbrochen werden konnte. Von seiner Freundin fühlte sich der Mann verstanden. So kam es dazu, dass er ungefähr ein Jahr nach dem Tod seiner Schwester um Luces Hand anhielt. Er wollte das Schlechte hinter sich lassen; neue Kapitel aufschlagen. Zunächst schien sein Plan tatsächlich zu brillieren. Kurze Zeit nach ihrer Verlobung wurden sie beide auf eine höhere Wolke gehoben, denn tatsächlich sollten sie – trotz aller verlorenen Hoffnungen – ein Kind erwarten. Radd taute auf, besonders beim Einkaufen in einer Vielzahl von Babygeschäften. Wie zerbrechlich ein Glücksgefühl doch sein konnte, hätte dieser bis dato doch schon so gebrochene Mann eigentlich erahnen müssen. Doch er tat es nicht. Überhaupt nicht. So wurde es zu einem Horrormoment, als Luces Schreie durch die Wohnung zu ihm drangen. Blut – überall Blut. Vom ersten Moment an wusste Radd, was geschehen war, wollte es jedoch nicht wahrhaben. Der Verlust ihres Kindes hinterließ Luce apathisch, während auch Radd nach und nach zerfiel. Selbst als es der Jüngeren wieder besser ging, sollte ihre beider Beziehung keine Rettung mehr finden. Sie lebten sich auseinander. Radd spürte plötzlich nur noch den Schmerz, wenn er in das Gesicht seiner Freundin starrte. Es war zu viel – und doch zu wenig. Er löste die Verlobung zu Luce eher mit einem Vorwand, als mit einer echten Wahrheit, auf. Und so begann die Zeit des Alleinseins. Die Zeit der aufkommenden Kälte – denn es gab nichts als den Verlust und Hass, welcher Radd mehr denn je prägte.
    » Der Wind peitschte unbarmherzig ins Gesicht des Vize-Zaubereiministers. Trümmer eines zerstörten Dorfes lagen vor ihm. In seinem Inneren hätte der Hass wüten müssen, doch da war nichts, was die Boshaftigkeit der Gräueltäter vollends verurteilte. Radd Pilgrim beobachtete die Verletzten, die Pressesprecher und Fotografen, welche das Unheil für die Ewigkeit festhielten. Mit dem Schrecken kannte sich der Dunkelhaarige aus. Er schmeckte lasch und fad. Einen kurzen Blick warf er seinem Nebenmann, dem Minister höchstpersönlich, zu. Dann ließ er einen scharfen Atemstoß in die bitterkalte Luft hinaus. This is halloween, schoss es ihm schlagartig durch den Kopf. Es war ein bitterer Witz, ein ironischer Wink, dass man ausgerechnet diesen Tag für den Angriff auf das Zaubererdorf Hogsmeade wählte. Radd hatte keine Angst, denn er fürchtete schon lange nicht mehr um das eigene Leben. Veränderung lag in der Luft. Obwohl ihn die Absichten der Todesser kaum berührten, gefiel ihm der Wind des Umschwungs. Er roch bitterböse und doch so frisch. «
I won’t lose my mind // der Vize-Zaubereiminister
Gerade einmal ein Jahr nach der Trennung von Luce geschah das wohl Unmögliche: Man ernannte Radd Pilgrim zum Vize-Zaubereiminister. Nun prangte sein Gesicht in allen Klatschblättern, stören tat sich der Hochgewachsene daran jedoch nicht. Von diesem Tag an versank er in seiner Arbeit und versuchte sich dadurch scheinbar von seinen eigentlichen Lebensproblemen abzulenken. Selten sah man den Dunkelhaarigen noch mit einem Lächeln im Gesicht durch die Flure wandeln. Das passte irgendwo, denn immerhin spitzte sich einige Jahre später die Lage in ganz England zu. Mit dem Auftauchen der Todesser bei der Quidditchweltmeisterschaft begann bereits auf Seiten Radd Pilgrims das Erwarten einer dunkler werdenden Zukunft. Noch hatte er sich keine Meinung bezüglich der Anhänger Voldemorts gebildet. Über die Jahre hinweg formte sich aber eine leichte Sympathie ihnen gegenüber. Mittlerweile vertrat Radd eine felsenfeste Einstellung, welche ‚niveaulosere‘, nicht mit sonderlich viel Intellekt gesegnete Menschen herabstufte. Er war ein überzeugter Verfechter einer nötigen Säuberung – vor allem im politischen System, sowie im St. Mungos Krankenhaus. Offen trug er jene Einstellung natürlich nicht hinaus. An die Rückkehr Du-weißt-schon-wers glaubte Radd vom ersten Moment an, trug seine Meinung aber nicht an den Zaubereiminister weiter. Natürlich hätte es ihn andererseits vermutlich seinen heißgeliebten Job gekostet.
Im Oktober 1995 folgte schließlich ein Angriff auf das Zaubererdorf Hogsmeade. Sofort war die Spitze des Ministeriums zur Stelle, um die Ausmaße des Terrors zu sehen. All der Schrecken, welcher durch die Bevölkerung zog, sollte Radd zu diesem Zeitpunkt nicht erreichen. Scheinbar abgehärtet durch die eigene Vergangenheit kümmerte er sich professioneller denn je, um bürokratische als auch weitreichendere Angelegenheiten, während in seinem Kopf ein ganz anderer Film lief. Innerlich verurteilte er seinen Kollegen, den Zaubereiminister, für seine Dummheit, die Rückkehr Lord Voldemorts auch jetzt nicht anzuerkennen. Hinter den Mauern des Ministeriums spielte ein klägliches Spiel – und Radd hasste es, mit der eigenen Meinung zurückhalten zu müssen. Im Frühjahr erhielt derjenige, welcher die Wahrheit verleugnete vielleicht sogar seine gerechte Strafe. Während des Angriffs auf den Zaubereiminister beteiligte sich Radd Pilgrim am Kampfgeschehen und kam mit Glück nur mit leichten Verletzungen davon. In seinen Augen spiegelte sich kein Bedauern wider als er vom eigentlichen Grund des Terrorakts erfuhr. Am Ende sollte es ihnen allen einen neuen Zaubereiminister an die Spitze stellen. Sonderlich glücklich war Radd über die Wahl des Frischlings, der die Bevölkerung mit seinen Verboten überhäufte, aber nicht.
    » Leer lag das abgeerntete Feld vor den Augen Radd Pilgrims. Seine Züge wirkten kalt, müde und doch so fest. Die Welt um ihn herum stand buchstäblich in Flammen. Der Feind saß vielleicht hinter der nächsten Ecke, in den Hallen des Ministeriums oder gar in seinem Vorzimmer. Der Tod Kettleburns hatte Radd Pilgrim zwar keineswegs mit Schrecken hinterlassen, doch die Gewissheit hatte sich mit den vergangenen Monaten verstärkt. Ein schlechtes Gefühl, das in seiner Magengegend lag. Alarmierend. So neutral die Ansichten doch gewesen waren, so drastischen hatte sich der Kurs im Inneren dieses Mannes geändert. Die Grausamkeiten, welche an Bestialität kaum zu übertreffen waren, schreckten den einstigen Auror in Mark und Bein. Einen Umschwung dieser Art wollte er nicht unterstützen. Am Ende half es aber niemandem etwas, wenn er diese Meinung öffentlich vertrat und dabei sein Leben ließ. Der Hass schlug ihm in größter Wucht entgegen. Er konnte damit umgehen, doch die Ungewissheit, wohin ihn diese Reise führte, war besorgniserregend.
    Radd steckte sich eine Zigarette an, starrte in die Ferne und atmete tief durch. "Herr Minister, wir müssen aufbrechen. Die Presse wartet. Sie wartet auf Ihren Bericht über Greenwich.", wehte ihm die dunkle Stimme seines Schutzbegleiters entgegen. Ein leises Seufzen drang aus der Kehle des neu erwählten Zaubereiministers. Er hatte es von sich geschoben, hatte den Moment der undurchsichtigen Erklärungen verleugnet.
    Leise schmatzende Geräusche gab der nasse Boden zu verlauten als der Dunkelhaarige kehrtmachte. Es würde ihm nicht erspart bleiben. Jetzt konnte diese Welt nichts mehr beschützen.«
Right now I´m flying // der neue Zaubereiminister Englands
Die Zeit unter der Führung von Scarabaeus Kettleburn war traurig kurz. Radd Pilgrim sah die Welt im Chaos versinken, während der andere Verordnungen und Verbote erließ, die am Ende nichts aufzuhalten vermochten. Die Todesser erschlichen sich ihren Weg nach oben. Ihre Grausamkeiten erschütterten das Land. Sie erschütterten den Vize-Minister selbst. Seine Haltung wandelte sich; zu sehr waren die Vernunft und das für Gerechtigkeit schlagende Herz im Einklang. Sonderlich viele Möglichkeiten blieben dem Pilgrim jedoch nicht. Schlau genug zu erkennen, dass auch nur ein falsches Wort in der Öffentlichkeit sein Leben in Gefahr brachte, verstand er sich mehr denn je darin, durch Undurchsichtigkeiten zu glänzen. Was nutzte er der Politik, wenn es ihn letztlich erwischte?
Kettleburn war weniger vorsichtig. So traf es den amtierenden Minister am Jahrestag des Anschlags auf Hogsmeade tödlich. Die Panik war immens. Der Pilgrim verspürte kein Bedauern um die Person, welche weder Vorsicht noch Intelligenz hatte walten lassen. Und doch war da ein bedrückendes Gefühl - die Gewissheit eines monströsen Chaoses.
Wochen und Monate des Wahlkampfes lagen hinter Radd Pilgrim bis er schließlich die Wahl zum Zaubereiminister am 16. Februar 1997 gewann. Das Erreichen des sicherlichen Endes der eigenen Karriereleiter löste kaum überragende Glücksgefühle aus. Zu diesem Zeitpunkt war dieser Kerl derart abgestumpft, dass es nur die Maskerade war, welche seine Freude widerspiegelte.
Das Ministerium versank immer mehr im Zerfall. Es gab kaum etwas, was dagegen hätte unternommen werden können. Und so versuchte der Pilgrim im Hintergrund zu agieren, ohne selbst in die Schusslinie zu gelangen. Himmel, wie wenig es gelang. Wie wenig Möglichkeiten überhaupt noch blieben, den immer brutaler agierenden Todessern Steine in den Weg zu legen.
Als im März 1997 der Angriff auf einen Muggelzirkus und die damit verbundene Auslöschung des Stadtteils Greenwich erfolgte, schien der höchste Punkt erreicht. Der Pilgrim beschloss einen festeren Kurs einzuschlagen, Auroren im ganzen Land verstärkt einzusetzen, das Ministerium verschlossen zu halten und die Vorgehensweisen der Todesser zu unterbinden. So jedenfalls besprach er es mit seinem Vize-Minister Zacharias Eppstein. So leitete sich das nächste Ereignis in einem von Schwere geprägten Leben ein.
    » Keine Worte sollten über seinen Mund kommen. Zu lange dauerte der Regenerationsprozess. Zu lange musste der Minister realisieren, dass es hier vielleicht um eine viel größere Sache als den eigenen Tod ging. Es wäre zu verschwenderisch, würde sich Du-weißt-schon-wer höchstpersönlich auf den Weg machen, nur um einen weiteren Politiker zu eliminieren. Oder nicht? Radds scharfer Verstand schien beschädigt. Er blinzelte, starrte in das schlangenförmige Antlitz und verspürte eine Welle von Ekel und Angst. Das Zittern seines Körpers hatte sich immer noch nicht besänftigt. Und doch - doch war da dieser Funke an Widerstand zurückgekehrt. Dieser Ausdruck im Gesicht, der so schnell verriet, dass ein Mann seines Charakters kaum zu brechen möglich war - ein Stolz, welcher sicherlich auch als sein Verderben bezeichnet werden konnte. Am Ende war der Pilgrim nur ehrlich zu sich selbst: Er hatte keine Chance. Nun, da die gedankliche Möglichkeit bestand, dass ihn eventuell etwas Schlimmeres als der Tod erwartete, begann das Adrenalin zu pumpen. Es raste durch die Venen des Gefallenen. Verdammt, der Pilgrim hatte keine Angst vor seinem Ende gehabt . Nur auf diese Weise hatte er sein Leben derart emotionslos führen können. Allein diese Tatsache hatte ihn beizeiten kalte Entscheidungen treffen lassen. Ja, nur so hatte er wenige Minuten zuvor allein an die eigene Ehre als an das bittere Ende denken können. Jetzt aber wurde ihm unwohl. Scheiße, er wollte keine Spielfigur des Schicksals werden. Scheiße, wie schlimm vermochte es wohl noch zu werden?
    „Nein“, seine Antwort war nur noch ein leises Keuchen. Beflügelt vom Rauschen des Adrenalins zog es ihn in Sekundenschnelle auf die Füße. Er war machtlos ohne Zauberstab, doch dieser Tatsache war sich der Minister längst bewusst geworden. Es ging alles fiel zu schnell als das man lang darüber hätte nachdenken können, was hier gerade geschah. Mit einem Satz, mit einem unendlichen Kräfteaufwand, gedankenlos und mit zwei Zielen vor den Augen, schnellte der Angeschlagene zu der nächstbesten Person, welche nicht die schlitzartigen Augen des größten Gegenspielers Englands hatte. Ein kräftiger Faustschlag traf Lucy Bulstrode mitten ins Gesicht. Normalerweise war der Pilgrim niemand, der sich auf Frauen gestürzt hätte. Andererseits konnte man jene Situation wohl kaum als normal bezeichnen. Ein weiterer Schlag mit der anderen Hand, nur Sekunden danach, traf ihre Seite. Es blieb keine Zeit. Keine Zeit den eigenen Zauberstab zu greifen - es wäre ohnehin ausweglos gewesen. Stattdessen rannte der Minister weiter, rannte wie ein Wiesel, mit ungewöhnlich flinken Füßen. Es war seine einzige Chance, so klein sie auch sein mochte, denn immerhin umgaben ihn etliche Personen mit magischen Zauberstäben. Immerhin stand nur wenige Meter entfernt der mächtigste Zauberer aller Zeiten - er konnte nur auf den Überraschungsmoment hoffen. Und so rannte der Dunkelhaarige mit wild vor Anstrengung pumpendem Herzen. Er rannte nicht vor Angst. Er rannte nicht, um zu entkommen. Er rannte nicht, um sein Leben zu retten. Nein, er rannte, um sein Leben zu beenden. Nur wenige Meter entfernt konnte er die Flammen vor sich brennen sehen. Er spürte ihre Hitze, konnte schon in wenigen Sekunden die Hand danach ausstrecken. Und ja das tat er. Und ja scheiße, das tat weh. Seine Fingerkuppen schmerzten. Er presste die Zähne aufeinander, wirkte mit dem bleichen Gesicht wie ein Monster. Es war egal. Es war die einzige Chance diesem Albtraum nicht entgegen zu spielen.
    Schmerz - überall vorherrschte der Schmerz, welcher mittlerweile sämtliche Körperpartien des Zaubereiministers gefangen genommen hatte. Er starrte in irre Fratzen um sich herum; Fratzen, die ihm keine Chance ließen. Er hatte sich entschieden, hatte den Tod als einzigen Ausweg aus dieser Misere erkannt.
    Nun trennten ihn also wenige Zentimeter vom Ende, vom heiß ausschlagenden Feuer. Das Schicksal war ihm jedoch nicht gnädig. Er hörte die Schreie der zuvor geschlagenen Frau nicht, hörte nicht wie sie sich ihm näherte und sein letztes Vorhaben vereitelte. Erst als sein Körper durch die Wucht zu Boden geschleudert wurde, erst da begriff der Pilgrim, dass es nun endgültig vorbei war. Er hatte verloren; vielleicht sogar verdient. Und es schmerzte. Es hörte einfach nicht auf. Steine, die sich in seinen Rücken gruben. Eine Faust, die immer wieder auf die Gesichtsknochen einschlug. Der am Boden Liegende machte keine Anstalten mehr sich zu wehren. Ihm fehlte die Kraft. Mittlerweile fehlte auch die Überzeugung. Wofür? Der Minister schien sichtlich resigniert zu haben. So lag er dort, übersät von Wunden und nun auch Verbrennungen. Ein Häufchen Elend, welches kapitulierte. Alles andere wäre irrsinnig gewesen. Alles andere wäre utopisch. Auch ein Radd Pilgrim konnte sich wohl kaum als Übermensch bezeichnen. Leider.
    Beinah kippte er nach hinten, konnte kaum knien und wandte doch das Kinn nach oben, um einen weiteren Blick auf das aschfahle Gesicht der mächtigsten Schlange Englands zu werfen.
    Die Angst im Körper des Dunkelhaarigen war wie weggeblasen. So ausdrucksstark sein Äußeres mittlerweile von Pein schrie, so leer wirkte der Blick aus blutunterlaufenen, eisblauen Augen. „Ich werde nicht betteln. Ich-“ Es waren kuriose Worte, die – wenn man die bald folgenden Konsequenzen bedachte – eher traurig als recht wirkten. „-ich bin nicht-“ Radd keuchte leise als er schwach in die Richtung seines Vizes sah. Er nahm ihn kaum wahr und wusste doch dessen Position halbwegs einzuschätzen. „Nicht wie er.“
    Ein letztes Aufbäumen, ein letztes Husten ehe er den Kopf sinken ließ. Es fehlte die Kraft. Der Pilgrim wusste, was folgte. Die magischen Worte des Unverzeihlichen Fluches waren keine Überraschung in seinen Ohren und doch war da im nächsten Moment kein Bedauern mehr, keine Wut – nur noch Leere. Gleißende, gähnende Leere, die ihn mit sich riss. Alles veränderte sich. Egal. Unenedliche Gleichgültigkeit. Er hatte weder versagt noch aufgegeben. Die Fratzen um ihn herum verschwommen. Der Schmerz war real und hüllte ihn doch in einen wohlig vibrierenden Kokon. Ein erleichterter Luftstoß entwich seinen Lippen. Seine Mundwinkel zuckten zu einem kurzen schmerzbefreiten Lächeln. Die Anspannung fiel von seinem Körper und während er sich im Zustand eines endlosen Nichts verlor, sackte der Körper bewusstlos zur Seite. Zumindest für den Moment befreit von allem, was kaum mehr auszuhalten war. «
So come and take a shot at me, not scared of dying // der Imperius-Fluch des Dunklen Lords, ein unerwartetes Kind
Lügen und Intrigen schürrten die Kehle des Zaubereiministers zu. Verraten vom eigenen engsten Kollegen trieb es ihn in den tiefsten Abgrund. Vertrauen zahlte sich nicht aus. Der sonst so vorsichtige Radd Pilgrim versagte am Ende. Es ging so sehr gegen seine Vorstellungen, Todesser, welche er damals teilweise selbst nach Askaban brachte, zu begnadigen. Es ging so sehr gegen seine Vorstellungen, sie am Ende sogar ins Ministerium einzugliedern. Und so sehr passte eben jenes Verhalten nicht in die Pläne des größten Schwarzmagiers von England.
Zusammen mit Zacharias Eppstein machte sich der Zaubereiminister auf den Weg, um seine Rede bezüglich des Angriffs auf Greenwich zu halten. Worte, die am Ende niemandem halfen. Worte, die zunächst niemanden erreichten, denn der Termin galt einer Falle.
Umringt von einer Vielzahl von Todessern sah sich der ehemalige Auror bereits früh einer ausweglosen Situation entgegen schreitend. Lord Voldemort belegte den Zaubereiminister mit einem Imperius-Fluch, der bis heute überwacht und regelmäßig erneuert wird.
Mit dem Fluch begann eine schlimme Tortur. Er war gefangen zwischen einer endlosen Gleichgültigkeit und einem untergründigen, schlechten Gefühl, welches kaum festzuhalten war. Die plötzlich so prägnant rassistischen Verhaltensweisen des Ministers führten zu einem Wandel im Ministerium und in ganz England. Todesser besetzten wichtige Ämter, muggelgeborene Zauberer bekamen immer mehr Steine in den Weg gelegt und die plötzlichen Versetzungen sowie Entlassungsschreiben häuften sich.
In all dem Chaos traf Radd Pilgrim im April 1997 auf einen jungen Mann namens Callum Sykes. Ein Kerl, der sein bisheriges Leben noch so viel mehr auf den Kopf stellte. Mit dem Tagebuch seiner Mutter, einer alten Schulbeziehung des Ministers, ließ er bittere Wahrheiten regnen. Plötzlich war da ein Sohn, von dem er nie etwas gewusst hatte. Ein Sohn, welchen er am liebsten sofort wieder aus seinem Leben gestrichen hätte.
    » Eilig leckte sich der Hochgewachsene über seine Lippen. Das vertraute Gesicht des Ladeninhabers war im Schatten des Raumes verborgen. „Ihre Bestellung ist grade fertig geworden, Sir.“, krächzte es eine Spur zu laut über den Tresen, sodass Radd unmerklich zusammenzuckte. Seine Muskeln spannten. Er fühlte sich beobachtet. Wortlos kramte er in seiner Tasche. Eine hohe Summe an Galleonen wanderte über die verkratzte Oberfläche des Ladens. Offensichtlich bezahlte der Minister nicht nur für die Ware sondern ebenso für ein gewisses Schweigen.
    Rasch streckte er die Finger nach den Ampullen aus. Eine dunkle Flüssigkeit waberte darin umher. Dieser Verkäufer war tatsächlich einer der wenigen, dessen Zubereitung ohne das Beisein des Ministers vonstatten ging. Himmel, den Tod wollte jener tatsächlich nicht empfangen, doch fürchten tat er sich schon längst nicht mehr davor. Er vertraute dem anderen in gewisser Hinsicht. Das kam durchaus selten vor.
    Kalt pochten die Fläschchen in der Innenseite seines Mantels als er den Rückzug anstrebte. Draußen entfernten sie sich einige Meter von dem Laden und kamen in einem verlassenen Teil der Gasse zum Stehen. „Einen Moment“, ließ er in Franks Richtung verlauten, lehnte sich gegen eine kühle Steinwand und atmete tief durch.
    Mit einer hektischen Bewegung hatte er das Fläschchen geleert. Ein Kribbeln fuhr durch seine Haut. Die gereizten Muskeln schienen für den Bruchteil einer Sekunde zu erschlaffen. Im nächsten Moment zuckten die Mundwinkel. Er fühlte sich gut. Er fühlte sich ruhig. Unendlich ruhig. Sehr gut. Zufrieden steckte er das Glas in seine Jackentasche zurück und schenkte dem Honeysett ein warmes Lächeln. Ungewöhnlich.«
It's sad how sad this life can be // der Abstieg
Ja, scheiße. Genau so erging es dem Zaubereiminister. Einfach scheiße. Der Kampf gegen den Imperius-Fluch war allgegenwärtig. So sehr, dass Radd Pilgrim kaum mehr eine ruhige Minute hatte. Die Unwissenheit machte ihn krank. Blackouts begleiteten seine Tage mal mehr, mal weniger. Der Griff zum Alkohol nahm ein ungesundes Höchstmaß an. So sehr, dass es dem mittlerweile innerlich gänzlich zermürbten Mann kaum mehr reichte. Er griff zu härteren Mitteln, versuchte sich mit Hilfe von Drogen zu kontrollieren; irgendwie im Griff zu haben - vielleicht aber auch einfach nicht mehr zu fühlen. Es machte ihn wahnsinnig; sein Leben machte ihn wahnsinnig.
Während ganz England im Chaos versank, die Angriffe sich häuften und viel zu viele Personen vermisst wurden, verbrachte der Pilgrim die langen Tage im Ministerium. Die Arbeit, die Suchtmittel und das Zurückgreifen auf anderweitige Lustbefriedigungen waren die einzigen Dinge, welche ihn durch die Wochen brachten. Und obwohl er sich so sehr verlor, machte er weiterhin ein gutes Gesicht in der Öffentlichkeit - führte das aus, was man offensichtlich von ihm erwartete.
"Let's pretend that I've stolen your silly polyjuice potion - I wanna know who you truly are."
FACTS
"All these great guys have their own places - you know, Dumbledore has his headmaster office, the minister has the ministry.. and the admins have this little part of your profile."
Face; Quellen; Passing on?; Other
Schau bloß genau her, denn der tolle Cillian Murphy leiht Radd sein Gesicht. Außer den Lyrics von Gossips Move in the right direction, Tom Odells Flying :))und Luces Steckbrief wurden keine weiteren Quellen benutzt. Der Charakter darf, wenn er wichtig geworden ist, ohne Steckbrief weitergegeben werden. Was auch noch ganz, ganz wichtig ist: Sorg immer dafür, dass Jani ihren Kaffee bekommt!


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